Person

Franz I.

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Geburt

  1. 14.08.1777

  2. 19.08.1777

Tod

  1. 08.11.1830

Porträt von Franz I.
Bildnachweis

Francisco I de las Dos Sicilias (por Vicente López Portaña. 1829. Real Academia de Bellas Artes de San Fernando)

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Biografie

Franz I. von Neapel-Sizilien, mit vollständigem Namen Francesco Gennaro Giuseppe Saverio Giovanni Battista, wurde am 19. August 1777 im Königspalast von Neapel geboren und starb dort am 8. November 1830. Er war von 1825 bis zu seinem Tod König des Königreichs beider Sizilien. Zuvor hatte er wichtige Stellvertreterämter inne: Von 1812 bis 1814 regierte er als Regent auf Sizilien, anschließend blieb er dort bis 1820 als königlicher Statthalter. Nach seinem Tod folgte ihm sein ältester Sohn als Ferdinand II. auf den Thron. Franz war der zweitälteste Sohn Ferdinands IV. von Neapel und dessen Ehefrau Maria Karolina von Österreich. Nach dem frühen Tod seines älteren Bruders Carlo Tito im Dezember 1778 wurde er Thronerbe von Neapel und Sizilien und erhielt den Titel Herzog von Kalabrien. Im Gegensatz zu seinem Vater erhielt er eine sorgfältige Ausbildung durch angesehene Lehrer, darunter der Naturwissenschaftler Giuseppe Saverio Poli und der Kardinal Domenico Orsini d’Aragona. Franz interessierte sich besonders für Naturwissenschaften und Botanik, während er Latein und andere geisteswissenschaftliche Fächer weniger schätzte. Dem neapolitanischen Dichter Giulio Genoino zufolge verfasste er sogar zwei Abhandlungen über den Anbau von Pflanzen. Als Franz 1795 volljährig wurde, nahm er an den Sitzungen des Staatsrates teil. Er galt als schwach und unentschlossen und widersetzte sich seinen Eltern kaum. Auf Wunsch seiner machtbewussten Mutter heiratete er am 25. Juni 1797 in Foggia die Erzherzogin Maria Klementine von Österreich, eine Tochter Kaiser Leopolds II. und seine Cousine. Die Ehe sollte das Bündnis zwischen Neapel und dem Wiener Hof stärken, während sich in Europa die Folgen der Französischen Revolution ausbreiteten. 1798 begleitete Franz seinen Vater bei einem Feldzug gegen die von französischen Truppen unterstützte Römische Republik. Die Unternehmung endete in einer militärischen Katastrophe. Nach dem Einmarsch französischer Truppen floh die königliche Familie im Januar 1799 von Neapel nach Sizilien; in Neapel wurde die Parthenopäische Republik ausgerufen. In Palermo hielt sich Franz weitgehend aus der Politik heraus und widmete sich lieber der Landwirtschaft, der Natur und seiner Familie. 1801 verlor er innerhalb weniger Monate sowohl seine Ehefrau als auch den erstgeborenen Sohn Ferdinando. An der Rückeroberung Neapels beteiligte er sich trotz der Aufforderungen seiner Eltern und des Kardinals Fabrizio Ruffo nicht aktiv. 1801 kehrte Franz als Statthalter seines Vaters nach Neapel zurück und blieb dort bis 1802. Nach seiner Verwitwung heiratete er Maria Isabella von Spanien, eine Tochter König Karls IV. von Spanien und ebenfalls seine Cousine. Die Eheschließung wurde im Juli 1802 in Madrid durch Stellvertreter vollzogen; die persönliche Zeremonie fand im Oktober in Barcelona statt. Die Verbindung sollte das abgekühlte Verhältnis zwischen den Höfen von Neapel und Madrid verbessern. Nach der erneuten französischen Invasion von 1806 wurde Franz von seinem Vater zum Stellvertreter ernannt. Er blieb zunächst auf dem Festland und versuchte, in Basilikata und Kalabrien einen Volksaufstand zu organisieren. Dieser Versuch scheiterte, sodass er schließlich nach Sizilien fliehen musste. In Neapel regierten nacheinander Joseph Bonaparte und Joachim Murat, während die Bourbonen im Exil blieben. Während dieser zweiten Verbannungszeit legte Franz auf seinem Gut Boccadifalco bei Palermo eine landwirtschaftliche Mustereinrichtung an. Dort wurden neue Methoden des Anbaus, der Bewässerung und der Viehzucht erprobt. Politisch war die Lage auf Sizilien angespannt. Adel und Bevölkerung lehnten zusätzliche Abgaben zur Finanzierung des bourbonischen Hofes ab, während die Briten unter Lord William Bentinck die Insel militärisch schützten und politische Reformen forderten. 