Person

Maria Christina von Österreich

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Geburt

  1. 13.05.1742

Tod

  1. 24.06.1798

Porträt von Maria Christina von Österreich
Bildnachweis

Portrait of Archduchess Maria Christina (1742-1798), Duchess of Teschen label QS:Len,"Portrait of Archduchess Maria Christina (1742-1798), Duchess of Teschen" label QS:Lde,"Erzherzogin Maria Christine (1742-1798)"

Marcello Bacciarelli

Self-photographed

Bildquelle: File:Bacciarelli Marie Christine 1766.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Maria Christina von Österreich, auch Marie Christine genannt, wurde am 13. Mai 1742 in Wien als fünftes Kind von Kaiser Franz I. Stephan und Maria Theresia geboren. Sie wuchs am Wiener Hof als besonders geliebte Tochter ihrer Mutter auf und wurde innerhalb der Familie meist „Marie“ oder „Mimi“ genannt. Die Bevorzugung durch Maria Theresia führte allerdings zu Spannungen mit ihren Geschwistern, die ihre herausgehobene Stellung missbilligten. Auch mit ihrer ersten Erzieherin verstand sie sich schlecht; erst der Wechsel zu Gräfin Maria Anna Vasquez brachte eine dauerhafte Verbesserung. Maria Christina erhielt eine sorgfältige Ausbildung, lernte mehrere Sprachen und beherrschte besonders Italienisch und Französisch. Schon früh zeigte sie zudem ein ausgeprägtes künstlerisches Talent. Sie zeichnete und malte Porträts ihrer Angehörigen, Selbstbildnisse und Kopien nach holländischen und französischen Meistern. Ihre Arbeiten wurden teilweise im Schloss Schönbrunn ausgestellt. In ihrer Jugend hatte Maria Christina eine kurze Beziehung zu Ludwig Eugen von Württemberg, doch kam eine Heirat mit ihm aus dynastischen Gründen nicht infrage. Eine bedeutendere Verbindung entstand zu Prinz Albert von Sachsen, den sie Anfang 1760 am Wiener Hof kennenlernte. In den folgenden Jahren entwickelte sich zwischen beiden eine enge und schließlich erwiderte Zuneigung. Albert galt jedoch als politisch wenig einflussreich und finanziell nicht besonders gut gestellt, weshalb er zunächst kaum an eine Ehe mit der Tochter der Kaiserin glauben konnte. Maria Christina besaß großen Einfluss auf ihre Mutter, die die Verbindung unterstützte, sie aber wegen anderer Heiratspläne und aus Rücksicht auf den Kaiser zunächst geheim halten wollte. Nach dem plötzlichen Tod Franz I. Stephans im August 1765 standen den Heiratsplänen keine entscheidenden Hindernisse mehr entgegen. Maria Theresia sorgte dafür, dass das Paar finanziell und gesellschaftlich angemessen ausgestattet wurde. Albert wurde zum Feldmarschall und Statthalter von Ungarn ernannt, während Maria Christina als Mitgift unter anderem das Herzogtum Teschen und weitere Besitzungen erhielt. Dadurch wurde Albert zum Herzog von Sachsen-Teschen. Die umfangreichen Vorbereitungen und das bedeutende Heiratsgut erregten den Neid der Geschwister. Am 2. April 1766 verlobten sich Maria Christina und Albert, am 8. April heirateten sie in der Kapelle von Schloss Hof. Anschließend lebten sie überwiegend in Preßburg, wo sie einen glänzenden Hof führten und ein offenbar harmonisches Eheleben genossen. Maria Christina wurde von ihren Schwestern, denen politische Zwangsehen nicht erspart geblieben waren, dennoch weiterhin distanziert behandelt. Das Paar hatte nur ein Kind. Die Tochter Christina wurde im Mai 1767 geboren, starb jedoch bereits einen Tag später. Maria Christina erkrankte am Kindbettfieber, Albert an den Pocken; beide konnten sich wieder erholen. Wegen der schweren Geburt blieb Maria Christina kinderlos. 1790 ließ sie sich deshalb von ihrem Bruder, Kaiser Leopold II., dessen Sohn Erzherzog Karl zur Adoption überlassen. Der spätere militärische Sieger von Aspern wurde damit zum vorgesehenen Erben des Herzogspaares. Maria Christina gewann in Preßburg bald die Sympathie des ungarischen Adels und der Bevölkerung. Gemeinsam mit Albert teilte sie die Leidenschaft für Kunst und Zeichnung. Albert begann dort, mit ihrer Unterstützung eine bedeutende Sammlung von Zeichnungen und Kupferstichen aufzubauen, aus der später der Kernbestand der Albertina hervorging. 