Person

Franz I. Stephan

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Geburt

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Tod

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Porträt von Franz I. Stephan
Bildnachweis

Frans I von Habsburg

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Bildquelle: File:Frans I von Habsburg.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Franz Stephan von Lothringen wurde am 8. Dezember 1708 in Nancy geboren, das damals zum souveränen Herzogtum Lothringen gehörte. Er war der älteste überlebende Sohn Herzog Leopolds von Lothringen und dessen Ehefrau Elisabeth Charlotte von Orléans. Über seine väterliche Großmutter war er mit dem Haus Habsburg verbunden, mütterlicherseits stammte er aus der Familie des Herzogs von Orléans, eines Bruders Ludwigs XIV. Besonders eng war Franz Stephan mit seiner Schwester Anna Charlotte und seinem älteren Bruder Leopold Clemens verbunden. Gemeinsam mit diesem wurde er ab 1716 für eine militärische Laufbahn im kaiserlichen Heer ausgebildet. Kaiser Karl VI. förderte die Familie von Lothringen, die dem Haus Österreich in mehreren Kriegen gedient hatte. Ursprünglich wollte er seine älteste Tochter Maria Theresia mit Leopold Clemens verheiraten. Nach dessen frühem Tod bestimmte er Franz Stephan zum künftigen Schwiegersohn. Franz Stephan wurde deshalb in Wien gemeinsam mit Maria Theresia erzogen; zwischen beiden entwickelte sich eine enge persönliche Beziehung. Bereits als Fünfzehnjähriger erhielt er das Herzogtum Teschen, das seinem Vater vom Kaiser übertragen worden war. 1729 folgte er seinem Vater als Herzog von Lothringen und regierte unter dem Namen Franz III. Im Jahr 1731 wurde Franz Stephan während einer Reise nach Den Haag in einer geheimen Zeremonie in die Freimaurerei aufgenommen. Später erhielt er in England den Rang eines Freimaurermeisters. Karl VI. ernannte ihn 1732 zum Statthalter von Ungarn, eine Aufgabe, für die er sich zunächst wenig begeisterte, die ihn aber näher an den Wiener Hof und an Maria Theresia brachte. Er übernahm außerdem repräsentative Aufgaben und trat bei wichtigen höfischen Ereignissen auf. Der Polnische Thronfolgekrieg führte zu einer grundlegenden Veränderung seiner politischen Stellung. Frankreich wollte den österreichischen Einfluss im Westen schwächen und verhindern, dass Lothringen durch die geplante Ehe Franz Stephans mit Maria Theresia an die Habsburger fiel. Im Frieden von Wien von 1738 wurde deshalb vereinbart, dass Stanislaus Leszczyński Lothringen erhalten sollte. Nach seinem Tod sollte das Herzogtum an Frankreich fallen. Franz Stephan wurde dagegen zum Erben des Großherzogtums Toskana bestimmt. Damit musste er auf das Land seiner Familie verzichten, wenn er Maria Theresia heiraten wollte. Obwohl ihm dieser Schritt widerstrebte und seine Mutter sowie sein Bruder ihn ablehnten, stimmte er schließlich zu. Franz Stephan und Maria Theresia verlobten sich am 31. Januar 1736 und heirateten am 12. Februar desselben Jahres in der Wiener Augustinerkirche. Im März akzeptierte Franz Stephan den Gebietstausch endgültig; im Januar 1737 erhielt er die Toskana offiziell als kaiserliches Lehen. Nach dem Tod des letzten Medici-Großherzogs Gian Gastone am 9. Juli 1737 wurde er als Franz III. Großherzog von Toskana und begründete dort die Herrschaft der Linie Habsburg-Lothringen. Um die Eigenständigkeit der Toskana zu bewahren, sollten die toskanische und die kaiserliche Krone getrennt bleiben. Franz Stephan hielt sich zunächst lieber am Wiener Hof auf und ließ die