Person

Anna von Österreich

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Geburt

  1. 1528

  2. 07.07.1528

Tod

  1. 16.10.1590

  2. 1590

Porträt von Anna von Österreich
Bildnachweis

German: Erzherzogin Anna (1528-1590), Tochter von Ferdinand I., Bildnis in ganzer Figur title QS:P1476,de:"Erzherzogin Anna (1528-1590), Tochter von Ferdinand I., Bildnis in ganzer Figur " label QS:Lde,"Erzherzogin Anna (1528-1590), Tochter von Ferdinand I., Bildnis in ganzer Figur "

Jakob Seisenegger

Kunsthistorisches Museum Wien, Bilddatenbank .

Bildquelle: File:Jakob Seisenegger 002.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Anna von Österreich wurde am 7. Juli 1528 am böhmischen Hof in Prag geboren. Sie gehörte dem Haus Habsburg an und war die dritte von fünfzehn Kindern König Ferdinands I. und seiner Frau Anna von Böhmen und Ungarn aus dem jagiellonischen Haus. Zu ihren Geschwistern zählten unter anderem Elisabeth, Königin von Polen, Kaiser Maximilian II., Erzherzog Ferdinand II. von Österreich sowie mehrere spätere Herzoginnen und Erzherzöge. Über ihren Vater stammte Anna von König Philipp I. von Kastilien und Johanna von Kastilien ab; mütterlicherseits waren König Vladislav II. von Böhmen und Ungarn und Anne de Foix-Candale ihre Großeltern. Anna kam krank zur Welt und wurde aus Sorge um ihr Leben sofort getauft. Die Taufe nahm der Kardinal Bernardo Clesio vor. Ihr Vater soll eine besondere Zuneigung zu ihr gehabt und sie liebevoll „kleines Äffchen“ genannt haben. Anna wuchs in einem streng katholischen und gelehrten Umfeld auf. Da beide Eltern großen Wert auf Bildung legten, erhielt sie eine umfassende Erziehung durch den Humanisten Kaspar Ursinus Velius. Sie lernte Deutsch, Italienisch und Französisch, wurde in der katholischen Glaubenslehre unterrichtet und erlernte gemeinsam mit ihren Schwestern das Spielen von Tasteninstrumenten sowie das Tanzen. Schon als Kind wurde Anna in die Heiratspolitik der Habsburger einbezogen. 1530 verlobte man die damals dreijährige Prinzessin mit Theodor von Bayern, dem Sohn Herzog Wilhelms IV. Theodor starb jedoch 1534, sodass neue Ehepläne entwickelt werden konnten. Ein weiterer möglicher Ehemann war Charles II. de Valois, Herzog von Orléans und Sohn des französischen Königs Franz I. Der Vertrag von Crépy von 1544 sollte den langjährigen Konflikt zwischen Franz I. und Annas Onkel Kaiser Karl V. beenden. Als Teil der Vereinbarung durfte Charles zwischen Karl V.s Tochter Maria und seiner Nichte Anna wählen. Charles entschied sich für Anna, doch die Ehe kam nicht zustande, weil er 1545 an der Pest starb. 1546 kamen Wilhelm von Kleve und Herzog Albrecht V. von Bayern als Bewerber infrage. Anna reiste mit ihrer Mutter und ihrer Schwester nach Regensburg, um die Verhandlungen abzuschließen und die möglichen Ehemänner kennenzulernen. Ursprünglich hatte Wilhelm zwischen Anna und ihrer jüngeren Schwester Maria wählen dürfen. Schließlich erschien jedoch eine Verbindung Annas mit Albrecht politisch vorteilhafter. Die Besitzungen der Wittelsbacher grenzten an Österreich und konnten für die Habsburger eine Bedrohung darstellen. Durch die Heirat sollte dieses Verhältnis abgesichert werden; zugleich erwartete man von dem jungen Herzog Unterstützung im Krieg Kaiser Karls V. gegen den Schmalkaldischen Bund. Vor der Hochzeit musste Anna außerdem auf ihre eigenen Erbansprüche und die ihrer Nachkommen gegenüber dem Haus Habsburg verzichten. Ihre Mitgift wurde auf 50.000 Gulden festgesetzt. Da Anna und Albrecht über Kunigunde von Österreich miteinander verwandt waren, benötigten sie eine päpstliche Dispens. Diese wurde am 17. Juni 1546 von Papst Paul III. gewährt, und zwei Tage später unterzeichnete man den Ehevertrag. Am 4. Juli 1546 heirateten Anna und Albrecht in einer prunkvollen Zeremonie, deren Feierlichkeiten acht Tage dauerten. Anschließend zog das Paar nach Bayern und lebte zunächst auf Schloss Trausnitz in Landshut. Nach dem Tod von Albrechts Vater am 7. März 1550 wurde Albrecht Herzog von Bayern, und Anna führte fortan den Rang einer Herzogin. Am Münchner Hof gewann das Paar großen Einfluss auf das geistige und religiöse Leben des Herzogtums. Anna und Albrecht trugen dazu bei, München als Kunstzentrum aufzuwerten. Sie gründeten mehrere Sammlungen und legten wichtige Grundlagen für die spätere Bayerische Staatsbibliothek. Zu ihren geförderten Künstlern gehörten der Maler Hans Muelich und der frankoflämische Komponist Orlando di Lasso. 1552 ließ Albrecht ein Verzeichnis der Juwelen anfertigen, die sich im Besitz des Ehepaares befanden. Das prachtvoll illustrierte Ergebnis, das sogenannte Kleinodienbuch der Herzogin Anna von Bayern, enthält 110 Zeichnungen Muelichs und wird bis heute in der Bayerischen Staatsbibliothek aufbewahrt. Anna war tief religiös. Sie machte umfangreiche Schenkungen an das katholische Kloster Vadstena in Schweden und unterstützte großzügig den Franziskanerorden. Auch innerhalb ihrer Familie nahm sie eine prägende Rolle ein. Besonders streng und gründlich erzog sie ihren Enkel Maximilian, der später als Kurfürst Maximilian I. von Bayern bekannt wurde. Mit Albrecht hatte Anna sieben Kinder. Der erstgeborene Karl starb bereits im Säuglingsalter. Ihr ältester überlebender Sohn Wilhelm wurde 1579 als Wilhelm V. Herzog von Bayern. Weitere Söhne waren Ferdinand, Friedrich und Ernst, der später Erzbischof von Köln wurde. Ihre Tochter Maria Anna heiratete Erzherzog Karl II. von Österreich, während Maximiliana Maria unverheiratet blieb. Friedrich starb ebenfalls als kleines Kind. Als Herzog Albrecht am 24. Oktober 1579 starb, folgte ihm sein ältester überlebender Sohn Wilhelm V. Anna behielt als Herzoginwitwe einen eigenen Hof in der Münchner Residenz. Ihre Eheverbindung blieb auch lange nach ihrem Tod politisch bedeutsam: 1740, rund 150 Jahre später, berief sich ihr Nachkomme Kurfürst Karl Albrecht von Bayern auf den Ehevertrag zwischen Anna und Albrecht, um Ansprüche auf die österreichischen und böhmischen Kronländer der Habsburgermonarchie zu begründen. Anna starb im Oktober 1590 in München und wurde in der Frauenkirche beigesetzt. Ihr Leben verband die dynastischen Interessen des Hauses Habsburg mit der politischen Sicherung Bayerns, während ihr Wirken am Münchner Hof zugleich Kunst, Musik, Bildung und das katholische Geistesleben förderte.

Quelle: Archduchess Anna of Austria (en, 1372101505). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0