Person

Johanna von Österreich

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Geburt

  1. 24.01.1547

Tod

  1. 11.04.1578

Porträt von Johanna von Österreich
Bildnachweis

German: Erzherzogin Johanna (1547-1578), Großherzogin von Toskana, Bildnis in ganzer Figur title QS:P1476,de:"Erzherzogin Johanna (1547-1578), Großherzogin von Toskana, Bildnis in ganzer Figur " label QS:Lde,"Erzherzogin Johanna (1547-1578), Großherzogin von Toskana, Bildnis in ganzer Figur "

Francesco Terzi

Kunsthistorisches Museum Wien, Bilddatenbank .

Bildquelle: File:Francesco Terzio - Erzherzogin Johanna (1565).jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Johanna von Österreich, auch Johanna von Habsburg genannt, wurde am 24. Januar 1547 in Prag geboren und starb am 11. April 1578 in Florenz. Durch ihre Geburt war sie Erzherzogin von Österreich. Sie war die jüngste Tochter des habsburgischen Kaisers Ferdinand I. und seiner Frau Anna Jagiellonica, einer Tochter des Königs Wladislaw II. von Ungarn und Böhmen. Zu ihren Geschwistern gehörte der spätere Kaiser Maximilian II. Ihre Ehe wurde vor allem aus politischen Gründen arrangiert. Johannas Eltern vereinbarten ihre Verbindung mit Francesco de’ Medici, dem Erben der toskanischen Medici-Dynastie. Für die Medici war die Heirat von großer Bedeutung, da die Familie erst seit kurzer Zeit zu den bedeutenden europäischen Adelsgeschlechtern zählte und durch die Verbindung mit den Habsburgern ihr Ansehen weiter steigern konnte. Johanna folgte damit den Plänen ihrer Eltern und verließ ihre habsburgische Heimat, um in Florenz die Frau des künftigen Herrschers der Toskana zu werden. 1565 wurde sie in Florenz mit großem Aufwand empfangen. Zu ihren Ehren entstanden umfangreiche künstlerische und architektonische Inszenierungen, darunter Fresken im Palazzo Vecchio, im Salone dei Cinquecento und im Vasari-Korridor sowie die Fontana del Nettuno. Am Tag der Hochzeit, dem 18. Dezember 1565, zog Johanna durch die Porta al Prato in die Stadt ein. Giorgio Vasari und Vincenzo Borghini entwarfen die Festdekorationen, unterstützt von Giovanni Caccini. In Borgo Ognissanti standen Statuen, die die Toskana und Österreich darstellten. Häuser mit weniger repräsentativen Fassaden wurden mit bemalten Tafeln verkleidet; auf der heutigen Piazza Goldoni wurden Bögen und Statuen mit allegorischen Darstellungen der Ehegottheit Hymen und glückverheißenden Symbolen aufgestellt. Die Ehe zwischen Johanna und Francesco erwies sich jedoch als unglücklich. Sie verdeutlichte, wie weit staatspolitische Interessen und persönliche Zuneigung auseinanderliegen konnten. Francesco war ein unruhiger, stark an geistigen und wissenschaftlichen Fragen, an okkulten Wissenschaften und an der Kunst interessierter Mann. Seine Frau hielt er offenbar für wenig gebildet und nicht besonders elegant. Zudem litt Johanna an einer Wirbelsäulenverformung, die ihr Erscheinungsbild beeinträchtigte. Bald begann Francesco eine geheime Beziehung mit Bianca Cappello, einer venezianischen Adligen. Die Verbindung blieb nicht lange verborgen und wurde zunehmend offen gelebt, obwohl auch Bianca verheiratet war. Die Affäre erregte in den europäischen Höfen großes Aufsehen. Johanna war gegenüber ihrer Rivalin zusätzlich benachteiligt, weil sie mehrere Töchter zur Welt brachte, die nach dem dynastischen Recht von der Nachfolge im Großherzogtum ausgeschlossen waren. Insgesamt gebar sie sechs Töchter; nur zwei von ihnen