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Rudolph I of Austria
Antoni Boys
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Bildquelle: File:Rudolph I of Austria.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Rudolf I. von Habsburg wurde am 1. Mai 1218 geboren und starb am 15. Juli 1291 in Speyer. Als Rudolf IV. war er seit etwa 1240 Graf von Habsburg, von 1273 bis zu seinem Tod außerdem römisch-deutscher König. Mit seiner Wahl begann der Aufstieg der Habsburger zu einer der bedeutendsten Dynastien des Reiches.
Rudolf entstammte dem alten habsburgischen Adelsgeschlecht, dessen namensgebende Burg im Aargau lag. Die Familie besaß umfangreiche Güter zwischen Reuss und Aare, in der Nordschweiz und im Elsass. Rudolfs Vater war Albrecht IV. von Habsburg, seine Mutter Heilwig stammte aus dem gräflichen Haus Kyburg. Rudolf wurde nicht am Königshof erzogen und erhielt offenbar keine umfassende Bildung: Er kannte weder die Schrift noch Latein. Nach dem Tod seines Vaters, der 1239 auf einen Kreuzzug gegangen war, übernahm Rudolf um 1240 die alleinige Herrschaft über die habsburgische Hauptlinie.
Wie sein Vater stand Rudolf zunächst eng auf der Seite der Staufer. Gemeinsam mit seinem Bruder Hartmann unterstützte er Kaiser Friedrich II. in dessen Konflikt mit dem Papsttum. Auch nach Friedrichs Tod 1250 blieb Rudolf Konrad IV. treu und wurde deshalb mit dem Kirchenbann belegt. Nach Konrads Tod 1254 schloss er Frieden mit der Kurie und wurde vom Bann gelöst. Inzwischen hatte er seine Stellung am Oberrhein und in der Nordschweiz gefestigt. Durch seine Ehe mit Gertrud von Hohenberg, die er um 1253 heiratete, gewann er weiteren Besitz im Elsass.
Die Jahrzehnte nach dem Tod Friedrichs II. waren von einer schwachen Königsherrschaft und konkurrierenden Königen geprägt. Diese Zeit wird traditionell als Interregnum bezeichnet. Rudolf nutzte die politischen und militärischen Möglichkeiten dieser Epoche, um seine territoriale Macht auszubauen. In Auseinandersetzungen mit dem Bischof von Basel erlangte er die Vogtei über das Kloster Sankt Blasien. 1262 unterstützte er die Bürger von Straßburg im Kampf gegen ihren Bischof und trug in der Schlacht von Hausbergen den Sieg davon. Nach dem Aussterben der Kyburger setzte er sich gegen den Grafen von Savoyen durch und gewann unter anderem Winterthur, Diessenhofen, Frauenfeld, Freiburg im Üechtland und die Grafschaft Thurgau. Trotz dieser Erfolge blieb er im Vergleich mit den Staufern oder dem mächtigen böhmischen König Ottokar II. zunächst ein vergleichsweise armer Graf.
Nach dem Tod Richards von Cornwall wollten die Fürsten 1273 einen neuen König wählen. Unter mehreren Bewerbern einigten sich die Kurfürsten schließlich auf Rudolf, obwohl der böhmische König Ottokar seine Zustimmung verweigerte. Am 1. Oktober 1273 wurde Rudolf in Frankfurt gewählt; am 24. Oktober krönte ihn der Kölner Erzbischof gemeinsam mit seiner Gemahlin in Aachen. Um die Ansprüche seiner Familie zu stärken, betrieb Rudolf von Beginn an eine gezielte Heiratspolitik. Seine Tochter Mathilde heiratete den Pfalzgrafen und Herzog von Oberbayern, Ludwig II., seine Tochter Agnes den Herzog Albrecht II. von Sachsen. Weitere Ehen verbanden seine Töchter mit dem brandenburgischen und dem böhmischen Herrscherhaus. Auf diese Weise gewann Rudolf die weltlichen Königswähler als Schwiegersöhne oder Verwandte.
Als König wollte Rudolf das seit der späten Stauferzeit verlorengegangene Reichsgut zurückgewinnen. Schon kurz nach seiner Krönung erklärte er unrechtmäßige Zölle für ungültig und forderte entfremdete Güter zurück. Für diese Revindikationen richtete er Landvogteien ein, die zugleich Einkünfte verwalteten, den Landfrieden überwachten und königliche Rechte durchsetzten. Besonders in Schwaben, im Elsass und im Rheinland war Rudolf erfolgreich. Im Norden des Reiches blieb seine Herrschaft dagegen schwach. Dort musste er sich auf mächtige Territorialherren stützen, die ihre eigenen Interessen verfolgten.
