Person
Maximilian II. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
31.07.1527
Tod
12.10.1576

Bildnachweis
1527 Maximilian-2
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Biografie
Maximilian II. wurde am 31. Juli 1527 in Wien als ältester Sohn des späteren Kaisers Ferdinand I. und dessen Gemahlin Anna von Böhmen und Ungarn geboren. Er entstammte damit einer weit verzweigten habsburgischen Familie. Sein väterlicher Onkel war Kaiser Karl V., mütterlicherseits war er mit König Ludwig II. von Ungarn und Böhmen verbunden. Maximilian wuchs mit zahlreichen Geschwistern in Innsbruck auf und erhielt gemeinsam mit seinem Bruder Ferdinand eine ausgezeichnete Bildung. Zu seinen Lehrern gehörten die Humanisten Caspar Ursinus Velius und Georg Tannstetter. Besonders prägte ihn zunächst sein lutherischer Erzieher Wolfgang Schiefer. Maximilian beherrschte neben Deutsch sechs Fremdsprachen: Französisch, Spanisch, Latein, Italienisch, Tschechisch und Ungarisch.
Bereits als Jugendlicher kam er in den politischen Mittelpunkt des Hauses Habsburg. Im Alter von 17 Jahren holte ihn Karl V. in seine Umgebung. Maximilian begleitete ihn nach Brüssel und in den Schmalkaldischen Krieg. Obwohl er an der Seite des Kaisers in der Schlacht bei Mühlberg kämpfte, zeigte er Sympathien für die protestantische Seite und setzte sich nach dem Sieg für die Freilassung des sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich und des hessischen Landgrafen Philipp ein. 1548 heiratete er seine Cousine Maria, eine Tochter Karls V. Die Ehe sollte den Zusammenhalt zwischen der österreichischen und der spanischen Linie der Habsburger stärken. Sie erwies sich trotz politischer Spannungen als ausgesprochen glücklich; aus ihr gingen 15 Kinder hervor.
Während der Abwesenheit Karls V. regierte Maximilian gemeinsam mit Maria als Statthalter in Spanien. Die dortige Umgebung sollte seine protestantischen Neigungen zurückdrängen, doch dieser Versuch blieb ohne den gewünschten Erfolg. Zugleich verschärfte sich sein Verhältnis zu Karl V., weil dieser plante, die Kaiserwürde nach Ferdinand I. nicht Maximilian, sondern seinem eigenen Sohn Philipp von Spanien zu überlassen. Maximilian wandte sich deshalb stärker deutschen Fürsten und protestantischen Politikern zu und entwickelte eine ausgeprägt antispanische Haltung. Er verstand sich zunehmend als deutscher Fürst und nicht allein als Angehöriger einer gesamteuropäischen Dynastie.
Maximilian übernahm 1552 die Verwaltung der österreichischen Erblande. In Wien pflegte er enge Beziehungen zu Gelehrten und Künstlern. Er förderte den konfessionell offenen Humanismus, sammelte Bücher und Handschriften und ließ exotische Pflanzen und Tiere wissenschaftlich erfassen. Aus seiner Bibliothek entwickelte sich später die österreichische Nationalbibliothek. Auch Musik spielte an seinem Hof eine wichtige Rolle; besonders italienische Künstler fanden seine Unterstützung. In Wien ließ er die Stallburg und das Lustschloss Neugebäude errichten, außerdem wurde unter seiner Herrschaft ein Fasanengarten angelegt. Seine Residenz in Prag ließ er ebenfalls ausbauen.
Religiös blieb Maximilian zeitlebens zwischen den Konfessionen stehen. Er legte katholische Bräuche teilweise ab, las evangelische Schriften und äußerte, er sei weder päpstlich noch evangelisch, sondern Christ. Einen vollständigen Bruch mit der katholischen Kirche vollzog er jedoch nicht. Unter dem Druck seines Vaters, der Kurie und der spanischen Verwandtschaft bekannte er sich Anfang 1562 zur katholischen Kirche. Dabei spielten auch seine Aussichten auf die deutsche Königswahl, die ungarische Krönung und möglicherweise auf den spanischen Thron eine Rolle.
Dieser Schritt ebnete ihm den Weg zur Nachfolge seines Vaters. 1562 wurde Maximilian in Prag zum König von Böhmen gekrönt und in Frankfurt am Main zum römisch-deutschen König gewählt. 1563 folgte seine Krönung zum König von Ungarn und Kroatien in Pressburg. Nach dem Tod Ferdinands I. übernahm er am 25. Juli 1564 die Kaiserwürde und die Herrschaft über das Heilige Römische Reich sowie über Ober- und Niederösterreich. Die übrigen österreichischen Gebiete waren unter seinen Brüdern Ferdinand und Karl aufgeteilt worden.
