Biografie
Hedwig von Habsburg, auch Hedwig oder Heilwig genannt, wurde vermutlich zwischen 1258 und 1261 in Rheinfelden im heutigen Schweizer Kanton Aargau geboren. Als Sterbejahr wird 1285 angegeben; sie starb im Mark Brandenburg im Heiligen Römischen Reich. Hedwig entstammte dem Haus Habsburg und wurde durch ihre Ehe mit dem brandenburgischen Markgrafen Otto VI. von Brandenburg-Salzwedel zu einer Verbindung zwischen zwei bedeutenden Fürstenhäusern des Reiches.
Ihr Vater war Graf Rudolf IV. von Habsburg, der später als Rudolf I. zum römisch-deutschen König gewählt wurde. Ihre Mutter Gertrud von Hohenberg war Rudolfs erste Ehefrau. Hedwig war das fünfte von insgesamt zehn Kindern. Zum Zeitpunkt ihrer Geburt gehörten die Habsburger noch zu einer vergleichsweise wenig bedeutenden Adelsfamilie. Das änderte sich grundlegend, als Rudolf 1273 zum römisch-deutschen König gewählt wurde. Unter seiner Herrschaft stieg das Haus Habsburg zur führenden Dynastie des Heiligen Römischen Reiches auf.
Hedwigs Familie spielte eine wichtige Rolle in Rudolfs Machtpolitik. Ihr Bruder Albrecht folgte dem Vater später als römisch-deutscher König. Auch Hedwigs Schwestern wurden mit einflussreichen Fürsten und Königen verheiratet, die Rudolf unterstützten. Mathilde heiratete Ludwig den Strengen, Herzog von Oberbayern, Katharina Otto III., Herzog von Niederbayern. Klementia wurde mit Karl Martell, dem Titularkönig von Ungarn, vermählt, Agnes mit Herzog Albrecht II. von Sachsen-Wittenberg. Hedwigs Schwester Judith, auch Guta genannt, heiratete den böhmischen König Wenzel II. Diese Ehen stärkten die politischen Beziehungen der Habsburger zu mehreren mächtigen Häusern im Reich und in den angrenzenden Königreichen.
Hedwigs eigene Ehe wurde während der Friedensverhandlungen von Kolin im Jahr 1278 vereinbart. Bei diesen Verhandlungen wurden mehrere dynastische Verbindungen festgelegt: Rudolfs Kinder Judith und Rudolf sollten Kinder des böhmischen Königs Ottokar II. heiraten, und Hedwig sollte Otto VI. von Brandenburg-Salzwedel aus dem Haus Askanien heiraten. Otto wurde um 1264 geboren und war ein Sohn des brandenburgischen Markgrafen Otto III. sowie einer Schwester Ottokars II. Die geplanten Ehen dienten damit nicht nur familiären Interessen, sondern auch der politischen Absicherung der nach den Konflikten jener Zeit neu geordneten Beziehungen zwischen den Fürstenhäusern.
Im Jahr 1279 wurde Otto in Wien zum Ritter geschlagen. Anschließend heirateten er und Hedwig in der Wiener Dominikanerkirche. Otto übernahm ab 1280 die Regierung der askanischen Besitzungen. Aus den erhaltenen Urkunden geht hervor, dass er sich häufig am Hof seines Schwiegervaters Rudolf aufhielt. Dies deutet auf die enge politische und persönliche Verbindung zwischen Otto und der habsburgischen Familie hin. Wahrscheinlich blieb die Ehe von Hedwig und Otto kinderlos.
Hedwig trat nur selten selbst in den überlieferten politischen oder religiösen Ereignissen hervor, doch eine Urkunde belegt ihre Anwesenheit in der letzten Januarwoche des Jahres 1285. Sie nahm damals an der Weihe der Minoritenkirche in Eger teil. Bei dieser Gelegenheit fand auch die Belehnung ihres Mannes Otto VI. statt. An der Zeremonie waren außerdem zwei ihrer Schwestern anwesend: Agnes von Sachsen und Judith, die Königin von Böhmen. Das Ereignis verdeutlicht erneut die enge Einbindung Hedwigs in das weit verzweigte dynastische Netzwerk ihrer Familie.
Am 27. Oktober 1286 wird Hedwig bereits als verstorben bezeichnet. An diesem Tag verzichtete Otto VI. zugunsten seines Bruders auf die Markgrafschaft Brandenburg. Danach schloss er sich zunächst dem Templerorden an, zog sich jedoch bald darauf in die Zisterzienserabtei Lehnin in Brandenburg zurück. Dort verbrachte er den späteren Teil seines Lebens und starb schließlich. Otto wurde in Lehnin neben seiner Ehefrau Hedwig bestattet.
Hedwigs Leben fiel in eine Zeit, in der politische Bündnisse häufig durch Heiraten geschlossen und gefestigt wurden. Ihre Ehe verband die aufsteigenden Habsburger mit dem askanischen Haus Brandenburg. Obwohl über ihre persönliche Lebensführung nur wenig bekannt ist und sie vermutlich keine Kinder hatte, war sie Teil jener Generation, durch deren verwandtschaftliche Beziehungen der Einfluss der Habsburger im Heiligen Römischen Reich wesentlich erweitert wurde.
Quelle: Hedviga de Habsburg (ro, 16226492). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
Eltern
Kinder
Keine geprüften Kinderbeziehungen vorhanden.