Der wichtigste Gegner seiner Königsherrschaft war Ottokar II. von Böhmen, der nach dem Aussterben der Babenberger Österreich, die Steiermark, Kärnten und weitere Gebiete erworben hatte. Rudolf eröffnete 1274 ein Verfahren gegen ihn. Als Ottokar Rudolfs Wahl nicht anerkannte, wurden ihm seine Reichslehen aberkannt und schließlich die Reichsacht über ihn verhängt. Rudolf gewann Verbündete, darunter ungarische Kräfte und die Grafen von Görz-Tirol, und wandte sich zunächst gegen die böhmische Herrschaft in Österreich. Ottokar musste 1276 in Wien Frieden schließen, Rudolf als König anerkennen und Österreich, die Steiermark sowie Kärnten mit Krain und Pordenone herausgeben.
Der Frieden hielt nicht lange. Am 26. August 1278 kam es bei Dürnkrut nordöstlich von Wien zur entscheidenden Schlacht. Rudolf nahm trotz seines hohen Alters selbst am Kampf teil und wurde beinahe getötet. Durch einen Flankenangriff seiner zurückgehaltenen Ritter errang er den Sieg. Ottokar fiel, nachdem er von österreichischen Adligen erschlagen worden war. Der Erfolg begründete die habsburgische Herrschaft in Österreich und der Steiermark und machte das Haus Habsburg zu einer reichsfürstlichen Dynastie. Rudolf verzichtete jedoch darauf, auch Böhmen und Mähren zu übernehmen, und erkannte Ottokars Sohn Wenzel als Nachfolger an. Durch mehrere Eheschließungen sicherte er die Beziehungen zwischen den Häusern.
Rudolf übertrug 1282 seinen Söhnen Albrecht und Rudolf gemeinsam Österreich, die Steiermark, Krain und die Windische Mark. Damit wurden beide zu Reichsfürsten erhoben. Wegen des Widerstands der österreichischen Herren musste Rudolf jedoch bald Albrecht die alleinige Herrschaft überlassen. Sein Versuch, einen Sohn zu Lebzeiten als Nachfolger im Reich einzusetzen, scheiterte. Hartmann war 1281 im Rhein ertrunken, Rudolfs gleichnamiger Sohn starb 1290 unerwartet in Prag. Der verbliebene Sohn Albrecht fand 1291 bei den Kurfürsten keine ausreichende Unterstützung und wurde nach Rudolfs Tod nicht zum König gewählt.
Rudolf knüpfte in seiner Herrschaft vielfach an die staufische Tradition an. Er regierte ohne feste Residenz und war auf Reisen durch das Reich angewiesen, um seine Autorität sichtbar zu machen. Hoftage, Schiedsverfahren und die Zustimmung der Fürsten spielten eine zentrale Rolle. Er förderte die Städte, gewährte ihnen Rechte und band sie stärker in die Reichspolitik ein. Seine Steuerforderungen führten allerdings zu erheblichem Widerstand. Außerdem betrieb er eine regionale Landfriedenspolitik und ging in Thüringen energisch gegen Raubritter und befestigte Raubburgen vor.
Mehrfach bemühte sich Rudolf vergeblich um die Kaiserkrone. Die geplante Romfahrt und ein Kreuzzug scheiterten vor allem am frühen Tod Papst Gregors X. und an den wechselnden Interessen seiner Nachfolger. Auch seine Bestrebungen, die Nachfolge eines Sohnes zu sichern, blieben erfolglos. Als sich sein Gesundheitszustand 1291 verschlechterte, zog der König nach Speyer, um im bedeutendsten Begräbnisort des römisch-deutschen Königtums bestattet zu werden. Einen Tag nach seiner Ankunft starb er vermutlich an Altersschwäche in Verbindung mit einer Gichterkrankung. Rudolf wurde im Speyerer Dom neben dem staufischen König Philipp von Schwaben beigesetzt.
Im Spätmittelalter galt Rudolf als Stammvater und Begründer der habsburgischen Königsdynastie. Zeitgenössische Erzählungen schilderten ihn als gerechten, humorvollen, volkstümlichen und gelegentlich listigen Herrscher. Später wurde er besonders in Dichtungen und Dramen als bescheidener und frommer Friedensbringer dargestellt. Historiker bewerten ihn unterschiedlich: Einige sehen in ihm einen pragmatischen Herrscher mit begrenzten strukturellen Möglichkeiten, andere einen bedeutenden König, der nach dem Interregnum die königliche Friedensgewalt und den Einfluss des Reiches wieder stärkte.
Quelle: Rudolf I. (HRR) (de, 268820122). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0