Person
Maria Karolina von Österreich
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
13.08.1752
Tod
08.09.1814

Bildnachweis
Maria Carolina of Austria (1752-1814) label QS:Len,"Portrait of female" label QS:Lde,"Bildnis Maria Karoline von Österreich, Königin von Neapel"
Angelica Kauffmann
http://www.smca.at/presse/press_formular.php?pmid=306
Bildquelle: File:Angelika Kauffmann Portrait Maria Karoline von Österreich VLM off.jpg · Lizenz: Public domain
Für die Darstellung in der Größe angepasst.
Biografie
Maria Carolina von Habsburg-Lothringen wurde am 13. August 1752 im Schloss Schönbrunn in Wien geboren. Sie war eine Tochter der österreichischen Herrscherin Maria Theresia und ihres Ehemanns Franz I. Stephan von Lothringen. In der kaiserlichen Familie trug sie den vollständigen Namen Maria Karolina Luise Josepha Johanna Antonia, wurde jedoch meist Charlotte genannt. Sie wuchs gemeinsam mit ihren Geschwistern auf und stand ihrer jüngeren Schwester Marie Antoinette besonders nahe. Beide wurden zunächst beinahe wie Zwillinge erzogen, doch Maria Theresia trennte sie 1767, weil ihr lebhaftes Verhalten der Erzieherin gegenüber als zu ungestüm galt.
Maria Carolina besaß einen entschlossenen, impulsiven und dominanten Charakter. Ihre Mutter kritisierte gelegentlich ihre Sturheit und ihren Hochmut, erkannte in ihr aber zugleich eine Tochter, die ihr temperamentmäßig besonders ähnlich war. Die Erzherzogin erhielt eine für den Hof vorgesehene umfassende Ausbildung. Sie lernte Latein, Naturwissenschaften und mehrere Fremdsprachen, hatte jedoch Schwierigkeiten mit der schriftlichen italienischen Sprache. Außerdem wurde sie in höfischen Künsten unterrichtet und zeichnete sich im Tanzen, in der Musik und im Reiten aus.
Ihr Lebensweg wurde durch die dynastische Heiratspolitik der Habsburger bestimmt. Zwei ältere Schwestern, die nacheinander mit Ferdinand IV. von Neapel und III. von Sizilien verlobt worden waren, starben an Pocken. Um das Bündnis zwischen den Habsburgern und den Bourbonen zu erhalten, wurde schließlich Maria Carolina als künftige Ehefrau des Königs ausgewählt. Sie nahm diese Entscheidung nur widerwillig an und fürchtete, dass sie dasselbe Schicksal wie ihre verstorbenen Schwestern erleiden könnte. Dennoch bereitete sie sich unter der Anleitung ihrer Mutter und ihrer Erzieherin auf ihre neue Rolle vor.
Am 7. April 1768 heiratete Maria Carolina Ferdinand per Stellvertreter in Wien. Noch am selben Tag brach sie nach Italien auf. Ihre Reise führte sie durch mehrere Städte, wo sie von Fürsten, Verwandten und kirchlichen Würdenträgern empfangen wurde. Am 12. Mai traf sie im Königreich Neapel ein und begegnete Ferdinand erstmals persönlich. Die religiöse Trauung fand im Schloss von Caserta statt. Beide Eheleute waren zunächst voneinander enttäuscht. Maria Carolina empfand ihren Mann als wenig attraktiv und geistig wenig anregend, während Ferdinand sich abfällig über ihre Erscheinung und ihr Verhalten äußerte. Auch die Verständigung war schwierig, da er vor allem Neapolitanisch sprach. Trotz dieser anfänglichen Entfremdung gewann sie mit der Zeit sein Vertrauen und zunehmend auch seinen politischen Rückhalt.
Die Ehe war außerordentlich kinderreich. Zwischen 1772 und 1793 brachte Maria Carolina achtzehn Kinder zur Welt, von denen sieben das Erwachsenenalter erreichten. Zu ihnen gehörten der spätere König Franz I. der beiden Sizilien, Maria Theresia, die mit Franz II. von Habsburg-Lothringen verheiratet wurde und später erste Kaiserin von Österreich war, sowie Maria Amalia, die spätere Königin der Franzosen. Mehrere ihrer Kinder starben bereits im Kindesalter, häufig an Krankheiten wie den Pocken.
Nach der Geburt des ersten männlichen Erben 1775 erhielt Maria Carolina das Recht, an den Sitzungen des Staatsrats teilzunehmen. Damit begann ihr rascher Aufstieg zu einer der einflussreichsten Personen des Königreichs. 1777 wurde der langjährige Regierungschef Bernardo Tanucci entlassen, und die Königin gewann erheblichen Einfluss auf die Entscheidungen ihres Mannes. In der ersten Phase ihrer politischen Tätigkeit unterstützte sie Reformen im Geist des aufgeklärten Absolutismus. Sie setzte sich für Verwaltungsverbesserungen, kulturelle Förderung und eine größere Eigenständigkeit Neapels gegenüber Spanien ein.
