
Bildnachweis
Portrait of Leopold I, Duke of Lorraine label QS:Lfr,"Portrait en pied de Léopold Ier Duc de Lorraine" label QS:Len,"Portrait of Leopold I, Duke of Lorraine"
Nicolas-Philippe Dupuy
Self-photographed , Caroline Léna Becker
Bildquelle: File:Portrait en pied de Léopold Ier Duc de Lorraine.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Leopold Joseph Karl, Herzog von Lothringen und Bar, wurde am 11. September 1679 in Innsbruck geboren. Er entstammte dem vaudémontischen Zweig des Hauses Lothringen und war ein Enkel Herzog Nikolaus Franz’, der 1635 aus Lothringen vertrieben worden war. Sein Vater war Karl V. von Lothringen, kaiserlicher Feldmarschall und einer der bedeutenden Heerführer des Kampfes gegen die Osmanen. Seine Mutter Eleonore Maria Josefa von Habsburg war eine Schwester Kaiser Leopolds I. und Witwe des polnischen Königs Michael Korybut Wiśniowiecki. Leopold wuchs mit seinen Geschwistern in Innsbruck auf, während seine Eltern im Habsburgerreich lebten, da Lothringen und Bar seit Jahrzehnten von Frankreich besetzt waren.
Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1690 wurde der damals elfjährige Leopold unter dem Namen Leopold I. zum nominellen Herzog von Lothringen und Bar erklärt. Seine verwitwete Mutter übernahm die Regentschaft. Kaiser Leopold I., zugleich sein Onkel und Taufpate, ließ den jungen Herzog nach Wien kommen und bestimmte ihn für eine militärische Laufbahn. Leopold wurde in den Orden vom Goldenen Vlies aufgenommen und gemeinsam mit den kaiserlichen Erzherzögen Joseph und Karl ausgebildet. Mit seinen Cousins verband ihn eine enge Freundschaft; beide wurden später nacheinander römisch-deutsche Kaiser.
Als Offizier der kaiserlichen Armee nahm Leopold an den Türkenkriegen im Königreich Ungarn teil. 1694 kämpfte er unter Marschall Veterani bei der erfolglosen Belagerung von Temeswar. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg erhielt er außerdem ein Kommando bei den österreichischen Truppen am Rhein. Während der Friedensverhandlungen von Rijswijk im Jahr 1697 wurde die Rückgabe Lothringens und Bars an ihren rechtmäßigen Herrscher vereinbart. Frankreich hatte die Herzogtümer einst besetzt, und König Ludwig XIV. stimmte ihrer Rückgabe unter anderem zu, weil er seine politischen Ziele in Spanien voranbringen wollte. Leopold, inzwischen achtzehn Jahre alt, erhielt damit seine Erblande zurück. Wenige Wochen später starb seine Mutter, die sich zeitlebens für die Wiederherstellung seiner Herrschaft eingesetzt hatte.
Ludwig XIV. wollte seinen Einfluss auf die beiden Herzogtümer dennoch bewahren und verlangte deshalb die Heirat Leopolds mit seiner Nichte Élisabeth Charlotte d’Orléans. Die Ehe wurde am 13. Oktober 1698 in Fontainebleau geschlossen. Élisabeth Charlotte war eine Enkelin König Ludwigs XIII. und stammte aus dem Haus Bourbon-Orléans. Trotz ihres dynastischen Ursprungs entwickelte sich die Verbindung zu einer engen persönlichen Beziehung. Das Paar hatte dreizehn Kinder, von denen jedoch nur fünf das Erwachsenenalter erreichten. Zu ihnen gehörten Franz Stephan, der spätere Herzog von Lothringen, Großherzog der Toskana und römisch-deutsche Kaiser Franz I., sowie Elisabeth Therese, Karl Alexander Emanuel und Anna Charlotte. Franz Stephan heiratete später Maria Theresia und begründete mit ihr das Haus Habsburg-Lothringen. Leopold hatte außerdem eine langjährige Beziehung mit Anne-Marguerite de Lignéville, einer verheirateten adligen Hofdame, ohne deshalb den Kontakt zu seiner Frau abzubrechen.
Leopold betrat am 17. August 1698 erstmals das Land seiner Vorfahren. Er stand vor der Aufgabe, ein durch Kriege und Besatzung schwer geschädigtes Land wieder aufzubauen. Lothringen war zwar ein Lehen des Heiligen Römischen Reiches, lag jedoch unmittelbar neben dem mächtigen Frankreich. Ein früher Versuch, die Herzogtümer gegen das Herzogtum Mailand einzutauschen, scheiterte am Widerstand seiner Untertanen, die darin einen Verrat an ihrer Heimat sahen. Danach setzte Leopold auf Neutralität und hielt sein Land möglichst aus den europäischen Kriegen heraus.