Toskana durch einen Stellvertreter verwalten. Ende 1738 reiste er mit Maria Theresia nach Italien. Im Januar 1739 zogen beide feierlich in Florenz ein und residierten im Palazzo Pitti. Die Bevölkerung nahm ihn nach anfänglichen Vorbehalten freundlich auf. Seine Beliebtheit litt jedoch, als er die Auflösung und Verteilung der umfangreichen Kunst- und Kulturgüter der Medici abschloss. Viele Werke gelangten nach Wien, andere wurden versteigert. Nach dem Tod Karls VI. im Jahr 1740 brach der Österreichische Erbfolgekrieg aus. Mehrere Fürsten erkannten Maria Theresias Erbansprüche auf die habsburgischen Erblande nicht an. Während des Krieges konnte Maria Theresia zwar ihre Rechte auf Österreich, Böhmen und Ungarn behaupten, doch wurde zunächst Karl Albrecht von Bayern zum Kaiser gewählt. Nach dessen Tod 1745 schloss Maria Theresia mit seinem Nachfolger Maximilian III. Joseph den Frieden von Füssen. Dadurch erhielt sie die Anerkennung ihrer Erbansprüche und Unterstützung für die Wahl Franz Stephans zum Kaiser. Am 13. September 1745 wurde Franz Stephan zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt und nahm den Namen Franz I. an. Die Regierung der habsburgischen Erblande überließ er weitgehend seiner politisch begabten Ehefrau. Er verfügte über gesunden Menschenverstand und kaufmännisches Geschick und unterstützte Maria Theresia bei der Verwaltung der weitläufigen und komplizierten Länder. Da das Kaiseramt nur noch begrenzte tatsächliche Macht besaß, widmete er sich dem Aufbau eines persönlichen Familienvermögens, das vom staatlichen Besitz getrennt war. Die Ehe von Franz Stephan und Maria Theresia war von tiefer gegenseitiger Zuneigung geprägt, obwohl Franz Stephan zahlreiche außereheliche Beziehungen unterhielt. Besonders bekannt wurde sein Verhältnis zu Maria Wilhelmina von Neipperg, Fürstin von Auersperg, die dreißig Jahre jünger war als er. Mit Maria Theresia hatte er sechzehn Kinder, von denen zehn das Erwachsenenalter erreichten. Zu ihnen gehörten die späteren Kaiser Joseph II. und Leopold II., Maria Karolina, die Königin von Neapel und Sizilien, Maria Amalia, die Herzogin von Parma, sowie Maria Antonia, die als Marie Antoinette Königin von Frankreich wurde. Franz Stephan interessierte sich seit seiner Jugend für die Jagd und für die Natur. In der Zeit der Aufklärung begeisterte er sich außerdem für wissenschaftliche Entdeckungen, besonders für die Astronomie, deren Förderung er am Wiener Hof unterstützte. Er sammelte Muscheln, Insekten, Mineralien, Münzen und antike Medaillen. Gemeinsam mit seiner Tochter Maria Anna trug er eine bedeutende naturkundliche Sammlung zusammen, die später den Grundstock des Naturhistorischen Museums in Wien bildete. Außerdem war er ein geschätzter Musiker, spielte besonders gern Violine, förderte Komponisten und interessierte sich für das Theater. Franz I. starb am Abend des 18. August 1765 überraschend an einem Schlaganfall in seiner Kutsche in Innsbruck. Er war dort mit der kaiserlichen Familie, darunter seinem Sohn Joseph, anlässlich der Hochzeit seines Sohnes Leopold mit Maria Ludovika von Bourbon-Spanien. Bestattet wurde er in der Kaisergruft in Wien. Joseph II. folgte ihm als Kaiser nach, während Maria Theresia die Herrschaft über die habsburgischen Erblande behielt. In der Toskana wurde Franz Stephans Sohn Peter Leopold sein Nachfolger; er begründete den toskanischen Zweig der Habsburg-Lothringer und wurde später selbst als Leopold II. Kaiser.

Quelle: Francesco I di Lorena (it, 151975719). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0