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Rudolf II. - König Rudolf I. mit Agnes von Böhmen
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Bildquelle: File:Rudolf II. - König Rudolf I. mit Agnes von Böhmen.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Rudolf II. von Habsburg wurde 1270 in Rheinfelden im heutigen Schweizer Kanton Aargau geboren. Er war der jüngste Sohn des römisch-deutschen Königs Rudolf I. von Habsburg und dessen erster Ehefrau Gertrud von Hohenberg, der das Kindesalter überlebte. Rudolf gehörte damit zur aufsteigenden habsburgischen Dynastie, die unter seinem Vater ihre Stellung im Reich deutlich ausbauen konnte.
Am 17. Dezember 1282 erhob Rudolf I. seinen Sohn auf dem Reichstag in Augsburg gemeinsam mit dessen älterem Bruder Albrecht zum Reichsfürsten. Den beiden Brüdern wurden die Herzogtümer Österreich, Steiermark, Kärnten und Krain sowie die Windische Mark übertragen. Diese Gebiete hatte der böhmische König Ottokar II. 1278 gewaltsam verloren. Die gemeinsame Belehnung zweier Brüder war in den österreichischen Ländern ungewöhnlich. Deshalb verlangten die dortigen Stände eine Aufteilung der Herrschaft zwischen Rudolf und Albrecht.
Im Vertrag von Rheinfelden vom 1. Juni 1283 verzichtete Rudolf zugunsten seines älteren Bruders auf die genannten Herzogtümer. Als Ausgleich sollte er innerhalb von höchstens vier Jahren ein eigenes Fürstentum oder Königreich sowie eine finanzielle Entschädigung erhalten. Diese Zusagen wurden jedoch bis zu seinem frühen Tod nicht erfüllt. Rudolf blieb zunächst in den österreichischen Ländern und beteiligte sich an ihrer Verwaltung, während Albrecht die eigentliche Herrschaft über die Herzogtümer übernahm.
Rudolf erhielt die Regentschaft in Vorderösterreich, den westlich von Tirol und Bayern gelegenen habsburgischen Besitzungen, sowie im Klettgau. Außerdem führte er den Titel eines Herzogs von Schwaben. Dieser Rang war allerdings weitgehend ehrenhalber. Zwar beanspruchten die Habsburger das Herzogtum Schwaben seit dem Tod des letzten staufischen Herzogs Konradin im Jahr 1268 formal für sich, doch besaßen sie dort nur kleinere und voneinander getrennte Gebiete. Aus diesen Besitzungen entwickelte sich später Vorderösterreich; als tatsächlich verliehenes Herzogtum gehörte Schwaben Rudolf jedoch nie.
Rudolf trat auch militärisch hervor. Im Frühjahr 1288 belagerte er die Burg Weißenburg im Klettgau, wobei sein Vater ihn unterstützte. In derselben Zeit nahm er an Rudolfs I. Feldzug gegen Bern teil, das sich mit dem Haus Savoyen verbündet hatte. Nachdem der erste Angriff des Königs auf die Stadt gescheitert war, gelang es Rudolf, die Berner zu einem Gegenangriff zu bewegen. Am 27. April 1289 besiegte er sie in der Schlacht bei Schosshalde. Zeitgenössische Chronisten beschrieben ihn als kräftigen und kriegserfahrenen jungen Mann, weshalb sein plötzlicher Tod besonders überraschend wirkte.
Rudolf starb am 10. Mai 1290 in Prag, als er seine Schwester Judith besuchte. Er wurde zunächst in der Prager Burg bestattet. Auf Wunsch Kaiser Karls IV. ließ man seine sterblichen Überreste 1373 in den Veitsdom überführen.
Im Jahr 1289 heiratete Rudolf in Prag Agnes von Böhmen, eine Tochter des früheren böhmischen Königs Ottokar II. Přemysl. Die Ehe dauerte nur kurze Zeit. Ihr einziger Sohn, Johann von Schwaben, wurde 1290 nach Rudolfs Tod geboren und trug deshalb auch den Beinamen „der Postume“. Johann erhielt außerdem den Beinamen „Parricida“, der „Vatermörder“, weil er am 1. Mai 1308 seinen Onkel Albrecht tötete. Er begründete diese Tat mit seinem Anspruch auf die Erbrechte und die Entschädigung, die seinem Vater Rudolf zugesprochen worden waren, aber nie verwirklicht wurden.
Rudolf II. blieb somit nur wenige Jahre politisch selbstständig. Seine kurze Herrschaft war von der Neuordnung der habsburgischen Besitzungen, dem Verzicht auf die gemeinsame Herrschaft mit Albrecht und einzelnen militärischen Erfolgen geprägt. Wegen seines frühen Todes konnte er weder ein eigenes Fürstentum erwerben noch die ihm versprochenen Ausgleichszahlungen erhalten. Seine Nachgeschichte war dennoch eng mit der Entwicklung der Habsburger verbunden, insbesondere durch den Konflikt seines nachgeborenen Sohnes mit Albrecht.
Quelle: Rudolf al II-lea, Duce al Austriei (ro, 16821747). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0