Person

Barbara von Österreich

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Geburt

  1. 30.04.1539

Tod

  1. 19.09.1572

Porträt von Barbara von Österreich
Bildnachweis

German: Erzherzogin Barbara (1539-1572), Herzogin von Ferrara in ganzer Figur title QS:P1476,de:"Erzherzogin Barbara (1539-1572), Herzogin von Ferrara in ganzer Figur " label QS:Lde,"Erzherzogin Barbara (1539-1572), Herzogin von Ferrara in ganzer Figur "

Francesco Terzi

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Bildquelle: File:Francesco Terzio - Erzherzogin Barbara (1565).jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Barbara von Österreich wurde am 30. April 1539 in Wien als elftes Kind des späteren römisch-deutschen Kaisers Ferdinand I. und dessen Frau Anna von Böhmen und Ungarn geboren. Sie gehörte dem Haus Habsburg an und war über ihre Eltern mit bedeutenden europäischen Herrscherfamilien verbunden. Väterlicherseits stammte sie von Philipp dem Schönen und Johanna I. von Kastilien ab, mütterlicherseits von Wladislaw II., dem König von Böhmen und Ungarn, sowie Anna de Foix aus dem Haus Foix-Grailly. Nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 1547 übergab Ferdinand I. seine unverheirateten Töchter der Obhut von Nonnen in einem Kloster in Innsbruck. Dort lebte Barbara bis zu ihrer Eheschließung. Nur während des Einfalls protestantischer Truppen in Tirol im Jahr 1552 hielt sie sich mit ihren Schwestern Magdalena, Margarete, Helena und Johanna vorübergehend auf Schloss Bruneck auf. Barbara erhielt eine streng katholische Erziehung, die stark vom Einfluss der Jesuiten geprägt war. Zu den prägenden Geistlichen ihrer Ausbildung gehörten Petrus Canisius und Diego Laínez; auch später blieben Jesuiten ihre Beichtväter. Religiöse Frömmigkeit und tätige Nächstenliebe wurden zu zentralen Merkmalen ihres Lebens. Zeitgenossen beurteilten ihr Aussehen unterschiedlich. Während einige Beobachter sie als wenig attraktiv beschrieben und auf den für viele Habsburger typischen Überbiss hinwiesen, hielt ein venezianischer Diplomat sie für die schönste der unverheirateten Erzherzoginnen. Barbaras Heirat war zunächst Gegenstand verschiedener dynastischer Überlegungen. 1560 wurde sie als mögliche Ehefrau des Herzogs Guglielmo von Mantua in Betracht gezogen, der später ihre ältere Schwester Eleonora heiratete. Als 1562 mehrere Bewerber um ihre jüngste Schwester Johanna warben, darunter ein Fürst aus Siebenbürgen, der florentinische Thronfolger Francesco und der ferraresische Herzog Alfonso, entschied Kaiser Ferdinand, Barbara mit Alfonso zu verheiraten. Ein Bündnis zwischen den Habsburgern und dem Haus Este versprach, den französischen Einfluss auf Ferrara zu begrenzen. Die Entscheidung wurde auch von Philipp II. von Spanien unterstützt, einem Verbündeten des Herzogs von Florenz. Im Juli 1565 begegnete Barbara Alfonso II. erstmals persönlich, als dieser nach Innsbruck reiste. Im November begab sie sich gemeinsam mit ihrer Schwester Johanna nach Trient, wo päpstliche Gesandte eine gemeinsame Trauungszeremonie vorbereiten sollten. Wegen erneuter Spannungen zwischen den beteiligten Herrscherhäusern wurde die Hochzeit jedoch in die jeweiligen Residenzen verlegt. Barbara traf am 1. Dezember 1565 in Ferrara ein und heiratete am 5. Dezember Alfonso II., den Herzog von Ferrara, Modena und Reggio. Die Hochzeitsfeierlichkeiten dauerten bis zum 9. Dezember. Zu ihnen gehörten der Bau eines sogenannten Liebestempels und ein großer Turnierwettkampf. Unter den Gästen befand sich auch Barbaras früherer Bewerber, der Herzog von Mantua, mit seiner Frau Eleonora. Der Dichter Torquato Tasso, damals am Hof von Ferrara tätig, beobachtete den Einzug der Braut und die Festlichkeiten. Später verarbeitete er seine Eindrücke in dem Hirtenspiel „Aminta“ und widmete Barbara mehrere Gedichte. Als Herzogin von Ferrara, Modena und Reggio gewann Barbara durch ihre Fürsorge für Bedürftige die Zuneigung und den Respekt ihrer Untertanen. Obwohl sie die italienische Sprache nicht beherrschte, bestand zwischen ihr und Alfonso ein enges und verständnisvolles Verhältnis. Die Ehe blieb kinderlos, galt aber als glücklich. Als Alfonso etwa ein Jahr nach der Hochzeit an einem Krieg gegen die Osmanen teilnahm, sorgte sich Barbara sehr um ihn. Die seelische Belastung wirkte sich auf ihre Gesundheit aus; von diesem Zeitpunkt an litt sie dauerhaft unter Krankheiten. Barbara blieb eine überzeugte Katholikin und pflegte dennoch ein gutes Verhältnis zu ihrer protestantischen Schwiegermutter Renata von Frankreich. Den Jesuiten, die sie schon in Innsbruck geistlich begleitet hatten, gewährte sie in Ferrara besondere Unterstützung. Nach schweren Erdbeben in den Jahren 1570 und 1571 kümmerte sie sich um Mädchen und junge Frauen, die ihre Eltern verloren hatten. Für sie gründete sie in Ferrara das Waisenhaus der heiligen Barbara. Zwischen den Erdbeben musste die Herzogin zeitweise in einem Zelt leben, was ihre ohnehin angeschlagene Gesundheit zusätzlich belastete. Barbara von Österreich starb am 19. September 1572 im Alter von 33 Jahren in Ferrara an Tuberkulose. Ihr früher Tod löste bei der Bevölkerung große Trauer aus, besonders bei den Jesuiten. Das Ordensoberhaupt gestattete Alfonso II., seine Frau am Altar der Jesuitenkirche in Ferrara beisetzen zu lassen. Sieben Jahre später heiratete der verwitwete Herzog in dritter Ehe Margarete von Mantua, eine Nichte Barbaras. Auch nach ihrem Tod blieb Barbara in der italienischen Kultur präsent. Torquato Tasso widmete ihr mehrere Sonette, Kanzonen, eine Trauerrede und einen Dialog; außerdem verfasste der Dichter Giovanni Battista Guarini eine Kanzone zu ihrem Andenken. Zwei Porträts Barbaras befinden sich im Kunsthistorischen Museum in Wien: eines zeigt sie während der Verhandlungen über ihre Ehe mit Alfonso, das andere entstand 1565 nach ihrer Heirat und stellt sie in voller Gestalt dar.

Quelle: Барбара Австрийская (ru, 147340828). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0

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