Person
Marie Sophie von der Pfalz
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
06.08.1666
Tod
04.08.1699

Bildnachweis
Maria Sophia of Neuburg (?)
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Biografie
Maria Sofia Isabel von Neuburg, auf Deutsch Marie Sophie Elisabeth von der Pfalz, wurde am 6. August 1666 im Schloss Benrath geboren und starb am 4. August 1699 im Paço da Ribeira in Lissabon. Sie war die zweite Ehefrau des portugiesischen Königs Peter II. und die Mutter des späteren Königs Johann V. Ihre Eltern waren Philipp Wilhelm, Kurfürst von der Pfalz und souveräner Herzog von Neuburg, sowie dessen zweite Ehefrau Elisabeth Amalia von Hessen-Darmstadt. Die Familie gehörte einem jüngeren Zweig des bayerischen Herrscherhauses Wittelsbach an.
Die Wahl Marias zur künftigen Königin von Portugal war vor allem durch den Ruf ihrer Familie als besonders fruchtbar motiviert. Ihre Eltern hatten 23 Kinder, von denen 17 gesund das Erwachsenenalter erreichten. Portugal hoffte damals dringend auf weitere Thronfolger, da Peter II. seit drei Jahren verwitwet war und seine einzige Tochter und Erbin, Isabel, als schwach und krank galt. Als sie sechzehn Jahre alt wurde, forderten die Staatsräte den König offiziell zu einer zweiten Ehe auf.
Marias ältere Schwester Eleonore Magdalene von Neuburg war elf Jahre zuvor die dritte Ehefrau Kaiser Leopolds I. geworden, ebenfalls in einer dynastischen Situation, in der dringend Nachkommen benötigt wurden. Eine weitere Schwester, Maria Anna von Neuburg, heiratete zwei Jahre nach Marias Hochzeit den kinderlosen spanischen König Karl II. Auch Frankreich bemühte sich um Einfluss auf die portugiesische Heiratspolitik. Ludwig XIV. schlug eine Bourbonenprinzessin als Braut vor, doch setzte sich Maria von Neuburg schließlich wegen der günstigen dynastischen Aussichten und der positiven Einschätzung des portugiesischen Beauftragten António de Freitas Branco durch.
Die Verhandlungen über Peters zweite Ehe gehörten zu den wichtigsten diplomatischen Angelegenheiten Portugals. Sie wurden in Wien unter dem Einfluss der Kaiserin Eleonore Magdalene geführt. Peter II. ernannte Manuel Teles da Silva, Graf von Vilar Maior und später erster Marquis von Alegrete, zum außerordentlichen Botschafter. Dieser reiste am 8. Dezember 1686 ab, um um Marias Hand zu bitten. Der Ehevertrag wurde am 22. Mai 1687 unterzeichnet. Maria war zu diesem Zeitpunkt zwanzig Jahre alt. Ihr Vater stattete sie mit einer Mitgift von 100.000 Gulden aus, wie zuvor auch ihre Schwestern.
Die Trauung fand am 2. Juli 1687 in der kurfürstlichen Kapelle von Heidelberg zunächst per Stellvertreter statt. Anfang August verließ Maria Heidelberg und reiste den Rhein hinunter. Entlang des Flusses wurde sie von Gouverneuren, Magistraten, Fürsten und kirchlichen Würdenträgern feierlich empfangen. Zu den mit den Ereignissen verbundenen europäischen Herrschern und politischen Kräften gehörten unter anderem die Kurfürsten von Mainz, Trier und Köln, Karl II. von Spanien, Wilhelm von Oranien sowie die Generalstaaten der Vereinigten Provinzen.
In Brielle bestieg Maria ein englisches Schiff, das ihr Jakob II., der Schwager ihres künftigen Ehemanns, zur Verfügung gestellt hatte. Eine Flotte unter dem Kommando des Herzogs von Grafton geleitete sie. Nach einem Zwischenhalt in Plymouth erreichte sie am 12. August 1687 Lissabon. Ihre Ankunft wurde mit einer aufwendigen Zeremonie gefeiert: Der Tejo war voller geschmückter Schiffe, Kriegsschiffe feuerten Salutschüsse, Kirchen läuteten und Feuerwerke erhellten die Stadt. Peter II. fuhr ihr mit dem königlichen Gefolge entgegen, begrüßte sie an Bord und begleitete sie anschließend zur königlichen Kapelle im Palast Ribeira. Dort spendete der Erzbischof von Lissabon dem Paar den Ehesegen. Mehrere Tage lang fanden öffentliche Feste und prächtige Illuminationen statt.
Maria galt als gütige Frau. Peter II. begegnete ihr mit Zuneigung und Respekt, und auch seine Tochter Isabel, die fast im selben Alter wie ihre Stiefmutter war, fasste rasch Vertrauen zu ihr. Mit ihrer Schwägerin Katharina von Braganza, der verwitweten Königin von England, kam es dagegen zu Auseinandersetzungen über Rang und Etikette. Solche Fragen besaßen an den Höfen des 17. Jahrhunderts große Bedeutung.
Die Königin war religiös, wohltätig und sozial engagiert. Aus eigenen Mitteln unterstützte sie Witwen und Waisen und ließ arme Kranke sogar im Palast aufnehmen. Sie stand dem Priester Bartolomeu do Quental nahe, der nach seinem Tod als heiligmäßig verehrt wurde. In Beja gründete sie außerdem ein Kolleg für Franziskaner und stattete es mit Einkünften aus.
Maria Sofia starb kurz vor ihrem 33. Geburtstag an einem schweren Erysipel, einer entzündlichen Erkrankung im Gesicht und am Kopf. Sie wurde in das Gewand des heiligen Franziskus gekleidet und im königlichen Pantheon des Klosters São Vicente de Fora beigesetzt. Ihre Ehe mit Peter II. hatte zwölf Jahre gedauert; aus ihr gingen sieben Kinder hervor. Obwohl sie in Lissabon und Lagos mit feierlichen Lobreden geehrt wurde, blieb ihr Andenken vor allem mit ihrer Rolle als Mutter, Ehefrau und Wohltäterin verbunden.
Quelle: Maria Sofia Isabel de Neuburgo (pt, 70528047). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0