Biografie
Agnes Gertrud von Habsburg wurde 1257 in Rheinfelden im Herzogtum Schwaben geboren und starb am 11. Oktober 1322 in Wittenberg. Sie entstammte dem Haus Habsburg und wurde durch ihre Ehe zur Herzogin von Sachsen. Nach der Teilung des Herzogtums im Jahr 1296 führte sie den Titel einer Herzogin von Sachsen-Wittenberg.
Agnes war die jüngere Tochter Rudolfs IV. von Habsburg und dessen erster Ehefrau Gertrud von Hohenberg. Sie wuchs in einer Zeit auf, in der die Habsburger ihren politischen Einfluss entscheidend ausweiteten. Das Geschlecht war zunächst vergleichsweise unbedeutend, doch 1273 wurde Agnes’ Vater zum römisch-deutschen König gewählt. Damit begann der Aufstieg der Habsburger zu einer der maßgeblichen Herrscherdynastien des Heiligen Römischen Reiches.
Agnes war das vierte von insgesamt zehn Kindern. Zu ihren Geschwistern gehörten ihr älterer Halbbruder Albrecht I. von Schenkenberg-Löwenstein sowie Albrecht I. von Habsburg, der seinem Vater später als römisch-deutscher König nachfolgte. Ihr Bruder Hartmann ertrank 1281. Rudolf II. wurde Herzog von Schwaben, starb jedoch bereits 1290. Nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 1281 heiratete ihr Vater Isabella von Burgund, die – mit Ausnahme von Guta – jünger als seine Stiefkinder war.
Die Ehen von Agnes und ihren Schwestern waren Teil der politischen Bündnispolitik Rudolfs von Habsburg. Mathilde heiratete Ludwig, den Herzog von Oberbayern, Katharina wurde die Ehefrau Ottos III. von Niederbayern, Hedwig heiratete Otto VI., den Markgrafen von Brandenburg-Salzwedel, Klementia wurde mit Karl Martell, dem Titularkönig von Ungarn, vermählt, und Guta heiratete König Wenzel II. von Böhmen. Auf diese Weise knüpfte Rudolf Verbindungen zu mächtigen Fürsten und sicherte sich deren Unterstützung im Reich.
Agnes heiratete Albrecht II., Herzog von Sachsen. Albrecht hatte Rudolf von Habsburg 1273 bei dessen Wahl zum römisch-deutschen König seine Stimme gegeben. Als Gegenleistung heirateten Albrecht und Agnes am Tag von Rudolfs Krönung, dem 24. Oktober 1273, in Aachen. Albrecht erhielt außerdem die Schutzvogtei über Lübeck. Die Ehe verband somit die sächsische Herzogsfamilie eng mit dem aufsteigenden Haus Habsburg.
Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor. Der Sohn Rudolf, der um 1284 geboren wurde und 1356 starb, wurde Herzog von Sachsen-Wittenberg und Markgraf von Brandenburg. Bereits 1288 erhielt Albrecht II. für seinen Sohn von dessen Großvater die Belehnung mit der Pfalzgrafschaft Sachsen. Ein weiterer Sohn, Otto, starb nach dem 29. August 1311. Albert, der etwa 1285 geboren wurde und 1342 starb, schlug eine geistliche Laufbahn ein und wurde Fürstbischof von Passau. Wenzel, der 1327 starb, war Kanoniker in Halberstadt. Die Tochter Anna war zunächst mit Friedrich dem Lahmen von Thüringen und später mit Heinrich II., dem Herrn von Mecklenburg, verheiratet. Elisabeth starb 1341.
Agnes verbrachte ihre letzten Lebensjahre in Wittenberg und wurde dort im Franziskanerkloster beigesetzt. Im Jahr 1883 überführte man ihre Gebeine in die Schlosskirche von Wittenberg. Ihr Leben steht beispielhaft für die Rolle hochadliger Frauen im mittelalterlichen Reich: Durch ihre Herkunft und vor allem durch ihre Ehe war sie Teil jener dynastischen Verbindungen, mit denen die Habsburger ihren Einfluss festigten und ihre Stellung unter den führenden Fürstenhäusern ausbauten.
Quelle: Agnes Gertrud von Habsburg (de, 263778308). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0