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Bianca Maria Sforza

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Porträt von Bianca Maria Sforza
Bildnachweis

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Giovanni Ambrogio de Predis

Google Arts & Culture — aAGrEKi10bz8jw

Bildquelle: File:Ambrogio de Predis - Bianca Maria Sforza - Google Art Project.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Bianca Maria Sforza wurde am 5. April 1472 in Pavia als älteste eheliche Tochter des Mailänder Herzogs Galeazzo Maria Sforza und seiner zweiten Frau Bona von Savoyen geboren. Ihren Namen erhielt sie nach ihrer Großmutter väterlicherseits, Bianca Maria Visconti. Als Bianca noch keine fünf Jahre alt war, wurde ihr Vater am 26. Dezember 1476 in der Mailänder Kirche Santo Stefano von drei hochrangigen Beamten des Hofes ermordet. Nach seinem Tod wuchs sie unter der Aufsicht ihres Onkels Ludovico Sforza auf, der sich nur wenig um ihre Bildung kümmerte und ihre Neigung zur Handarbeit, besonders zum Sticken, förderte. Schon im Alter von 21 Monaten war Bianca mit ihrem Cousin ersten Grades, Herzog Philibert I. von Savoyen, verlobt worden. Philibert starb jedoch im Frühjahr 1482, sodass Bianca mit zehn Jahren Witwe wurde und nach Mailand zurückkehrte. Später plante man ihre Verbindung mit Johann Corvinus, dem einzigen, wenn auch unehelichen Sohn des ungarischen Königs Matthias Corvinus. Der ungarische Herrscher wollte seinem Sohn dadurch die Erbfolge in Ungarn und Böhmen sichern und ihn zum Herzog von Österreich machen. Ein Stellvertreter-Ehevertrag wurde 1487 unterzeichnet; Bianca erhielt darin mehrere ungarische Grafschaften. Wegen des Widerstands und der Intrigen von Königin Beatrix, der Ehefrau Matthias Corvinus’, kam die eigentliche Hochzeit jedoch nie zustande. 1492 wurde außerdem kurzzeitig eine Ehe mit Jakob IV. von Schottland erwogen, doch auch dieser Plan wurde aufgegeben. Am 16. März 1494 heiratete Bianca in Hall in Tirol den verwitweten deutschen König Maximilian I. Die Ehe war von ihrem Onkel Ludovico arrangiert worden. Er erhoffte sich von Maximilian die Anerkennung seiner Stellung und die Bestätigung seines Herzogtitels; im Gegenzug brachte Bianca eine außergewöhnlich hohe Mitgift von 400.000 Dukaten in die Verbindung ein. Ihr prächtiger Hochzeitszug erregte großes Aufsehen. Bei der Hochzeit trug sie ein mit zahlreichen Juwelen geschmücktes Mieder, darunter Rubine und Perlen. Die Verbindung hatte auch weitreichende politische Folgen. Maximilians Anspruch auf die Oberherrschaft über Mailand verärgerte Anne de France, die für ihren Bruder, den französischen König Karl VIII., die Regentschaft führte. Die daraus entstandene französische Intervention in Italien trug zum Beginn der langwierigen Italienischen Kriege bei. Biancas Ehe mit Maximilian blieb unglücklich. Kurz nach der Hochzeit stellte Maximilian sie zwar als möglicherweise schöner als seine erste Frau, Maria von Burgund, dar, sprach ihr aber Weisheit und Bildung ab. Er hielt sie für ungebildet, redselig, naiv, verschwenderisch und nachlässig. Bianca gewann seine Zuneigung nicht, obwohl sie ihre Stiefkinder Philipp den Schönen und Margarete sehr mochte. Zeitgenössische und spätere Beobachter kritisierten, dass sie sich nicht immer der Würde ihrer Stellung entsprechend verhielt. Neuere Forschungen zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild und weisen darauf hin, dass Bianca durchaus gebildet war und als Vermittlerin zwischen verschiedenen politischen Interessen wirkte, insbesondere zwischen Ludovico Sforza und Maximilian. Ob Bianca Kinder bekommen konnte, ist nicht sicher. Nach frühen Gerüchten über eine Schwangerschaft soll sie entweder unfruchtbar gewesen sein oder 1494 auf der Reise nach Flandern eine Fehlgeburt erlitten haben. Maximilian richtete seine dynastischen Pläne ohnehin von Anfang an auf die Nachkommen aus seiner ersten Ehe, vor allem auf Philipp den Schönen und später auf dessen Söhne Karl und Ferdinand. Biancas Kinderlosigkeit nahm ihr damit einen wichtigen Aufgabenbereich als weibliches Oberhaupt der Familie. Bianca unterhielt einen eigenen Hof von etwa 150 bis 200 Personen. Ihr Lebensstil galt als aufwendig, doch Maximilian ließ sie nicht frei über ihre Finanzen verfügen. Daher wechselten Zeiten großen Luxus’ mit Phasen, in denen ihr Hof äußerlich von Armut geprägt war. Der Jahreslauf wurde durch kirchliche Feste wie Ostern, Weihnachten, Pfingsten und Fronleichnam bestimmt. Hinzu kamen Tänze, Turniere, Hochzeiten, Maskenspiele, Musik, Theater, Jagd und Fischerei. Zu ihren einflussreichen Hofdamen gehörte Violanta Cayma, die aus Italien mitgekommen war und das Vertrauen beider Eheleute genoss. Sie spielte auch eine wichtige Rolle im Briefverkehr mit dem Mailänder Hof. Nach 1500 verlor Maximilian weitgehend das Interesse an Bianca. Sie lebte mit ihrem mailändischen Gefolge in verschiedenen Burgen Tirols. Wiederholt soll Maximilian sie zurückgelassen haben, wenn er auf Reisen seine Unterkunft nicht bezahlen konnte; ob dies tatsächlich aus finanziellen Gründen geschah, ist allerdings umstritten. 1508 nahm Maximilian den Titel eines erwählten Kaisers des Heiligen Römischen Reiches an, wodurch Bianca zur Kaiserin wurde. Trotz ihrer persönlichen Entfremdung stand er ihr in mehreren Rechtsfragen bei und unterstützte ihre Ansprüche. Bianca starb am 31. Dezember 1510 in Innsbruck. Sie wurde in Stams beigesetzt. Maximilian nahm weder an ihrer Beerdigung teil noch ließ er ihr einen Grabstein errichten. Als offizielle Todesursache wurde ein übermäßiger Verzehr von Schnecken genannt; der Hofhistoriker Joseph Grünpeck beschrieb ihren Zustand als Auszehrung und gab letztlich der Vernachlässigung durch ihren Ehemann die Schuld. Maximilian und sein Hof trugen zu ihrem Gedenken dennoch schwarze Kleidung, sogar noch bei der Schlacht bei den Spornen im Jahr 1513. Bianca Maria Sforza wurde lange als unbedeutend im Vergleich zu Maria von Burgund betrachtet. Die neuere Forschung sieht in ihr dagegen eine interessantere Persönlichkeit, die innerhalb eines von Geldmangel belasteten Hofes politischen Einfluss ausübte. Möglicherweise trug sie dazu bei, dass Verwaltungsreformen in Österreich und Deutschland nicht ausschließlich burgundischen, sondern auch mailändischen Vorbildern folgten. Ihr Andenken lebt außerdem in Kunstwerken, historischen Festen und dem Musical „Schattenkaiserin“ von 2019 fort, das sie als tragische, zugleich zähe und liebensfähige Frau darstellt.

Quelle: Bianca Maria Sforza (en, 1352775210). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0

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