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German: Philipp Wilhelm (1615 - 1690), Pfalzgraf bei Rhein zu Neuburg, Herzog von Jülich-Berg, seit 1685 Kurfürst von der Pfalz label QS:Lde,"Philipp Wilhelm (1615 - 1690), Pfalzgraf bei Rhein zu Neuburg, Herzog von Jülich-Berg, seit 1685 Kurfürst von der Pfalz"
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Bildquelle: File:Anonym Herzog Philipp Wilhelm.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Philipp Wilhelm von der Pfalz wurde am 24. November 1615 in Neuburg an der Donau geboren und starb am 12. September 1690 in Wien. Er war Pfalzgraf und Herzog von Pfalz-Neuburg, Herzog von Jülich und Berg sowie von 1685 bis 1690 Kurfürst von der Pfalz. Mit ihm gelangte die jüngere Linie Pfalz-Neuburg an die Spitze der Kurpfalz, wo sie bis 1742 herrschte.
Seine Eltern waren Herzog Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg und Magdalene, eine Tochter des bayerischen Herzogs Wilhelm V. Philipp Wilhelm erhielt im Auftrag seines Vaters eine stark von Jesuiten geprägte Ausbildung, die ihn auf seine spätere Regierung vorbereiten sollte. Seine Erziehung war jedoch auch von Härte geprägt: Er wurde öffentlich gedemütigt und geschlagen. Außerdem erlernte er das Drechslerhandwerk. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er abwechselnd in Neuburg und Düsseldorf.
Schon seit dem Ende der 1630er Jahre wurde nach einer politisch geeigneten Ehe für ihn gesucht. An diesen Überlegungen beteiligten sich unter anderem der Kaiser, seine Onkel, die Kurfürsten von Bayern und Köln, sowie der Papst. Eine zunächst erwogene Verbindung mit einer florentinischen Prinzessin scheiterte an den hohen Forderungen des toskanischen Herzogs. Auch eine Ehe mit Luise Charlotte, der Schwester des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm, kam nicht zustande. Philipp Wilhelm und sein Vater hatten sich davon einen Ausgleich mit Brandenburg und möglicherweise den Erwerb des Herzogtums Kleve als Mitgift erhofft.
Daraufhin wandte sich Philipp Wilhelm Anna Katharina Constantia aus dem polnisch-litauischen Herrscherhaus Wasa zu. Im Februar 1642 reiste er nach Warschau, um seine Aussichten zu prüfen. Der dortige Hof stimmte der Verbindung zu, obwohl Wolfgang Wilhelm die Ehe nur widerwillig unterstützte. Am 9. Juni 1642 heiratete Philipp Wilhelm in Warschau Anna Katharina, eine Prinzessin von Polen-Litauen und Schweden. Sie brachte eine bedeutende Aussteuer mit, darunter große Geldsummen, kostbaren Schmuck, Gold- und Silberwaren, Gobelins, persische Teppiche sowie italienische Einkünfte aus Zöllen und Steuern. Aus der Ehe ging ein Sohn hervor, der 1645 tot geboren wurde.
Bereits am 10. November 1644 übernahm Philipp Wilhelm für seinen Vater die Regierung in Neuburg. 1653 wurde er in den Orden vom Goldenen Vlies aufgenommen. Im selben Jahr folgte er Wolfgang Wilhelm als Herzog von Jülich und Berg. Außerdem heiratete er Elisabeth Amalia von Hessen-Darmstadt, die anlässlich der Hochzeit zum Katholizismus übertrat. Die Ehe war außerordentlich kinderreich: Elisabeth Amalia war 23-mal schwanger, und 14 ihrer 17 geborenen Kinder erreichten das Erwachsenenalter.
Philipp Wilhelms erste Regierungsjahre waren vom Erbstreit um Jülich und Berg geprägt. Auch der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm erhob Ansprüche auf diese niederrheinischen Gebiete. Philipp Wilhelm strebte eine friedliche Lösung an, rechnete jedoch jederzeit mit einem militärischen Vorgehen Brandenburgs. Erst der Vertrag von Kleve von 1666 brachte einen Erbvergleich.
Seine Bedeutung reichte über die eigenen Territorien hinaus. 1658 trat er bei der Kaiserwahl als französischer Gegenkandidat zu Leopold I. auf. Ab 1660 besaß er aufgrund seiner Verwandtschaft mit dem polnischen Königshaus auch Aussichten auf die polnische Krone. Bei der Wahl am 19. Juni 1669 wurde jedoch Michał Korybut Wiśniowiecki zum König gewählt. Durch die Heirat seiner ältesten Tochter Eleonore Magdalene mit Leopold I. wurde Philipp Wilhelm 1676 zum Schwiegervater des Kaisers.
Als 1685 die kurfürstliche Linie Pfalz-Simmern ausstarb, fiel die Kurpfalz an Philipp Wilhelms Linie, die in der Erbfolge am nächsten stand. Damit wurde die katholische Linie Pfalz-Neuburg in einem überwiegend calvinistischen Land regierend. Der Konfessionswechsel führte zu Spannungen. Philipp Wilhelm hielt zwar an einem mit seinem Vorgänger Karl II. vereinbarten Kompromiss fest und bemühte sich um die rechtliche Gleichstellung aller Konfessionen, doch gerade die Einbeziehung der Katholiken stieß bei vielen Protestanten auf Misstrauen. Die weitere Zuspitzung des Kirchenstreits erlebte er nicht mehr.
Im Oktober 1687 ernannte er seinen ältesten Sohn Johann Wilhelm zum Statthalter in Heidelberg. Gleichzeitig verschärfte sich der Konflikt mit Frankreich. König Ludwig XIV. erhob im Namen seiner Schwägerin Liselotte von der Pfalz, der Herzogin von Orléans, Ansprüche auf Teile des pfälzischen Erbes. Die Verhandlungen scheiterten, und Philipp Wilhelm zog sich verbittert nach Neuburg an der Donau zurück. Im Herbst 1688 drangen französische Truppen in die Pfalz ein und besetzten unter anderem Heidelberg. Im folgenden Jahr begannen sie mit der systematischen Zerstörung des Landes.
Im Frühjahr 1690 reiste Philipp Wilhelm nach Wien zur kaiserlichen Familie seiner Tochter. Dort starb er am 12. September. Er hinterließ ein Land, das zunehmend in den Pfälzischen Erbfolgekrieg verwickelt wurde. Seine Familie war durch zahlreiche Ehen eng mit den europäischen Herrscherhäusern verbunden: Eine Tochter heiratete den Kaiser, weitere wurden Königinnen von Portugal und Spanien, und andere verbanden das Haus Pfalz-Neuburg mit den Herrscherhäusern von Parma, Polen und Bayern. Sein Nachfolger in der Kurpfalz wurde sein ältester Sohn Johann Wilhelm.
Quelle: Philipp Wilhelm (Pfalz) (de, 263435008). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
Eltern
Kinder
- Alexander Sigismund von der Pfalz
- Dorothea Sophie von der Pfalz
- Eleonore Magdalene von der Pfalz
- Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg
- Friedrich Wilhelm von der Pfalz
- Hedwig Elisabeth Amalia von der Pfalz
- Johann Wilhelm
- Karl III. Philipp
- Leopoldine Eleonore von der Pfalz
- Ludwig Anton von der Pfalz
- Maria Anna von der Pfalz
- Marie Sophie von der Pfalz
- Philipp Wilhelm August von der Pfalz
- Wolfgang Georg Friedrich von Pfalz-Neuburg