Person

Karl II.

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Geburt

  1. 03.06.1540

Tod

  1. 10.07.1590

Biografie

Karl II. Franz von Innerösterreich wurde am 3. Juni 1540 in Wien als dritter Sohn des späteren Kaisers Ferdinand I. und dessen Frau Anna von Böhmen und Ungarn geboren. Er gehörte dem Haus Habsburg an und regierte von 1564 bis zu seinem Tod die innerösterreichischen Länder. Dazu zählten die Herzogtümer Steiermark, Kärnten und Krain sowie die Grafschaft Görz. In seiner Jugend bereiste Karl das Reich, Italien und Spanien und erhielt dadurch früh Einblicke in die politischen und kulturellen Verhältnisse seiner Zeit. Ferdinand I. teilte die habsburgischen Erbländer unter seinen Söhnen neu auf. Diese Regelung betraf vor allem die Ausübung der Herrschaft, während alle Söhne weiterhin den Anspruch auf die gesamten Erbländer behielten. Karls älterer Bruder Maximilian erhielt Böhmen, Ungarn und Niederösterreich, Ferdinand bekam Tirol und die Vorlande. Karl, das zwölfte von insgesamt fünfzehn Kindern, wurde mit den innerösterreichischen Gebieten betraut. Im Alter von 24 Jahren ließ er sich dort noch vor dem Tod seines Vaters huldigen und trat 1564 die Regierung an. Im Gegensatz zu Maximilian II. war Karl überzeugter Katholik. Er setzte sich daher intensiv für die Gegenreformation ein und holte unter anderem die Jesuiten in seine Länder. Zu Beginn seiner Herrschaft musste er den protestantisch gesinnten innerösterreichischen Ständen jedoch erhebliche Zugeständnisse machen. Die Grazer Religionspazifikationen von 1572 und das Brucker Libell von 1578 führten praktisch zu einer Duldung des Protestantismus. Karl bemühte sich später, diese Vereinbarungen schrittweise zurückzunehmen. Auf einer Konferenz in München vereinbarte Karl 1579 gemeinsam mit dem päpstlichen Nuntius sowie Vertretern Bayerns, Salzburgs und Tirols eine umfassende Strategie zur Rekatholisierung. Die katholische Obrigkeit sollte die Druckereien kontrollieren, ihre Abmachungen mit den Ständen zu deren Nachteil verändern und das Patronatsrecht zugunsten der katholischen Kirche einsetzen. Protestantische Prediger sollten verhaftet oder ausgewiesen, der Bau evangelischer Kirchen verhindert und protestantische Amtsträger durch Katholiken ersetzt werden. Diese Beschlüsse setzte Karl in seinem Herrschaftsbereich konsequent um. Die innerösterreichische Linie der Habsburger trug zugleich einen großen Teil der Last der Türkenkriege. In diesem Zusammenhang wurde 1579 in Kroatien die Festung Karlstadt, das heutige Karlovac, gegründet. Karl widmete sich außerdem der Förderung von Kunst und Wissenschaft. Zu den von ihm unterstützten Künstlern gehörte der bedeutende Komponist Orlando di Lasso. 1573 gründete Karl in Graz das Akademische Gymnasium, zwölf Jahre später rief er dort die Universität ins Leben. Auch in der Rechtsordnung hinterließ Karl wichtige Spuren. Für die Steiermark erließ er 1574 eine neue Verfahrensordnung für die Gerichte, die als „Steirische Landrechtsreformation“ bekannt wurde. Sie vereinfachte unter anderem die Durchsetzung von Ansprüchen bei Vertragsverletzungen, indem unmittelbar vollstreckbare Maßnahmen vorgesehen wurden. Eine ähnliche, den besonderen Verhältnissen des Landes angepasste Gerichtsordnung war bereits 1571 für Krain erlassen worden. Karl heiratete vergleichsweise spät. Zunächst hatte Ferdinand I. versucht, für ihn eine Verbindung mit der englischen Königin Elisabeth I. anzubahnen. Die langwierigen Verhandlungen zwischen 1559 und 1560 sowie erneut von 1564 bis 1568 scheiterten an religiösen Fragen und an Elisabeths grundsätzlichen Zweifeln an einer Heirat. Auch Gespräche über eine Ehe mit Maria Stuart in den Jahren 1563 und 1564 führten zu keinem Ergebnis. Schließlich heiratete Karl am 26. August 1571 in einer prachtvollen Zeremonie seine bayerische Nichte Maria Anna, eine Tochter Herzog Albrechts V. aus Bayern. Aus der Ehe gingen fünfzehn Kinder hervor. Der erstgeborene Sohn Ferdinand starb bereits 1572. Zu den überlebenden Kindern gehörten Anna, die den polnischen König Sigismund III. Wasa heiratete, sowie Maria Christina, die zunächst mit Sigismund Báthory, dem Großfürsten von Siebenbürgen, verheiratet war. Besonders bedeutend war der 1578 geborene Sohn Ferdinand, der später als Ferdinand II. römisch-deutscher Kaiser wurde. Weitere Kinder waren unter anderem Maximilian Ernst, Leopold V., Maria Magdalena, die den Großherzog der Toskana Cosimo II. de’ Medici heiratete, und Constanze, die ebenfalls mit Sigismund III. Wasa verbunden war. Karls jüngster Sohn Karl Joseph wurde erst 1590 geboren und später Hochmeister sowie Bischof von Breslau und Brixen. Als Karl am 10. Juli 1590 in Graz starb, war sein designierter Nachfolger Ferdinand II. noch minderjährig. Deshalb übernahm Karls Cousin Ernst, der damals Statthalter in Niederösterreich war, die Vormundschaft und zugleich die Regentschaft in Innerösterreich. Die von Ferdinand I. geschaffene Teilung der habsburgischen Herrschaft blieb letztlich nur vorübergehend bestehen. Ferdinand II. überlebte seine Vettern aus den anderen Linien und vereinigte schließlich das Erbe wieder. Dadurch wurde Karl II. zum Stammvater jener innerösterreichischen Linie, aus der das später regierende Haus Österreich hervorging. Karl wurde am 31. Oktober 1590 in der Gruft seines Mausoleums in der Basilika Seckau beigesetzt. Das ab 1587 errichtete Mausoleum, das von Alessandro de Verda begonnen und von Sebastian Carlone bis 1612 vollendet wurde, zählt zu den bedeutendsten Bauwerken des Frühbarock im Südostalpenraum. Für Karl und seine Gemahlin entstand außerdem ein prunkvoller Doppelsarkophag aus Rotmarmor. Bestattet wurde darin letztlich nur Maria Anna; der Sarkophag wurde nach der Aufhebung des Grazer Klarissinnenklosters in das Mausoleum Kaiser Ferdinands II. in Graz übertragen.

Quelle: Karl II. (Innerösterreich) (de, 267831704). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0