Person

Anna von Böhmen und Ungarn

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Geburt

  1. 23.07.1503

Tod

  1. 27.01.1547

Porträt von Anna von Böhmen und Ungarn
Bildnachweis

Queen Anne of Bohemia and of Hungary label QS:Ltr,"Anna, Bohemya ve Macaristan Kraliçesi" label QS:Lhu,"Jagelló Anna, kb. 1520." label QS:Lsv,"Anna av Böhmen och Ungern." label QS:Lpl,"Anna Jagiellonka, żona Ferdynanda I." label QS:Lbs,"Ferdinandova supruga, Ana Jagelonka, umrla je tri dana poslije poroda svog petnaestog i posljednjeg djeteta, u 43. godini života." label QS:Lnl,"Anna van Bohemen" label QS:Lit,"Anna Jagellone, madre di Giovanni" label QS:Lde,"Anna Jagiello, Königin von Ungarn und Böhmen" label QS:Les,"Ana Jagellón" label QS:Len,"Queen Anne of Bohemia and of Hungary" label QS:Lsh,"Malerov Portret Kraljice Ane Mađarske" label QS:Lcs,"Anna Jagellonská, manželka Ferdinanda Habsburského, který díky jejím dědickým nárokům získal vládu ve vedlejších zemích Koruny české." label QS:Lsr,"Ана Јагелонска."

