Person

Eleonore von Österreich

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Geburt

  1. 02.11.1534

Tod

  1. 05.08.1594

Porträt von Eleonore von Österreich
Bildnachweis

German: Erzherzogin Eleonore (1534-1594), Herzogin von Mantua in ganzer Figur title QS:P1476,de:"Erzherzogin Eleonore (1534-1594), Herzogin von Mantua in ganzer Figur " label QS:Lde,"Erzherzogin Eleonore (1534-1594), Herzogin von Mantua in ganzer Figur "

Unidentified painter

Kunsthistorisches Museum Wien, Bilddatenbank .

Bildquelle: File:Anonym Erzherzogin Eleonore.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Eleonore von Österreich wurde am 2. November 1534 in Wien geboren und starb am 5. August 1594 in Mantua. Sie war die achte und zugleich die sechste Tochter von Erzherzog Ferdinand von Österreich, dem späteren Kaiser Ferdinand I., und Anna von Böhmen und Ungarn aus dem Haus Jagiellonen. Über ihren Vater stammte sie von Philipp I. von Kastilien und Johanna I. von Kastilien ab, über ihre Mutter von Wladislaw II. von Böhmen und Ungarn. Damit gehörte sie zu den bedeutenden europäischen Herrscherfamilien ihrer Zeit und wuchs in einem Umfeld auf, in dem dynastische Ehen, konfessionelle Bindungen und politische Bündnisse eng miteinander verbunden waren. Eleonore erhielt eine streng katholische Erziehung, die ihr weiteres Leben maßgeblich prägte. Bereits als Kind wurde sie porträtiert; ein 1536 entstandenes Bild des Hofmalers Jakob Seisenegger befindet sich heute im Kunsthistorischen Museum in Wien. Als junge Frau lehnte sie nach Angaben ihres späteren Beichtvaters und Biografen Antonio Folcario eine Heirat mit einem dänischen König ab, wahrscheinlich Friedrich II., weil dieser dem lutherischen Glauben angehörte. Auch ein um 1544 erwogenes Eheprojekt mit Johann Friedrich II. von Sachsen scheiterte an den tiefen konfessionellen Gegensätzen zwischen dem katholischen habsburgischen Kaiserhaus und der protestantischen sächsischen Dynastie. Gemeinsam mit ihren Schwestern soll Eleonore in Innsbruck eine Unterkunft für Arme eingerichtet und Bedürftigen Almosen gegeben haben. 1561 kam es schließlich zu ihrer Heirat mit Guglielmo Gonzaga, dem Herzog von Mantua. Dieser hatte ursprünglich um die Hand ihrer Schwester Barbara geworben, stimmte dann aber auch einer Verbindung mit Eleonore zu. Für ihn war die Ehe vor allem politisch bedeutsam, da er sich Unterstützung des Kaisers bei der Festigung seiner Herrschaft über das Markgrafentum Montferrat erhoffte. Der Ehevertrag wurde am 19. Januar 1561 geschlossen, am 26. April desselben Jahres heiratete das Paar im Palazzo Ducale in Mantua. Die Hochzeitsfeierlichkeiten dauerten bis zum 1. Mai. In dieser Zeit kam es in der Stadt zu Ausschreitungen: Häuser vieler jüdischer Einwohner wurden geplündert, außerdem brannte der Palazzo della Ragione, in dem sich das herzogliche Archiv befand. Obwohl die Ehe arrangiert worden war und Guglielmo an einer Wirbelsäulenverkrümmung litt, galt die Beziehung als vergleichsweise harmonisch. Das Paar hatte drei Kinder. Der Sohn Vincenzo I. wurde 1562 geboren und folgte seinem Vater 1587 als Herzog von Mantua und Montferrat. Die Tochter Margherita Barbara heiratete 1579 Alfonso II. d’Este, den Herzog von Ferrara. Die jüngere Tochter Anna Caterina heiratete 1582 ihren Onkel Ferdinand II., Erzherzog von Österreich-Tirol, und trat später als Nonne in Erscheinung. Als Herzogin blieb Eleonore eng mit dem habsburgischen Hof und der Kultur ihrer Herkunft verbunden. Papst Gregor XIII. gestattete ihr 1572, das Stundengebet