erreichten das Erwachsenenalter. Johanna scheint weniger unter der Untreue ihres Mannes als unter der Missachtung ihres fürstlichen Ranges gelitten zu haben. In erhaltenen Briefen beklagte sie sich zunächst bei ihrem Schwiegervater Cosimo I. de’ Medici und später bei ihrem Schwager, dem Kardinal Ferdinando de’ Medici. Ferdinando stellte sich auf ihre Seite und ging entschieden gegen Bianca Cappello vor. Bianca wurde aus dem Palazzo Pitti verbannt, doch diese Maßnahme konnte die Beziehung der beiden Liebenden kaum unterbrechen. Francesco und Bianca hielten sich weiterhin häufig gemeinsam in einer der Medici-Villen auf. Die Frage nach einem männlichen Erben bestimmte Johannas Stellung am Hof. 1576 brachte Bianca Cappello einen Sohn namens Antonio de’ Medici zur Welt. Schon bald verbreitete sich jedoch das Gerücht, die Geburt sei nur vorgetäuscht worden und das Kind stamme in Wahrheit von einer Dienerin. Die tatsächlichen Umstände blieben von höfischen Intrigen überschattet. Für Johanna brachte schließlich die Geburt ihres Sohnes Filippo am 20. Mai 1577 große Erleichterung und neues Selbstvertrauen. Filippo galt als Erbe des Großherzogtums Toscana und trug von seiner Geburt an den Titel eines Großprinzen. Johanna hatte mit Francesco mehrere Kinder. Ihre Tochter Eleonora wurde später mit ihrem Cousin Vincenzo I. Gonzaga, dem Herzog von Mantua, verheiratet. Maria de’ Medici, geboren 1575, heiratete Heinrich IV. und wurde Königin von Frankreich. Die übrigen Kinder starben früh: Romola bereits im Säuglingsalter, Isabella und Lucrezia als Kleinkinder sowie Anna im Jahr 1584. Filippo starb 1582 im Alter von nur vier Jahren. Johanna selbst war 1578 erneut schwanger, als sie bei einem Sturz auf einer Treppe tödlich verunglückte. Am 10. April gebar sie ein namenloses Kind, das tot zur Welt kam; am folgenden Tag starb sie an den Folgen der Geburt. Francesco heiratete 1579, ein Jahr nach Johannas Tod, Bianca Cappello. Ihre Verbindung endete jedoch ebenfalls tragisch: Beide starben 1587 in der Villa Poggio a Caiano, im Abstand von nur einem Tag. Schon damals wurde über eine Vergiftung gesprochen, während zeitgenössische Berichte ein Wechselfieber als Todesursache nannten. Spätere toxikologische Untersuchungen an mutmaßlichen organischen Überresten deuteten darauf hin, dass eine Arsenvergiftung möglich gewesen sein könnte. Antonio de’ Medici wurde von der Nachfolge ausgeschlossen. Stattdessen übernahm Francescos Bruder Ferdinando, der dafür auf seine Kardinalswürde verzichtete, als Ferdinando I. die Herrschaft. Johanna von Österreich wurde in der Krypta der Medici-Kapellen neben ihrem Ehemann beigesetzt. Bei einer Untersuchung der Medici-Gräber im Jahr 1857 wurde ihr Körper erneut aufgefunden. Paläopathologische Forschungen stellten bei ihr eine Hüftdysplasie fest, die in geringerem Maß auch bei ihrer Tochter Anna nachgewiesen wurde. Als mögliche begünstigende Faktoren wurden unter anderem das weibliche Geschlecht, das Wickeln in den ersten Lebensmonaten sowie bei Johanna zusätzlich eine Skoliose und eine Beckenfehlbildung genannt. Johanna blieb damit sowohl als habsburgische Erzherzogin als auch als erste Großherzogin von Toscana in Erinnerung. Ihre Schwiegermutter Eleonora von Toledo hatte noch den Titel einer Herzogin von Florenz getragen, da sie vor der Erhebung Toscanas zum Großherzogtum gestorben war.

Quelle: Giovanna d'Austria (it, 151572691). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0