Person

Maximilian I.

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Geburt

  1. 22.03.1459

Tod

  1. 12.01.1519

Porträt von Maximilian I.
Bildnachweis

German: Kaiser Maximilian I. Maximilian I, Holy Roman Emperor label QS:Lru,"Император Священной Римской империи Максимилиан I " label QS:Lde," Kaiser Maximilian I. " label QS:Len," Maximilian I, Holy Roman Emperor "

Albrecht Dürer

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Bildquelle: File:Maximilian I, Holy Roman Emperor.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Maximilian I. wurde am 22. März 1459 in Wiener Neustadt als einziger überlebender Sohn Kaiser Friedrichs III. und Eleonores von Portugal geboren. Sein Vater benannte ihn nach Maximilian von Tebessa, den er mit einer Traumvision verband. Als Kind erlebte Maximilian die Belagerung Wiens und verlor früh seine Mutter, zu der er eine besonders enge Beziehung hatte. Seine Erziehung verlief schwierig: Er interessierte sich stärker für körperliche Betätigung, Turniere und Waffen als für den Unterricht. Schon als Jugendlicher galt er als mutig, lebenslustig und zu Ausschweifungen geneigt, zugleich aber als auffallend attraktiv und körperlich begabt. Seine erste militärische Erfahrung sammelte er 1476 in einem Feldzug gegen Ungarn. Eine entscheidende Wendung nahm sein Leben durch die Verbindung mit Maria von Burgund, der Tochter Karls des Kühnen. Die Ehe war von Friedrich III. aus politischen Gründen vorbereitet worden und wurde am 19. August 1477 geschlossen, nachdem Maria durch den Tod ihres Vaters in der Schlacht von Nancy ein gewaltiges Erbe erhalten hatte. Maximilian übernahm damit die Verteidigung ihrer Besitzungen gegen Frankreich. Trotz knapper Mittel führte er Krieg gegen König Ludwig XI. und errang 1479 bei Guinegate einen wichtigen Sieg. Die Ehe brachte ihm jedoch nicht nur politischen Einfluss, sondern auch eine tiefe persönliche Bindung. Maria starb 1482 bei einem Reitunfall, woraufhin Maximilian die Herrschaft über die burgundischen Länder für ihren Sohn Philipp sichern musste. Seine Regentschaft in den Niederlanden war von Konflikten geprägt. Maximilian versuchte, die politische Macht stärker zu zentralisieren, stieß damit aber auf den Widerstand zahlreicher Städte und Provinzen, die ihre traditionellen Rechte verteidigen wollten. Zwischen 1482 und 1492 kam es mehrfach zu Aufständen; zeitweise gerieten Philipp und sogar Maximilian selbst in Gefangenschaft. Schließlich wurden die Rebellionen mit militärischer Gewalt niedergeschlagen. Maximilian überließ die Verwaltung später Albrecht von Sachsen, der vorsichtiger mit den politischen Körperschaften zusammenarbeitete. Der Vertrag von Senlis von 1493 bestätigte die Rückgabe von Artois und der Freigrafschaft Burgund an die Habsburger, während das eigentliche Herzogtum Burgund französisch blieb. Ein großer Teil der Niederlande blieb damit im habsburgischen Besitz. Maximilian wurde am 16. Februar 1486 in Frankfurt zum römisch-deutschen König gewählt und im April in Aachen gekrönt. Bis zum Tod seines Vaters 1493 regierte er gemeinsam mit Friedrich III. In dieser Zeit gewann er verlorene österreichische Gebiete zurück. Nach dem Tod des ungarischen Königs Matthias Corvinus eroberte er 1490 Wien und weitere Städte. Durch seine Vermittlung gelangte außerdem Tirol an die Habsburger, wodurch die österreichischen Länder territorial besser miteinander verbunden wurden. Gegen das Osmanische Reich musste er seine südöstlichen Besitzungen wiederholt verteidigen; die Bedrohung durch osmanische Angriffe prägte seine Politik, auch wenn ihm wegen seiner finanziellen Schwierigkeiten kein großer Gegenangriff gelang. Seine Kriege in Ungarn und Italien zeigten die Grenzen seiner Macht. 1490 drang Maximilian mit einem großen Heer nach Ungarn vor, musste den Feldzug aber wegen Geldmangels und einer Meuterei seiner Söldner abbrechen. Der Frieden von Pressburg sicherte den Habsburgern dennoch das Erbrecht auf den ungarischen Thron, falls die männliche Linie des Königs erlöschen sollte. In Italien konnte Maximilian die französische Eroberung Mailands nicht verhindern. Sein Krieg gegen Venedig endete 1508 mit einer schweren Niederlage und einem ungünstigen Waffenstillstand. Später gewann er im Rahmen der Liga von Cambrai einige Gebiete zurück, doch die Kriege belasteten Österreich und andere habsburgische Länder schwer. 