1773 wurde Maria Christina wegen ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten in der Malerei zum Ehrenmitglied der Accademia di San Luca ernannt. Von Ende 1775 bis Mitte 1776 reiste sie mit Albert durch Italien. Das Paar besuchte ihre Geschwister in Florenz, Neapel, Parma und Mailand und traf außerdem Papst Pius VI. In diesen Jahren zeigten sich jedoch bereits gesundheitliche Probleme und eine zunehmende Neigung zur Schwermut. Nach dem Tod ihres Onkels Karl von Lothringen sollten Maria Christina und Albert die Statthalterschaft in den Österreichischen Niederlanden übernehmen. Maria Theresia starb jedoch noch während der Reisevorbereitungen, und Maria Christinas Bruder Joseph II. wurde alleiniger Herrscher. Er bestätigte zwar die Ernennung des Paares, kürzte aber dessen Einkünfte und wollte seine Schwester zugleich aus Wien entfernen. Im Juni 1781 reisten Maria Christina und Albert nach Brüssel, wo sie im Palais Nassau residierten. Ihre politische Rolle blieb im Wesentlichen repräsentativ, da Joseph II. die Entscheidungen selbst traf und von ihnen lediglich die Bestätigung seiner Verfügungen erwartete. Josephs umfassende Reformen stießen in den Niederlanden auf wachsenden Widerstand. Seine Eingriffe in Verwaltung, Gerichtswesen und kirchliche Strukturen verschärften die Spannungen zwischen den traditionellen Eliten und reformorientierten Kräften. 1787 kam es in Brüssel zu einer Revolte, woraufhin Maria Christina und Albert einige kaiserliche Maßnahmen zurücknahmen und dafür zunächst von der Bevölkerung gefeiert wurden. Joseph II. missbilligte jedoch ihre Nachgiebigkeit. Trotz wiederholter Warnungen Maria Christinas blieb die Lage angespannt. Die Brabanter Revolution zwang das Paar im November 1789 zur Flucht. Die österreichischen Niederlande erklärten sich daraufhin als Vereinigte Staaten von Belgien unabhängig. Nach Josephs Tod 1790 und der Rückeroberung Brüssels durch österreichische Truppen kehrten Maria Christina und Albert im Juni 1791 als Statthalter zurück. Maria Christina trat nun autoritärer auf, während Leopold II. eine vorsichtigere Politik verfolgte. Nach seinem Tod im März 1792 regierte das Paar im Namen ihres Neffen Franz II. Noch im selben Jahr drangen französische Revolutionstruppen in die Niederlande ein. Nach der österreichischen Niederlage bei Jemappes mussten Maria Christina und Albert im November 1792 erneut fliehen. Einen großen Teil ihrer Kunstsammlung konnten sie retten, doch ging eines der Transportschiffe in einem Orkan unter. Nach Aufenthalten in Münster, Dresden und anderen Städten zog das Paar dauerhaft nach Wien. Albert widmete sich dort vor allem seinen Kunstsammlungen. Maria Christina war inzwischen schwer krank und litt unter einer Magenleiden sowie zunehmender Melancholie. Nach einer kurzen Besserung während einer Badekur in Teplitz verschlechterte sich ihr Zustand erneut. Sie starb am 24. Juni 1798 in Wien im Alter von 56 Jahren. In einem Abschiedsbrief versicherte sie Albert ihre lebenslange Liebe. Ihre sterblichen Überreste wurden nach habsburgischer Tradition getrennt in den drei Wiener Begräbnisstätten bestattet. Albert ließ ihr in der Augustinerkirche ein monumentales Grabmal von Antonio Canova errichten, das mit seinem klassizistischen Stil und allegorischen Darstellungen an ihre gemeinsame Beziehung erinnert. Ihr Andenken lebt außerdem in Ortsnamen wie der Christinengasse in Wien und dem Budapester Stadtviertel Krisztinaváros fort.

Quelle: Maria Christina von Österreich (1742–1798) (de, 268519880). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0