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Georges d Autriche
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Bildquelle: File:Georges d Autriche.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Jorge de Austria wurde vermutlich 1504 in Gent geboren und starb am 4. Mai 1557 in Lüttich. Er war Erzbischof von Valencia und später Fürstbischof von Lüttich. Als unehelicher Sohn Kaiser Maximilians I. aus dem Haus Habsburg entstammte er dem europäischen Herrscherhaus, doch seine genaue mütterliche Abstammung ist nicht eindeutig überliefert. Als mögliche Mütter gelten Margareta von Edelsheim und Anna von Helfenstein, die zu jener Zeit Geliebte des Kaisers waren und mit ihm mehrere Kinder hatten.
Seine kirchliche Laufbahn nahm eine entscheidende Wendung, als er am 27. März 1538 auf Érard de La Marck folgte und von Papst Paul III. zum Erzbischof von Valencia ernannt wurde. Die Ernennung erfolgte auf Bitten seines Neffen Kaiser Karl V., der dem einflussreichen italienischen Geschlecht der Farnese angehörte. Jorge de Austria traf 1539 in Valencia ein, zunächst noch als Diakon. Wenig später empfing er die Priesterweihe und wurde bereits am folgenden Tag zum Bischof geweiht.
In Valencia widmete er sich besonders der religiösen Unterweisung der Morisken, der zum Christentum übergetretenen muslimischen Bevölkerung. Er wollte ihre Evangelisierung vorantreiben und suchte Dominikaner als Prediger, die innerhalb seiner Erzdiözese für die christliche Lehre gewinnen sollten. Diese Bemühungen erzielten allerdings nur begrenzte Erfolge. Um die Katechese der sogenannten Neubekehrten zu erleichtern, erließ er die „Instructions e ordinacions per als novament convertits del regne de Valencia“. Darin wurden unter anderem Regeln für die Seelsorge festgelegt. Die Pfarrer sollten tatsächlich in ihren Gemeinden wohnen und durch ein vorbildliches Leben Orientierung geben. Jorge verband seine Pastoral mit dem Gedanken der brüderlichen Nächstenliebe und legte damit den Schwerpunkt nicht allein auf Belehrung, sondern auch auf das persönliche Beispiel der Geistlichen.
Den größten Teil seiner Zeit in der Erzdiözese verbrachte er in Villar de Benaduf, das seit 1795 Villar del Arzobispo genannt wird. Während seiner Abwesenheiten wurde die kirchliche Verwaltung von seinem Weihbischof Miquel Maiques übernommen. Maiques war Augustinermönch, Theologe und Jurist. Später stieg er selbst zum Erzbischof von Sácer im Königreich Sardinien auf, das damals zum Herrschaftsbereich der Krone von Aragón im Mittelmeerraum gehörte.
Im Jahr 1543 wurde Jorge de Austria von seiner Nichte Maria von Ungarn in die Niederlande gerufen. Maria, eine verwitwete Königin, regierte dort als Statthalterin. Jorge begab sich in das Fürstentum Lüttich, einen unabhängigen Staat, der mitten in den Siebzehn Provinzen lag. Dort ernannte ihn Papst Paul III. zum Fürstbischof von Lüttich. Dieses Amt verband kirchliche und weltliche Verantwortung, da der Fürstbischof zugleich geistlicher Oberhirte und Herrscher des Fürstentums war.
Um das neue Amt zu übernehmen, legte Jorge de Austria 1544 das Erzbistum Valencia nieder. Sein Nachfolger wurde Tomás de Villanueva. Von Lüttich aus geriet Jorge stärker in die politischen und militärischen Auseinandersetzungen seiner habsburgischen Familie. Während des Italienischen Krieges von 1551 bis 1559 unterstützte er seinen Neffen Karl I., also den habsburgischen Herrscher, der in dem Konflikt gegen Frankreich stand. Die Unterstützung hatte unmittelbare Folgen für das Fürstentum Lüttich: Französische Truppen fielen in das Gebiet ein und eroberten 1552 Buillon sowie 1554 Couvin.
Beide Orte wurden 1559 durch den Frieden von Cateau-Cambrésis an das Fürstentum zurückgegeben. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch bereits Robert de Berghes Fürstbischof von Lüttich. Jorge de Austria starb zwei Jahre zuvor in Lüttich. Sein Leben führte ihn damit von der habsburgischen Hofsphäre über eine reformorientierte kirchliche Tätigkeit in Valencia bis in die politische Verantwortung eines unabhängigen Fürstentums, das unmittelbar in die Konflikte der europäischen Mächte hineingezogen wurde.
Quelle: Jorge de Austria (es, 171005443). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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