1499 musste er nach einer Niederlage bei Dornach außerdem die Unabhängigkeit der Schweizer Eidgenossenschaft anerkennen. Nach dem Tod Friedrichs III. wurde Maximilian 1493 faktisch zum Oberhaupt des Heiligen Römischen Reiches. 1508 nahm er mit Zustimmung Papst Julius’ II. in Trient den Titel eines „erwählten römischen Kaisers“ an, ohne in Rom vom Papst gekrönt worden zu sein. Damit endete die jahrhundertealte Gewohnheit, den Kaisertitel erst durch eine päpstliche Krönung zu übernehmen. Maximilian förderte umfassende Reformen des Reiches, auch wenn er seine eigene Macht nicht preisgeben wollte. Auf dem Reichstag von Worms 1495 wurden der Ewige Landfriede verkündet, private Fehden grundsätzlich verboten und neue Gerichts- und Finanzinstitutionen geschaffen. Das Reichskammergericht sollte unabhängig vom Kaiser Recht sprechen, während der Gemeine Pfennig zur Finanzierung gemeinsamer Aufgaben diente. Daneben entstand der Reichshofrat als kaiserliches Gegengewicht. Maximilian reorganisierte Kanzleien und Finanzverwaltung, führte in Tirol ein kodifiziertes Strafrecht ein und entwickelte militärische Vorschriften, die den Schutz von Zivilisten und eine strengere Disziplin vorsahen. Die Reformen blieben unvollständig, stärkten aber die gemeinsamen Strukturen des Reiches und die Verwaltung der österreichischen Länder. Seine Politik war kostspielig. Ein großer Teil seiner Einnahmen floss in Kriege, sodass er dauerhaft auf Kredite süddeutscher Bankiers, besonders der Fugger und Welser, angewiesen war. Die Verschuldung belastete seine Untertanen, während seine Förderung des Bergbaus, der Metallverarbeitung, des Waffenhandwerks und des Postwesens wirtschaftliche Entwicklungen begünstigte. Augsburg wurde unter seiner Herrschaft zu einem wichtigen Zentrum von Handel und Nachrichtenverkehr. Maximilian ging auch gegen Juden und Roma mit wechselnder, insgesamt aber vielfach ausgrenzender Politik vor. Vertreibungen jüdischer Gemeinden wurden häufig gegen finanzielle Leistungen lokaler Regierungen genehmigt; später unterstützte er jedoch Gelehrte, die jüdische Bücher verteidigten. Gegenüber den Roma verschärfte sich die Gesetzgebung. Seine größte langfristige Leistung lag in der Verbindung von Kriegspolitik und dynastischen Ehen. Sein Sohn Philipp heiratete 1496 Johanna von Kastilien. Aus dieser Verbindung gingen die späteren Kaiser Karl V. und Ferdinand I. hervor. Auf dem Wiener Kongress von 1515 arrangierte Maximilian zudem Ehen zwischen seinen Enkeln und den Kindern des ungarisch-böhmischen Königs Wladislaw II. Diese Vereinbarungen trugen dazu bei, dass die Habsburger 1526 die Herrschaft über Ungarn und Böhmen übernahmen. So erweiterte Maximilian den Einfluss seiner Familie über die Niederlande, Spanien, Österreich, Italien sowie Mittel- und Osteuropa. Maximilian heiratete nach Marias Tod zunächst durch Stellvertretung Anna von Bretagne; die Verbindung wurde jedoch aufgelöst, nachdem Karl VIII. von Frankreich Anna zur Heirat zwang. 1494 heiratete Maximilian Bianca Maria Sforza. Die Ehe blieb kinderlos und galt als unglücklich. Maximilian hatte außerdem mehrere uneheliche Kinder, deren Zahl und Abstammung teilweise umstritten sind. Er selbst förderte sein Bild als idealer Ritter, Herrscher und Mäzen. Mit Hilfe von Künstlern, Gelehrten und Druckern ließ er seine Taten darstellen und prägte den späteren Ruf als „letzter Ritter“. Zugleich war er ein politisch erfahrener Organisator, der sich für Verwaltung, Recht, Militär, Kunst und Literatur interessierte. Zeitgenossen und spätere Historiker sahen in ihm deshalb sowohl einen visionären Renaissancefürsten als auch einen rücksichtslosen, finanziell unzuverlässigen Kriegsherrn. Nach einem schweren Sturz vom Pferd im Jahr 1501 litt Maximilian dauerhaft unter einer Beinverletzung. In seinen letzten Jahren bemühte er sich vergeblich, die Wahl seines Enkels Karl zum römisch-deutschen König zu sichern. Nach politischen Rückschlägen in Augsburg kehrte er nach Innsbruck zurück, wo ihm die dortigen Händler wegen seiner Schulden keinen weiteren Kredit gewährten. Ein Schlaganfall machte ihn im Dezember 1518 bettlägerig. Maximilian starb am 12. Januar 1519 in Wels. Sein Enkel Karl wurde noch im selben Jahr zum neuen Herrscher der habsburgischen Länder und zum Kaiser gewählt. Maximilian hinterließ ein gestärktes, aber hoch verschuldetes Herrschaftsgebilde und legte damit wesentliche Grundlagen für den Aufstieg der Habsburger zur führenden Dynastie Europas.

Quelle: Maximilian I, Holy Roman Emperor (en, 1373891784). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0