1812 übertrug Ferdinands III. seinem Sohn die Leitung Siziliens. Franz stand zwischen der Rücksicht auf seinen Vater und der Abhängigkeit von den britischen Verbündeten. Am 12. Juli 1812 verkündete er als Regent die erste sizilianische Verfassung. Sie beruhte auf dem Vorbild der Verfassung von Cádiz, sah eine Gewaltenteilung vor und teilte das Parlament in eine Kammer der Peers und eine Kammer der Gemeinden. 1813 musste Franz auf britischen Druck die Entfernung seiner Mutter Maria Karolina aus Palermo hinnehmen; sie ging nach Wien, wo sie wenige Monate später starb. Nach der Rückkehr Ferdinands nach Neapel blieb Franz bis 1820 als Statthalter auf Sizilien. Die Erwartungen der Sizilianer, er werde die Verfassung von 1812 wiederherstellen, erfüllte er jedoch nicht. Stattdessen unterstützte er die Vereinigung von Neapel und Sizilien zum Königreich beider Sizilien, die 1816 unter Ferdinand I. vollzogen wurde. In seiner Amtszeit reformierte er unter anderem die militärischen Kommandostrukturen, verbesserte Einrichtungen der Mädchenbildung und ließ das Straßennetz um Palermo ausbauen. 1820 kehrte Franz nach Neapel zurück und übernahm während der liberalen Erhebungen die Regentschaft. Er zeigte sich zunächst entgegenkommend gegenüber der neuen Verfassung, ernannte Minister, veranlasste Wahlen und bereitete die Eröffnung des Parlaments vor. Gleichzeitig brach in Palermo ein separatistischer Aufstand aus, der die Rückkehr zur Verfassung von 1812 forderte. Die Regierung ließ ihn militärisch niederschlagen. Als Ferdinands I. auf dem Kongress von Laibach schließlich ein österreichisches Eingreifen gegen die Verfassungsbewegung verlangte, versuchte Franz, Widerstand zu leisten. Die neapolitanischen Truppen wurden jedoch am 7. März 1821 bei Rieti besiegt. Nach der Aufhebung der Verfassung zog sich Franz weitgehend aus der Politik zurück, übernahm aber noch einzelne staatliche Aufgaben. Nach dem Tod seines Vaters am 4. Januar 1825 bestieg Franz als Franz I. den Thron. Er regierte konservativ und überließ die tägliche Verwaltung weitgehend seinem Ministerpräsidenten Luigi de’ Medici, der zugleich für Finanzen und Außenpolitik zuständig war. Gegen die Carbonari und andere politische Geheimbünde wurden harte Verfahren und Sondergerichte eingerichtet. Zugleich milderte der König manche Strafen persönlich. Ein Dekret von 1826 verschärfte jedoch die Maßnahmen gegen Störer der öffentlichen Ordnung. Außenpolitisch erreichte Franz 1827 den Abzug der seit 1821 im Land stationierten österreichischen Truppen. Zur Sanierung der Staatsfinanzen wurden Gehälter gekürzt und neue Verbrauchssteuern eingeführt. Der Aufstand im Cilento von 1828 wurde brutal unterdrückt. Zu den bemerkenswerten Maßnahmen seiner Herrschaft gehörten die Gründung des Ordens Franz’ I. für zivile Verdienste im Jahr 1829 und die Verlegung des Musikkollegs, das fortan als Konservatorium San Pietro a Majella bekannt war. 1829 reiste Franz nach Spanien zur Hochzeit seiner Tochter Maria Cristina mit König Ferdinand VII. Während des Aufenthalts starb sein langjähriger Minister de’ Medici. Nach seiner Rückkehr verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Königs weiter. Franz I. starb am 8. November 1830 in Neapel. Seine Ehe mit Maria Isabella hatte zahlreiche Kinder hervorgebracht, deren Ehen viele europäische Herrscherhäuser miteinander verbanden. Sein Sohn Ferdinand bestieg als Ferdinand II. den Thron des Königreichs beider Sizilien.

Quelle: Francesco I delle Due Sicilie (it, 151574206). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0