Person
Albrecht von Löwenstein-Schenkenberg
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
Keine geprüfte Geburtsangabe vorhanden.
Tod
11.06.1304
1304
Biografie
Albrecht von Löwenstein-Schenkenberg, auch Albrecht I. von Löwenstein genannt, war ein unehelicher Sohn des Habsburgerkönigs Rudolf I. und wurde ab 1283 Graf von Löwenstein. Er gilt außerdem als Gründer der Stadt Murrhardt, die 1288 unter seiner Herrschaft neu angelegt wurde. Albrecht starb am 11. Juni 1304.
Albrecht war der erstgeborene uneheliche Sohn Rudolfs von Habsburg. Bereits 1278 begleitete er seinen Vater auf dessen Kriegszug gegen den böhmischen König Ottokar, zu einer Zeit, als Rudolf zum römisch-deutschen König gewählt worden war. Albrechts Mutter stammte vermutlich aus dem Geschlecht der Freiherren und Schenken von Schenkenberg, deren Stammsitz die Burg Schenkenberg im heutigen Kanton Aargau war. Dieses alte, zähringisch geprägte Adelsgeschlecht führte ursprünglich einen aufsteigenden Adler über einem Sparren im Wappen.
Rudolf I. erwarb am 15. August 1281 die Grafschaft Löwenstein vom Würzburger Bischof Berthold von Sternberg. Er wandelte sie in ein Reichslehen um und übertrug sie gemeinsam mit der Burg Wolfsölden an seinen ältesten unehelichen Sohn. Ab 1283 führte Albrecht den Namen Graf von Löwenstein. Dabei übernahm er das Wappen der älteren Grafen von Calw-Löwenstein: einen schreitenden Löwen auf einem Dreiberg. Die Übertragung der Grafschaft verschaffte ihm eine eigenständige Stellung innerhalb des habsburgischen Umfelds und bildete die Grundlage seiner späteren Herrschaft.
Albrecht heiratete zunächst Mechthild von Württemberg, eine Tochter des württembergischen Grafen Ulrich I. und Mechthilds von Baden. Diese Ehe endete bereits 1284 mit dem Tod seiner Frau. Noch im selben Jahr heiratete Albrecht in zweiter Ehe Luitgard von Bolanden. Durch diese Verbindung gelangte er zu umfangreichen Besitzungen am Rhein. Wegen des dort milderen Klimas hielt er sich regelmäßig während der Wintermonate in dieser Region auf. Luitgard heiratete nach Albrechts Tod Rudolf IV. von Baden.
Seinen Besitz konnte Albrecht weiter ausbauen. 1291 erhielt er von seinem Vater zusätzlich die Burg Magenheim und die Stadt Bönnigheim. Auch einen Rechtsstreit um die Grafschaft Löwenstein konnte er für sich entscheiden. Eberhard von Landau hatte wegen angeblicher Erbansprüche seiner Ehefrau gegen Albrecht geklagt; König Adolf von Nassau entschied den Streit zugunsten des Löwensteiners.
Die politischen Verhältnisse im Reich beeinflussten Albrechts Laufbahn unmittelbar. 1298 kämpfte er gemeinsam mit seinem jüngeren Halbbruder Albrecht von Habsburg in der Schlacht bei Göllheim. Der Sieg über König Adolf von Nassau, dessen Tod in der Schlacht und die anschließende Wahl Albrechts von Habsburg zum römisch-deutschen König stärkten die Stellung der Habsburger und damit auch die Position des Grafen von Löwenstein. Albrecht selbst blieb eng mit dem Herrscherhaus verbunden, ohne jedoch die Königswürde zu erlangen.
Albrecht und Luitgard hatten zahlreiche Kinder. Zu ihnen gehörten Philipp, Nikolaus, Rudolf, Gerhard, Anna sowie die Söhne Albrecht II. und weitere Nachkommen aus der Linie Löwenstein-Schenkenberg. Die Töchter Luitgard und Ita traten in das Kloster Lichtenstern ein, während Gerhard Domherr in Speyer wurde. Anna heiratete Ulrich II., Grafen von Asperg und Beilstein. Nikolaus, der um 1300 geboren wurde und 1339 starb, wurde später neben seinem Vater im Kloster Murrhardt beigesetzt. Seine Söhne Albrecht II. und Rudolf II. führten die Familie fort.
Albrecht wählte die Klosterkirche von Murrhardt als neue Familiengrablege. Dort wurde er als Vogt des Klosters im Ostchor vor dem Marienaltar bestattet. Auch sein Sohn Nikolaus fand später neben ihm seine letzte Ruhestätte. Der Todestag Albrechts ist zudem durch einen Eintrag seiner Schwägerin Anna von Bolanden überliefert, einer Wormser Nonne, die ihn in ihrem Gebetbuch vermerkte. Das Gebetbuch befindet sich heute in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe.
Albrechts Bedeutung lag vor allem in der Verbindung mehrerer Herrschaftsräume und Familienbeziehungen: Als unehelicher Sohn Rudolfs I. gehörte er zum weiteren habsburgischen Umfeld, als Graf von Löwenstein begründete er eine eigene territoriale Linie, und als Förderer Murrhardts prägte er die Entwicklung der Stadt und des Klosters. Seine Nachkommen führten den Namen Löwenstein-Schenkenberg weiter und sicherten damit den Fortbestand des von ihm begründeten Zweigs.
Quelle: Albrecht von Löwenstein-Schenkenberg (de, 268493576). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0