Besonders hervorzuheben ist das Statut von San Leucio, das die Organisation einer von den Bourbonen gegründeten Manufaktursiedlung bei Caserta regelte. Es gewährte Männern und Frauen weitgehende rechtliche Gleichheit bei Bildung, Entlohnung, Erbfolge und der Wahl des Ehepartners. Der Hof von Neapel entwickelte sich zugleich zu einem Treffpunkt für Gelehrte, Künstler und Diplomaten. Maria Carolina pflegte enge Beziehungen zum britischen diplomatischen Umfeld und freundete sich mit Emma Hamilton, der Ehefrau des britischen Botschafters William Hamilton, an. Diese Verbindung stärkte die politischen Beziehungen zwischen Neapel und Großbritannien.
Die Französische Revolution veränderte Maria Carolinas Haltung grundlegend. Zu Beginn soll sie einzelnen Forderungen der Revolutionäre noch mit Verständnis begegnet sein. Die Hinrichtung Ludwigs XVI. und insbesondere die Exekution ihrer Schwester Marie Antoinette im Jahr 1793 machten sie jedoch zu einer überzeugten Gegnerin der revolutionären Bewegungen. Sie wandte sich von den zuvor geförderten aufklärerischen Kreisen ab, unterstützte eine harte Verfolgung jakobinischer Sympathisanten und ließ 1794 nach der Aufdeckung einer Verschwörung die Freimaurerei im Königreich unterdrücken. Gemeinsam mit Minister John Acton stärkte sie die Zusammenarbeit mit Großbritannien und Österreich und bereitete das Königreich militärisch auf einen französischen Angriff vor.
Nach Napoleons Siegen in Italien musste Neapel 1796 einen für Frankreich günstigen Friedensvertrag akzeptieren. 1798 schloss Maria Carolina heimlich ein Verteidigungsbündnis mit Österreich. Nach dem britischen Seesieg am Nil trat das Königreich der Zweiten Koalition gegen Frankreich bei. Der darauf folgende französische Angriff zwang Ferdinand und Maria Carolina im Januar 1799 zur Flucht nach Sizilien. In Neapel wurde die von Frankreich unterstützte Parthenopäische Republik ausgerufen. Sie führte einige Reformen nach französischem Vorbild ein, bestand aber nur wenige Monate. Im Juni 1799 eroberten bourbonische Truppen unter Kardinal Fabrizio Ruffo die Stadt zurück. Danach begann eine umfassende Bestrafung der Republikaner; zahlreiche führende Vertreter wurden hingerichtet. Zu den Opfern gehörte Eleonora Pimentel Fonseca, die zuvor unter Maria Carolinas Schutz gestanden hatte.
1800 reiste die Königin mit drei unverheirateten Töchtern und ihrem jüngsten Sohn Leopold nach Wien. Dort widmete sie sich vor allem dynastischen Heiratsplänen und pflegte enge Kontakte zur kaiserlichen Familie. 1802 kehrte sie nach Neapel zurück, behielt aber ihren großen politischen Einfluss. Die französische Vorherrschaft in Europa bedrohte die bourbonische Monarchie erneut. Nach Napoleons Sieg bei Austerlitz marschierten französische Truppen 1806 in Neapel ein. Ferdinand und seine Familie flohen abermals nach Sizilien, während Napoleon zunächst Joseph Bonaparte und später Joachim Murat als Könige einsetzte.
Während des zweiten sizilianischen Exils hing die bourbonische Herrschaft stark von britischer militärischer und finanzieller Unterstützung ab. Maria Carolina geriet jedoch zunehmend in Konflikt mit dem britischen Einfluss auf die Politik Siziliens. 1813 übertrug Ferdinand die Regierung seinem Sohn Franz, wodurch die politische Macht der Königin endgültig schwand. Sie kehrte nach Wien zurück und setzte sich dort für die Wiederherstellung ihres Mannes auf dem neapolitanischen Thron ein. Dabei geriet sie gelegentlich mit dem österreichischen Kaiser Franz I. und dessen Kanzler Metternich aneinander.
Maria Carolina starb am 8. September 1814 im Schloss Hetzendorf bei Wien, vermutlich an einem Schlaganfall. Sie erlebte weder Napoleons endgültige Niederlage noch die durch den Wiener Kongress bestätigte Rückkehr ihres Mannes auf den Thron. Bestattet wurde sie in der Kapuzinergruft in Wien, der traditionellen Begräbnisstätte der Habsburger.
Quelle: Maria Carolina d'Asburgo-Lorena (it, 152077823). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
Eltern
Kinder
- Carlo di Borbone, Principe delle Due Sicilie
- Carlo von Neapel-Sizilien
- Christina von Neapel-Sizilien
- Franz I.
- Gennaro Carlo of Naples and Sicily
- Leopold von Neapel-Sizilien
- Luisa Maria von Neapel-Sizilien
- Maria Amalia von Neapel-Sizilien
- Maria Anna von Neapel-Sizilien
- Maria Antonia von Neapel-Sizilien
- Maria Christina von Neapel-Sizilien
- Maria Clotilde of Naples and Sicily
- Maria Henrietta of Naples and Sicily
- Maria Isabelle of Naples and Sicily
- Maria Theresia von Neapel-Sizilien
- Prince Alberto of Naples and Sicily
- Prince Giuseppe of Naples and Sicily
- unnamed child di Borbone