Person
Maria Anna von Österreich
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
06.10.1738
Tod
19.11.1789

Bildnachweis
German: Maria Anna, Erzherzogin von Österreich Portrait of Archduchess Maria Anna of Austria title QS:P1476,de:"Maria Anna, Erzherzogin von Österreich " label QS:Lde,"Maria Anna, Erzherzogin von Österreich " label QS:Len,"Portrait of Archduchess Maria Anna of Austria"
Natale Schiavoni
https://onb.digital/result/10BE5300
Bildquelle: File:Maria Anna d'Austria.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Maria Anna Josefa Antonia von Habsburg-Lothringen wurde am 6. Oktober 1738 in Wien als Tochter von Kaiser Franz Stephan von Lothringen und Maria Theresia geboren. Sie war das zweitälteste der sechzehn Kinder des kaiserlichen Paares. Nachdem ihre ältere Schwester Maria Elisabeth bereits im Kindesalter gestorben war, galt Maria Anna bis zur Geburt ihres Bruders Joseph im Jahr 1741 als ältestes lebendes Kind und damit als mögliche Thronerbin. In der Familie wurde sie meist Marianna genannt.
Wie ihre Schwestern wurde sie von Gouvernanten erzogen. Schon früh zeigte sie außergewöhnliche Begabungen in der Musik, im Zeichnen und in der Malerei. Sie tanzte ausgezeichnet und besaß eine schöne Sopranstimme. Außerdem verfügte sie über ein gutes Gedächtnis, scharfe Logik, Humor und Selbstironie. In den Geisteswissenschaften konnte sie sich dagegen weniger vertiefen, und auch ihre Sprachkenntnisse galten als eher mäßig. Innerhalb der Familie stand sie häufig im Schatten ihrer Geschwister. Maria Theresia bevorzugte ihren Sohn Joseph, den späteren Thronfolger, während andere Töchter wegen ihrer Schönheit oder der besonderen Zuneigung der Mutter größere Aufmerksamkeit erhielten. Besonders mit ihrer Schwester Maria Christina kam es im Laufe ihres Lebens immer wieder zu Konflikten. Maria Anna empfand diese Zurücksetzung bereits als Kind und bemühte sich oft darum, die Aufmerksamkeit ihrer Mutter zu gewinnen.
Maria Anna war gesundheitlich empfindlich. 1757 erkrankte sie im Alter von neunzehn Jahren im schlecht beheizten und zugigen Wiener Hofburg schwer an einer Lungenentzündung. Ihr Zustand war zeitweise so kritisch, dass ihr die letzte Ölung erteilt wurde. Sie überlebte, trug jedoch eine Knochentuberkulose davon. Ihre Wirbelsäule verkrümmte sich, und bis zu ihrem Lebensende litt sie unter erheblichen Atembeschwerden. Die körperliche Behinderung machte sie einsam; selbst von Verwandten und Geschwistern musste sie Spott ertragen. Eine standesgemäße Heirat erschien dadurch kaum noch möglich, und sie blieb unverheiratet und kinderlos.
Nach ihrer Genesung entwickelte sich zwischen Maria Anna und ihrem Vater eine besonders enge Beziehung. Franz Stephan begegnete ihr mit großer Zuneigung und bezog sie in seine naturwissenschaftlichen Lektüren und Forschungen ein. Dadurch erwachte ihr starkes Interesse an Mineralien, Gesteinen und Münzen. Als sie 1765 mit ihren Eltern und Geschwistern zur Hochzeit ihres Bruders Peter Leopold nach Innsbruck reiste, besuchte sie unterwegs das Kloster der Elisabethinen in Klagenfurt. Die Begegnung mit den Nonnen prägte ihr weiteres Leben. Sie fühlte sich zu einer Gemeinschaft hingezogen, in der äußere Erscheinung keine entscheidende Rolle spielte und sie vor den Demütigungen wegen ihrer körperlichen Gestalt geschützt wäre.