Hans Maler zu Schwaz

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Bildquelle: File:Annajagiello.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Anna Jagellonica, auch Jagelló Anna genannt, wurde am 23. Juli 1503 in Buda geboren und starb am 27. Januar 1547 in Prag. Sie war eine ungarische und böhmische Königstochter, österreichische Erzherzogin sowie Königin von Ungarn, Böhmen und Deutschland. Ihre Eltern waren der ungarische und böhmische König Wladislaus II. aus dem Haus Jagiello und dessen dritte Ehefrau Anna von Foix-Candale. Ihr jüngerer Bruder war König Ludwig II. Anna entstammte einer weit verzweigten europäischen Dynastie. Über ihren Vater führte ihre Abstammung zu den Habsburgern, Luxemburg und den ungarischen Königen zurück; über ihre Mutter war sie außerdem mit den Königshäusern von Navarra, Aragón und Sizilien verbunden. Dadurch besaß sie eine bedeutende dynastische Stellung, auch wenn ihre mögliche Erbfolge in Ungarn politisch umstritten blieb. Bei ihrer Geburt erwartete der Hof eigentlich einen männlichen Thronfolger. Dennoch wurde ihre Geburt mit großer Freude aufgenommen. Sie wurde am 15. August 1503 in Buda getauft und erhielt den Namen Anna. Ihre Mutter starb bereits am 26. Juli 1506, wenige Wochen nach der Geburt ihres Sohnes Ludwig, an Kindbettfieber. Anna war damals erst drei Jahre alt. Gemeinsam mit ihrem Bruder erhielt sie später einen eigenen Hofstaat, der aus ehemaligen Bediensteten ihrer Mutter zusammengestellt wurde. Sie wurde in mehreren Sprachen unterrichtet und sprach Ungarisch, Tschechisch, Latein und Deutsch. Ihre Erziehung war von Beginn an eng mit den politischen Interessen der europäischen Fürstenhäuser verbunden. Schon als Kleinkind wurde Anna als mögliche Ehepartnerin verschiedener Männer betrachtet. Ein Heiratsantrag des jungen Johann Zápolya wurde 1505 abgelehnt, weil der ungarische Hof weiterhin auf einen männlichen Erben hoffte. Zeitweise war auch der Palatin Imre Perényi als künftiger Ehemann vorgesehen. Schließlich setzte sich jedoch eine Verbindung mit dem Haus Habsburg durch. 1506 vereinbarten die Jagiellonen und Habsburger eine doppelte Heirat: Anna sollte Ferdinand, den Enkel Kaiser Maximilians I., heiraten, während ihr Bruder Ludwig Ferdinands Schwester Maria heiraten sollte. Diese Verbindung sollte die dynastischen Ansprüche der Habsburger in Ungarn und Böhmen stärken und zugleich die Nachfolge in beiden Häusern sichern. Die Vereinbarung wurde 1515 beim großen habsburgisch-jagiellonischen Treffen in Wien bestätigt. Am 22. Juli fand die feierliche Verlobung statt. Anna kehrte danach nicht mehr dauerhaft nach Ungarn zurück, sondern blieb in Österreich. Zwischen 1517 und 1521 lebte sie in Innsbruck und wurde dort gemeinsam mit ihrer künftigen Schwägerin Maria erzogen. Nachdem mehrere politische Möglichkeiten geprüft worden waren, tauschte Anna am 11. Dezember 1520 in Innsbruck mit Ferdinand die Ringe. Am 26. Mai 1521 heiratete sie ihn in Linz. Ferdinand wurde später als Ferdinand I. König von Ungarn und Böhmen sowie Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Ferdinand band seine Frau bald eng in die Regierung ein. Gemeinsam mit dem Humanisten Pietro Bonomo machte er sie zu einer führenden Persönlichkeit seines Hofrates. 1523 besuchte Anna als österreichische Erzherzogin ihre Heimat. In Sopron und Wiener Neustadt traf sie mit ihrem Bruder Ludwig, ihrem Ehemann Ferdinand und ihrer Schwägerin Maria zusammen. Bei diesen Gesprächen wurden auch ihre finanziellen Ansprüche behandelt. Ungarische und polnische Vertreter verlangten, dass die ihr zugesagte Mitgift und die ihr zustehenden Besitzungen endlich geregelt würden. Nach dem Tod Ludwigs II. in der Schlacht bei Mohács im Jahr 1526 entstand in Ungarn ein schwerer Thronstreit. Ein Teil des Adels wählte Johann Zápolya zum König, weil er keinen ausländischen Herrscher anerkennen wollte und sich auf einen früheren Reichstagsbeschluss berief, der eine weibliche Thronfolge beziehungsweise die Ansprüche Annas nicht anerkannte. Die ungarische Versammlung in Pressburg wählte dagegen ausschließlich Ferdinand zum König. Dabei wurde ausdrücklich erklärt, dass Ferdinand aufgrund einer freien Wahl und nicht aufgrund von Anna oder des habsburgisch-jagiellonischen Ehevertrags auf den Thron gelangt sei. Ferdinand und Anna wurden 1527 in Prag zu König und Königin von Böhmen gekrönt. Im selben Jahr folgte ihre Krönung in Ungarn. Anna erhielt am 4. November in Székesfehérvár die ungarische Königskrone, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt an Fieber erkrankt war. Als Königin versuchte sie, eigene ungarische Besitzungen und Burgen zu erhalten. Ferdinand lehnte dies jedoch weitgehend ab, weil er die frühere Gewohnheit beenden wollte, den ungarischen Königinnen umfangreiche Güter zur Sicherung ihres Lebensunterhalts zu übertragen. Während der osmanischen Belagerung Wiens 1529 floh Anna mit ihren Kindern und ihrer verwitweten Schwägerin Maria auf dem Wasserweg von Linz nach Passau. Die politische Lage in Ungarn blieb angespannt. Auch bei den Verhandlungen, die 1538 zum Frieden von Großwardein führten, versuchte die Partei Zápolyas, Anna als Vermittlerin zu gewinnen. Sie stand ihrem Mann nahe und war für ihre Besonnenheit bekannt, doch der politische Konflikt ließ sich dadurch nicht dauerhaft lösen. Anna und Ferdinand führten nach zeitgenössischer Einschätzung ein besonders enges und vorbildliches Familienleben. Sie hatten fünfzehn Kinder, von denen dreizehn das Erwachsenenalter erreichten. Zu ihnen gehörten der spätere Kaiser Maximilian II. und Ferdinand, der später Tirol regierte, ebenso mehrere Töchter, die in europäische Fürstenhäuser einheirateten, sowie Töchter, die in Klöster eintraten. Anna kümmerte sich nach dem Tod ihres Bruders auch um dessen unehelichen Sohn Johann und unterstützte ihn gemeinsam mit Ferdinand finanziell, ohne ihn offiziell als rechtmäßiges Kind anzuerkennen. 1532 verzichtete Anna zugunsten ihrer Söhne Maximilian und Ferdinand auf ihre Ansprüche auf die ungarische und böhmische Thronfolge. Sie behielt sich jedoch vor, Ungarn und Böhmen selbst zu regieren, falls sie ihren Mann überleben sollte. Dazu kam es nicht. Nach der Geburt ihres fünfzehnten Kindes, Johanna, starb Anna am 27. Januar 1547 in Prag an Kindbettfieber. Sie wurde im Veitsdom beigesetzt. Ferdinand ließ sich 1564 neben ihr bestatten. Er trauerte bis zu seinem Tod um seine Frau, trug aus Trauer einen langen Bart und ließ jeden Morgen eine Messe für sie lesen. Anna galt als fromm, wohltätig und klug. Ihr Leben war von dynastischen Heiratsplänen, den Machtkämpfen um die ungarische Krone und der Festigung der habsburgischen Herrschaft geprägt. Durch ihre Kinder wurde ihre Verbindung mit Ferdinand zu einem wichtigen Fundament der späteren habsburgischen Thronfolge in Ungarn und Böhmen.

Quelle: Jagelló Anna magyar királyné (hu, 29243362). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0