Als Kaiser verfolgte Maximilian eine gemäßigte Religionspolitik. Er wollte den Augsburger Religionsfrieden bewahren und hoffte zeitweise sogar auf eine Verständigung oder Wiedervereinigung der Konfessionen. In seinen österreichischen Ländern gewährte er 1568 und 1571 begrenzte Zugeständnisse an die lutherischen Stände. Diese galten jedoch nur dem Augsburger Bekenntnis und vor allem Adel und Ritterschaft; von einer allgemeinen Religionsfreiheit konnte keine Rede sein. In Böhmen kam er den Ständen ebenfalls entgegen und erkannte 1575 mündlich die Confessio Bohemica an. Im Reich scheiterte sein Versuch einer konfessionellen Annäherung endgültig am Augsburger Reichstag von 1566. Danach beschränkte er sich im Wesentlichen darauf, den Religionsfrieden zu verteidigen. Wegen seiner Haltung wurde er sowohl vom Papst als auch von Philipp II. kritisiert.
Innenpolitisch stärkte Maximilian die Reichsinstitutionen, konnte den Einfluss des Kaisers gegenüber den Fürsten aber nur begrenzt ausweiten. Die Reichskreise gewannen an Bedeutung, der Reichstag behauptete seinen Vorrang gegenüber anderen Versammlungen, und das Reichskammergericht erlebte einen weiteren Aufschwung. In der Grumbacher Fehde von 1567 ließ Maximilian erstmals die Reichsexekutionsordnung umfassend anwenden. Die Niederschlagung des Konflikts markierte das Ende des mittelalterlichen Fehdewesens im Reich.
Der wichtigste außenpolitische Konflikt seiner Regierungszeit war der erneuerte Krieg gegen die Osmanen. Nach Kämpfen um Ungarn und Siebenbürgen stießen die Osmanen 1566 mit einer großen Armee vor. Während der Belagerung von Szigeth starb Sultan Süleyman I.; dennoch konnte Maximilian den daraus entstandenen Vorteil nicht militärisch nutzen. Der 1568 geschlossene Frieden von Adrianopel bestätigte im Wesentlichen den bisherigen Besitzstand, erkannte Johann Sigismund Zápolya als Fürsten von Siebenbürgen an und verpflichtete den Kaiser zu einem jährlichen Tribut. Danach blieb der Grenzkrieg zwar bestehen, doch größere Auseinandersetzungen wurden für lange Zeit vermieden.
Maximilian betrieb außerdem eine weitreichende Heiratspolitik. 1570 heiratete seine Tochter Elisabeth den französischen König Karl IX., während seine Tochter Anna Philipp II. von Spanien heiratete. In den Konflikten zwischen den österreichischen und spanischen Habsburgern, besonders beim Aufstand der Niederlande, bemühte sich Maximilian um Vermittlung, konnte jedoch keine dauerhafte Lösung erreichen. Auch in Italien geriet er wegen des wachsenden spanischen Einflusses wiederholt in Spannungen mit Philipp II. 1575 kandidierte Maximilian selbst nach dem Tod des polnischen Königs Sigismund II. August um dessen Nachfolge, unterlag jedoch Stefan Báthory.
Frühzeitig regelte Maximilian seine Nachfolge. Sein ältester Sohn Rudolf wurde 1571 Regent in Österreich, 1572 König von Ungarn und 1575 König von Böhmen. Trotz Bedenken wegen Rudolfs katholischer Erziehung am spanischen Hof gelang es Maximilian, dessen Wahl zum römisch-deutschen König vorzubereiten. Während des Reichstags in Regensburg erlitt der Kaiser im August 1576 nach einem Familienausflug einen schweren Rückfall einer langwierigen Krankheit. Er starb am 12. Oktober 1576 in Regensburg. Die katholischen Sterbesakramente verweigerte er. Begraben wurde Maximilian II. im Veitsdom auf der Prager Burg, gemeinsam mit seinem Vater.
Quelle: Maximilian II. (HRR) (de, 270079088). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
Eltern
Kinder
- Albrecht VII. von Habsburg
- Anna von Österreich
- Eleonore Erzherzogin von Österreich
- Elisabeth von Österreich
- Ernst von Österreich
- Ferdinand von Habsburg
- Friedrich von Habsburg
- Helena Scharseg
- Karl von Habsburg
- Margaretha von Österreich
- Marie von Habsburg
- Marie von Habsburg
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- Maximilian III.
- Rudolf II.
- Wenzel von Österreich