auf Deutsch zu lesen. Sie förderte religiöse Einrichtungen und unterstützte Bedürftige. Nach der Geburt ihres ersten Kindes besuchte sie ihre Eltern und Schwestern in Innsbruck. Sie half außerdem dem Dichter Torquato Tasso, nachdem dessen Unterkunft durch einen Brand beschädigt worden war. Ihre eigene Bibliothek enthielt vor allem religiöse Werke, und ihren Hofdamen untersagte sie die Lektüre weltlicher Literatur. Nach dem Tod ihrer Schwiegermutter im Jahr 1566 übernahm Eleonore eine aktivere Rolle in der Verwaltung des Herzogtums. Bürger wandten sich mit Bitten an sie, etwa um Strafmilderungen oder die Übertragung von Eigentum verwitweter Frauen. 1567 wurde sie nach Casale Monferrato geschickt, um einen Aufstand zu beruhigen, blieb dabei jedoch erfolglos. Im selben Jahr entgingen sie und ihr Mann nur knapp einer Verschwörung gegen den Herzog. Eleonore bemühte sich außerdem über lange Zeit, die Jesuiten nach Mantua zurückzuholen, obwohl ihr Mann dies zunächst ablehnte. 1568 durfte der Jesuitenprediger Prospero Malavolta in Mantua wirken; schließlich gelang es ihr 1584, eine dauerhafte Anwesenheit des Ordens durchzusetzen. Während der Pestepidemie, die Ende 1575 in Mantua ausbrach, zog Eleonore mit ihren Töchtern nach Revere. Dort gründete sie an der Kirche San Stefano eine Schule für arme Mädchen, die zugleich als Zuflucht für Pestopfer diente. Nach ihrer Rückkehr nach Mantua im Jahr 1577 setzte sie ihre karitativen und religiösen Projekte fort. Sie ließ unter anderem die Kirche und das Kloster Santa Maria Maddalena erweitern. Den Jesuiten stiftete sie später ein Viertel ihrer Juwelen für den Bau der Kirche Santissima Trinità. Sie wählte Angehörige des Ordens zu ihren Beichtvätern und stand auch mit dem späteren Kardinal Carlo Borromeo in Verbindung. Große Aufmerksamkeit widmete Eleonore den Ehen ihrer Kinder. Wegen des ausschweifenden Lebenswandels ihres Sohnes Vincenzo versuchten sie und ihr Mann, seine Heirat sorgfältig zu lenken. Nach der Aufhebung seiner ersten Ehe mit Margherita Farnese heiratete er 1584 Eleonora de’ Medici. Die Verhandlungen waren für Eleonore demütigend, doch später entwickelte sie ein gutes Verhältnis zu ihrer Schwiegertochter, die zugleich ihre Nichte war. Eleonore galt als fürsorgliche Mutter und liebevolle Großmutter. Nach dem Tod ihres Mannes am 14. August 1587 führte sie den Titel einer Erzherzogin von Österreich und legte erneut ein Keuschheitsgelübde ab. Ihre religiöse Strenge nahm nun weiter zu. Sie trug ein Bußhemd, fastete, geißelte sich und überwachte die von ihr unterstützten Einrichtungen, darunter christliche Schulen für Mädchen. 1588 ließ sie ein Oratorium für Katechumenen und ein Hospiz für kranke Pilger gründen. Trotz zunehmender gesundheitlicher Beschwerden kümmerte sie sich weiterhin um Familienangelegenheiten und plante noch 1592 eine Wallfahrt nach Loreto. Eleonore starb im Alter von 59 Jahren im Palazzo Porto in Mantua. Ihrem Wunsch entsprechend wurde ihr Körper nicht einbalsamiert. Sie wurde am 8. August 1594 vor dem Hauptaltar der Kirche Santissima Trinità beigesetzt; auf ihrem Grabstein standen nur ihr Name und ihr Wappen. 1855 wurden ihre sterblichen Überreste in den Dom San Pietro in Mantua umgebettet. Ihr Leben ist außerdem durch mehrere zeitgenössische Porträts überliefert, darunter ein Gemälde von Peter Paul Rubens, das sie gemeinsam mit ihrer Familie bei der Anbetung der Dreifaltigkeit zeigt.

Quelle: Елеонора Австрійська (1534–1594) (uk, 48022873). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0