Im Inneren stärkte er die zentrale Regierungsgewalt und orientierte sich teilweise am französischen Verwaltungsmodell. Er setzte vier Staatsminister ein, teilte seine Länder in siebzehn Verwaltungsbezirke und achtundfünfzig Propsteien und reformierte die Finanzverwaltung. Um die durch die Kriege dezimierte Bevölkerung zu vergrößern, förderte er die Einwanderung. Dörfer und Verkehrswege wurden wiederaufgebaut, die Sicherheit des Reisens verbessert und eigens eine Verwaltung für Brücken- und Straßenbau geschaffen. Das 1703 erlassene Gesetzbuch Code Léopold regelte unter anderem das Verhältnis zwischen Regierung und Geistlichkeit. Weil es die kirchlichen Interessen und den Einfluss Roms einschränkte, verschlechterten sich die Beziehungen zu Papst Clemens XI.
Mit Beginn des Spanischen Erbfolgekriegs besetzte Ludwig XIV. 1702 erneut Lothringen und Bar sowie die Residenzstadt Nancy. Da Leopold nicht in einer von fremden Truppen kontrollierten Hauptstadt leben wollte, ließ er zwischen 1703 und 1720 auf eigene Kosten das alte Schloss von Lunéville erweitern. Unter mehreren Architekten entstand ein prächtiger Sitz, der bald als „Versailles Lothringens“ bezeichnet wurde. 1719 kaufte Leopold die Besitzungen seines Cousins Charles Henri de Lorraine-Vaudémont sowie die Grafschaft Ligny-en-Barrois und verringerte damit die Zersplitterung seines Herrschaftsgebiets. Gegen Ende seiner Regierungszeit waren Lothringen und Bar wieder wohlhabende und vergleichsweise sichere Staaten.
Nach dem Tod Ludwigs XIV. im Jahr 1715 verbesserten sich die Beziehungen zu Frankreich zunächst. Der Regent Philipp von Orléans, der Bruder von Leopolds Frau, pflegte ein gutes Verhältnis zu seinem Schwager. Politische Spannungen blieben jedoch bestehen. Leopolds Plan, in Nancy ein eigenständiges lothringisches Bistum zu schaffen, wurde von Frankreich verhindert. Daraufhin suchte er stärker die Unterstützung Kaiser Karls VI. 1721 schickte er seinen ältesten überlebenden Sohn Leopold Clemens nach Wien, damit dieser um die Hand Maria Theresias werbe. Der junge Prinz starb jedoch 1723 an den Pocken. Im selben Jahr verlor Leopold auch seinen französischen Verbündeten Philipp von Orléans. Nun sollte Franz Stephan die Verbindung zu Maria Theresia anbahnen; die Hochzeit wurde vom Kaiser aus politischen Gründen zunächst mehrfach verschoben.
Leopold starb am 27. März 1729 im Alter von 49 Jahren in Lunéville, nachdem er bei der Besichtigung eines im Bau befindlichen Schlosses gestürzt oder infolge eines Fieberanfalls zusammengebrochen war. Seine Untertanen, die ihn wegen seiner langen Friedens- und Aufbaupolitik schätzten, trauerten aufrichtig um ihn. Sein Sohn Franz Stephan erbte die Herzogtümer, musste Lothringen jedoch 1735 im Rahmen einer politischen Einigung an Frankreich abtreten. Als Ausgleich erhielt er die Möglichkeit, Maria Theresia zu heiraten, und bekam später das Großherzogtum Toskana. Leopolds Witwe musste Lothringen verlassen. Nach dem Tod des polnischen Königs Stanislaus Leszczynski fiel das Land schließlich an Frankreich. In Nancy erinnert bis heute der Cours Léopold an den Herzog.
Quelle: I. Lipót lotaringiai herceg (hu, 29062343). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
Eltern
Kinder
- Anna Charlotte von Lothringen
- Eleanor de Lorraine
- Élisabeth Charlotte de Lorraine
- Elisabeth Therese von Lothringen
- Franz I. Stephan
- Gabriele Louise de Lorraine
- Josepha Gabriele de Lorraine
- Karl Alexander von Lothringen
- Leopold Clemens Karl von Lothringen
- Leopold de Lorraine
- Louis of Lorraine
- Louise Christine de Lorraine
- Marie Gabriele Charlotte de Lorraine