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Portrait of Charles III Philip, Elector Palatine (1661-1742) in Robes of the Golden Fleece label QS:Len,"Portrait of Charles III Philip, Elector Palatine (1661-1742) in Robes of the Golden Fleece"
Attributed to Johann Philipp von der Schlichten
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Bildquelle: File:Attributed to von der Schlichten - Charles III Philip in Golden Fleece Robes.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Karl III. Philipp von der Pfalz, auch Carl Philipp genannt, wurde am 4. November 1661 in Neuburg an der Donau geboren und starb am 31. Dezember 1742 in Mannheim. Er war zunächst Offizier und habsburgischer Gubernator, später regierender Pfalzgraf und Kurfürst von der Pfalz sowie Herzog von Jülich und Berg und von Pfalz-Neuburg. Während seiner Regierungszeit verlegte er die Residenz von Heidelberg nach Mannheim und stärkte durch Erb- und Unionsverträge den Zusammenhalt der verschiedenen wittelsbachischen Linien.
Karl Philipp war das siebte von 17 Kindern des pfalz-neuburgischen Kurfürsten Philipp Wilhelm und dessen Frau Elisabeth Amalia Magdalena von Hessen-Darmstadt. Er gehörte damit einer bedeutenden Linie des Hauses Wittelsbach an. Seine Schwester Eleonore Magdalene von Pfalz-Neuburg war die Mutter der späteren habsburgischen Kaiser Joseph I. und Karl VI. Außerdem war Karl Philipp mit den Königen von Spanien und Portugal verschwägert.
Als jüngerer Sohn war er zunächst für den geistlichen Stand vorgesehen. Bereits mit 14 Jahren wurde er Domherr in Köln, später auch in Salzburg und Mainz; 1679 trat er zudem dem Malteserorden bei. Gleichzeitig erhielt er eine militärische Ausbildung. 1684 beendete er seine geistliche Laufbahn ohne Weihe und trat in den kaiserlichen Dienst ein. Von 1691 bis 1694 nahm er an den Türkenkriegen teil und stieg bis zum Generalfeldmarschall auf. 1694 wurde er in den Orden vom Goldenen Vlies aufgenommen.
1705 ernannte ihn sein Neffe, Kaiser Joseph I., zum Gubernator der ober- und vorderösterreichischen Lande mit Sitz in Innsbruck. Das Amt war seit dem Tod Karls von Lothringen im Jahr 1690 unbesetzt gewesen. Während des Spanischen Erbfolgekriegs widmete sich Karl Philipp dort besonders der Organisation und Verstärkung der Landesverteidigung. Er blieb bis 1717 in Innsbruck, obwohl er nach dem Tod seines älteren Bruders Johann Wilhelm im Juni 1716 bereits dessen Nachfolge als Kurfürst der Pfalz und Herzog der pfalz-neuburgischen, jülich-bergischen und bergischen Länder angetreten hatte.
Nach einem einjährigen Aufenthalt in Neuburg ließ sich Karl Philipp 1718 in Heidelberg nieder. Düsseldorf, die Residenz seines Vorgängers, lehnte er ab, weil die dortigen Landstände die von ihm verlangten Gelder nicht bewilligen wollten. Da sein Erbe hoch verschuldet war, begann er seine Regierung mit Einsparungen am Hof. Zugleich musste er mehrere politische und konfessionelle Konflikte bewältigen.
Ein Streit mit dem neuen Kurfürstentum Hannover über den Ehrentitel des Erzschatzmeisters lähmte zwischen 1717 und 1719 den Reichstag; eine endgültige Einigung wurde erst 1741 erzielt. Als überzeugter Katholik geriet Karl Philipp außerdem mit dem reformierten Kirchenrat der Kurpfalz aneinander. Er wollte ihn zu einer staatlich kontrollierten Behörde machen, den Heidelberger Katechismus verbieten und die Heiliggeistkirche in Heidelberg vollständig als katholische Kirche und wittelsbachische Begräbnisstätte nutzen. Auf den Druck protestantischer Reichsstände und des Kaisers musste er seine Pläne teilweise zurücknehmen. 1720 verlegte er daraufhin die Residenz nach Mannheim.
