Person

Maria von Österreich

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Geburt

  1. 15.05.1531

Tod

  1. 11.12.1581

Biografie

Maria von Österreich, Böhmen und Ungarn wurde am 15. Mai 1531 in Prag geboren und starb am 11. Dezember 1581 auf Schloss Hambach. Sie war eine Tochter Ferdinands I., des römisch-deutschen Königs und späteren Kaisers, und seiner Gemahlin Anna von Böhmen und Ungarn. Maria war das fünfte von insgesamt fünfzehn Kindern des Paares und wuchs am Wiener Hof in der Hofburg auf. Zu ihren Geschwistern gehörten unter anderem der spätere Kaiser Maximilian II., Ferdinand II., Erzherzog von Österreich, sowie mehrere Königinnen und Herzoginnen. Durch ihre Herkunft war Maria eng mit dem habsburgischen Herrscherhaus verbunden, das im 16. Jahrhundert zu den mächtigsten Dynastien Europas gehörte. Maria wurde gemeinsam mit ihren Schwestern streng katholisch erzogen. Ihr Lehrer war der humanistische Gelehrte Kaspar Ursinus Velius, der ihnen eine sorgfältige religiöse und allgemeine Bildung vermittelte. Maria lernte Deutsch, Italienisch, Latein und Französisch. Außerdem erhielt sie Unterricht im Spielen von Tasteninstrumenten und im Tanzen. Zeitgenössische Beschreibungen schildern sie als für ihr Alter eher klein, zugleich aber als beinahe außergewöhnlich klug, wohlerzogen und anziehend. Wie andere Mitglieder der Familie trug sie die charakteristischen Gesichtszüge der Habsburger. Ihre Ehe stand im Zusammenhang mit dem Vertrag von Venlo. Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg sollte eine Nichte Kaiser Karls V. heiraten und durfte zwischen Maria und ihrer älteren Schwester Anna wählen. Im Juni 1546 reiste Maria zusammen mit ihrer Mutter und Anna nach Regensburg, um Wilhelm zu treffen und die Heiratsverhandlungen zu führen. Zunächst entschied sich Wilhelm für Anna. Diese heiratete jedoch später Albrecht V. von Bayern, sodass die Verbindung mit Maria zustande kam. Der Ehevertrag wurde am 17. Juli 1546 in Regensburg unterzeichnet. Einen Tag später heiratete Maria Wilhelm in Gegenwart ihres Onkels Karl V., ihres Vaters, ihrer Brüder und mehrerer Kurfürsten. Die Hochzeit war ein bedeutendes politisches Ereignis. Sie verband einen der mächtigsten Herzöge des Heiligen Römischen Reiches mit der Nichte des amtierenden Kaisers. Der Ehevertrag sah vor, dass die gemeinsamen Töchter die Herzogtümer Wilhelms erben konnten, falls kein Sohn geboren würde. Damit sollte sichergestellt werden, dass Jülich-Kleve-Berg im Einflussbereich des Hauses Habsburg blieb. Am 24. Juli 1546 brachen Maria und Wilhelm in Richtung ihrer neuen Heimat auf. Ihre Reise führte sie von Regensburg westwärts nach Miltenberg. Von dort fuhren sie auf dem Main flussaufwärts bis zur Mündung in den Rhein nahe Wiesbaden. Am 9. August übernachteten sie in Siegburg südöstlich von Köln und erreichten schließlich am 15. August Düsseldorf, den Sitz ihres Hofes. Über Marias Leben am Hof von Jülich-Kleve-Berg ist nur wenig bekannt. Die überlieferten Briefe Wilhelms deuten jedoch auf ein liebevolles Verhältnis zwischen den Eheleuten hin. Zugleich lassen sie erkennen, dass Maria körperlich oder seelisch gesundheitlich belastet gewesen sein könnte. Ein Diplomat, der den Hof 1547 besuchte, berichtete, Maria zweifle an der Gültigkeit ihrer eigenen Ehe. Der Grund dafür war Wilhelms frühere Ehe mit Johanna III. von Navarra. Maria war überzeugt, dass diese erste Ehe möglicherweise nicht rechtsgültig aufgelöst worden sei. Diese Sorge gewann später an Bedeutung. Nach der Geburt ihrer Tochter Sibylle wurde Maria melancholischer. Zu Beginn der 1560er Jahre äußerte sie öffentlich Zweifel an der Rechtmäßigkeit ihrer Ehe und war zeitweise von dem Gedanken besessen, Wilhelms erste Ehe sei nie ordnungsgemäß annulliert worden. Tatsächlich hatte der Papst offenbar lediglich in einem Brief über die Auflösung der früheren Verbindung informiert, ohne eine päpstliche Bulle oder ein anderes offizielles Dokument auszustellen. Damit bestand zumindest ein formaler Anlass für Marias Bedenken. Politisch war es jedoch äußerst schwierig, Maria oder ihre Kinder rechtlich in Frage zu stellen. Sie war nicht nur Angehörige des Hauses Habsburg, sondern zugleich Enkelin, Tochter, Schwester und Tante römisch-deutscher Kaiser. Eine Anerkennung ihrer Kinder als unehelich hätte die Interessen und den Einfluss der Habsburger erheblich gefährdet. Auch der Verlust der Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg an andere Kräfte wäre für das Haus Habsburg nicht hinnehmbar gewesen. Wilhelm selbst sah deshalb kein Hindernis für die Ehe und betrachtete die gemeinsamen Kinder als rechtmäßig. Maria galt als launisch und zeitweise geistig verwirrt. Ihre seelische Instabilität wurde im Alter deutlicher. Sie entwickelte zunehmend ungeordnete Gedanken, und ihr geistiger Zustand verschlechterte sich vor ihrem Tod merklich. Als Enkelin Johannas I. von Kastilien könnte sie nach zeitgenössischer Einschätzung eine gewisse psychische Labilität von ihrer Großmutter geerbt haben; diese Deutung bleibt jedoch eine Vermutung. Maria und Wilhelm hatten sieben Kinder. Marie Eleonore heiratete Albrecht Friedrich I. von Preußen, Anna Philipp Ludwig I. von Pfalz-Neuburg und Magdalena dessen Bruder Johann I. von Pfalz-Zweibrücken. Karl Friedrich starb bereits 1575, Elisabeth 1561. Die Tochter Sibylle heiratete Karl von Burgau, einen Sohn Ferdinands II. von Österreich aus dessen nicht standesgemäßer Verbindung mit Philippine Welser; die Ehe blieb kinderlos. Der jüngste Sohn Johann Wilhelm I. wurde Bischof von Münster, Graf von Altena und Herzog von Jülich-Kleve-Berg. Er heiratete zunächst Jakobe von Baden-Baden und später Antoinette von Lothringen, hinterließ aus beiden Ehen jedoch keine Nachkommen. Maria starb nach einer acht Tage dauernden Krankheit am 11. Dezember 1581 auf Schloss Hambach. Ihr Leben war geprägt von ihrer Stellung innerhalb der Habsburgerdynastie, einer politisch bedeutenden Ehe und den persönlichen Belastungen, die aus den rechtlichen Zweifeln an ihrer Ehe und ihrer zunehmenden seelischen Instabilität entstanden.

Quelle: Maria của Áo, Bohemia và Hungary (vi, 75504118). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0