Am 5. August 1765 heiratete Peter Leopold in Innsbruck die spanische Infantin Maria Ludovika aus dem Haus Bourbon. Nur wenige Tage später, am 18. August, starb Franz Stephan dort an einem Schlaganfall. Maria Anna, die ihrem Vater besonders verbunden gewesen war, verlor damit ihren wichtigsten Vertrauten.
Am 2. Februar 1766 ernannte Maria Theresia ihre Tochter zur Äbtissin des von ihr gegründeten adeligen Damenstifts St. Teresa auf dem Prager Hradschin. Dieses Amt war mit einem hohen Einkommen und nur gelegentlichen offiziellen Pflichten verbunden; die Äbtissin nahm in Böhmen den zweithöchsten Rang nach dem Kanzler ein. Maria Anna übernahm die Aufgaben jedoch nie persönlich. Das jährliche Einkommen von 20.000 Gulden sicherte ihr dennoch ihre finanzielle Unabhängigkeit. Gegen den Willen ihrer Mutter beschloss sie, nach Klagenfurt zu ziehen. Der Wiener Hofbaumeister Nikolaus Pacassi errichtete dort in unmittelbarer Nähe des Elisabethinenklosters einen kleinen Palast für sie. Das Gebäude wurde 1776 fertiggestellt, doch Maria Theresia erlaubte ihrer Tochter erst nach ihrem eigenen Tod, Wien dauerhaft zu verlassen.
Während der langen Wartezeit ordnete Maria Anna die umfangreiche naturwissenschaftliche Sammlung, die sie von ihrem Vater geerbt hatte. Diese Sammlung bildete später eine Grundlage für die Bestände des Wiener Naturhistorischen Museums. Sie legte außerdem eine eigene Sammlung von Mineralien und Insekten an und wurde dabei von dem Geologen Ignaz Born unterstützt. Auch die Münzsammlung ihres Vaters erweiterte sie. 1782 veröffentlichte sie ein aufwendig gestaltetes Fachbuch über die unter Maria Theresia geprägten Gedenkmünzen. Ihre Aquarelle und Zeichnungen fanden Anerkennung in der Kunstwelt. Sie wurde Mitglied der Wiener Akademie der bildenden Künste und außerdem in die Florentiner Kunstakademie gewählt.
Nach dem Tod Maria Theresias am 29. November 1780 zog Maria Anna vier Monate später endgültig in ihren Klagenfurter Palast. Die Elisabethinen empfingen sie freundschaftlich, und mit der Äbtissin Xaveria Gasser verband sie eine enge Freundschaft. Maria Anna unterstützte das Kloster großzügig, sodass dessen Krankenhaus erheblich erweitert werden konnte. Ihr eigener Arzt behandelte auch die Patienten des öffentlichen Krankenhauses. Durch Spenden und karitative Tätigkeiten engagierte sie sich zudem für die Bevölkerung Klagenfurts.
In Klagenfurt versammelte sie einen großen Kreis aus Nonnen, Künstlern, Gelehrten und hochrangigen Persönlichkeiten um sich. Viele ihrer Bekannten gehörten Freimaurerlogen an. 1783 wurde in der Stadt die Loge „Zur wohltätigen Marianna“ gegründet, die nach ihr benannt war. Ihr wissenschaftliches Interesse blieb ungebrochen; später wandte sie sich auch der Archäologie zu. Die Ausgrabungen in der Umgebung des Zollfelds unterstützte sie mit 30.000 Gulden und beteiligte sich sogar selbst an den Arbeiten.
Im Winter 1788 verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand zunehmend. Die Atemnot nahm zu, und schließlich konnte sie sich nur noch im Rollstuhl fortbewegen. Maria Anna starb am 19. November 1789 in Klagenfurt im Kreis ihrer engsten Freunde. Ihr gesamtes Privatvermögen von mehr als 150.000 Gulden vermachte sie dem dortigen Elisabethinenkloster. Ihr Bruder, Kaiser Joseph II., erließ dem Kloster die Erbschaftssteuer. Maria Annas Klagenfurter Palast steht bis heute; nach ihrem Tod wurde er zum Sitz des Gurker Bistums.
Quelle: Habsburg–Lotaringiai Mária Anna főhercegnő (hu, 28951530). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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