In Mannheim ließ Karl Philipp eine neue Residenz aufbauen. Noch 1720 wurden der Grundstein für das Schloss und der Baubeginn des angeschlossenen Jesuitenkollegiums gefeiert. 1733 folgte der Grundstein für die Mannheimer Jesuitenkirche, einen herausragenden Bau der katholischen Erneuerung und des süddeutschen Barocks. Auch ein neues Opernhaus wurde nach Plänen Alessandro Galli da Bibienas errichtet und 1742 eingeweiht. Obwohl Karl Philipp katholische Interessen förderte, setzte er die umfassende Rekatholisierungspolitik seines Vorgängers nicht fort und galt grundsätzlich als tolerant.
Zunächst stand Karl Philipp im Gegensatz zu den bayerischen Wittelsbachern, weil die Pfalz nach den Verträgen von Rastatt und Baden die Oberpfalz und die vierte Kurwürde an Bayern zurückgeben sollte. Die Wittelsbacher Hausunion von 1724 beendete diesen innerfamiliären Konflikt weitgehend. Sie regelte unter anderem die gemeinsame Ausübung des rheinischen Reichsvikariats durch Bayern und die Pfalz. 1733 erhielt die birkenfeldische Linie mit Christian III. im Rahmen eines weiteren Vergleichs das Fürstentum Zweibrücken.
Seit etwa 1725 beschäftigte Karl Philipp vor allem die jülich-bergische Erbfrage. Mit kaiserlicher Unterstützung setzte er die wittelsbachischen Ansprüche gegen Brandenburg-Preußen durch. Als sich Kaiser Karl VI. jedoch Friedrich Wilhelm I. von Preußen annäherte, verbündete sich Karl Philipp mit Frankreich, obwohl zuvor Streit über alte pfälzische Rechte im Elsass bestanden hatte. Das Bündnis bewährte sich 1734 im Polnischen Thronfolgekrieg: Karl Philipp blieb Frankreich gegenüber wohlwollend neutral, woraufhin seine Länder geschont wurden. 1741 wurde der Erbstreit durch einen Vertrag mit Preußen und Sachsen beendet.
Karl Philipp setzte seine Politik zur Stärkung des Gesamthauses Wittelsbach bis an sein Lebensende fort. Höhepunkt war am 17. Januar 1742 die Doppelhochzeit seiner Enkelinnen: Elisabeth Auguste heiratete den vorgesehenen Nachfolger Karl Theodor von Pfalz-Sulzbach, Maria Anna den bayerischen Herzog Klemens. Kurz darauf unterstützte Karl Philipp mit seiner Kurstimme die Wahl des bayerischen Kurfürsten Karl Albrecht zum Kaiser Karl VII. Damit stand er am Ende seines Lebens, obwohl er ursprünglich ein enger Verbündeter Wiens gewesen war, fest auf der Seite der bayerischen Wittelsbacher.
Karl Philipp war zweimal standesgemäß verheiratet. 1688 heiratete er Luise Charlotte Radziwill, die 1695 starb. Ihre Ehe hatte vier Kinder, von denen Elisabeth Auguste das Erwachsenenalter erreichte. 1701 vermählte er sich mit Theresa Katharina Lubomirska; aus dieser Ehe gingen zwei Töchter hervor, die beide im Kindesalter starben. Ab 1729 war er außerdem morganatisch mit Gräfin Violante Maria Theresa von Thurn und Taxis verheiratet.
Karl Philipp starb Ende 1742. Sein Nachfolger wurde wie vorgesehen Karl Theodor, der ebenfalls von Philipp Ludwig von Pfalz-Neuburg abstammte. Mit Karl Philipp erlosch die Linie Pfalz-Neuburg der Wittelsbacher im Mannesstamm. Über seine Enkelin Maria Franziska Dorothea, die 1746 Friedrich Michael von Pfalz-Birkenfeld-Bischweiler-Rappoltstein heiratete, stammten jedoch die späteren Könige von Bayern bis 1918 von ihm ab. Aufgrund seiner langfristig angelegten Politik gilt Karl Philipp als einer der bedeutendsten politischen Köpfe der Wittelsbacher in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Quelle: Karl III. Philipp (Pfalz) (de, 263687064). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0