Person
Friedrich III.
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
21.09.1415
Tod
18.08.1493
19.08.1493

Bildnachweis
Portrait of Frederick III, Holy Roman Emperor (1415-1493)
Attributed to Hans Burgkmair the Elder
GalleriX
Bildquelle: File:Hans Burgkmair d. Ä. (zugeschr.) - Bildnis Kaiser Friedrich III.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Friedrich III. aus dem Haus Habsburg wurde am 21. September 1415 in Innsbruck geboren und starb am 19. August 1493 in Linz. Als Friedrich V. war er ab 1424 Herzog der Steiermark, Kärntens und Krains, ab 1439 Herzog von Österreich, ab 1440 römisch-deutscher König und von 1452 bis zu seinem Tod Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Er war der vorletzte römisch-deutsche Kaiser, der vom Papst gekrönt wurde, und der letzte, dessen Krönung in Rom stattfand. Seine Regierungszeit war die längste aller römisch-deutschen Herrscher.
Friedrich war der älteste Sohn Herzog Ernsts und Cimburgis von Masowien. Sein Vater starb, als Friedrich neun Jahre alt war; die folgenden Jahre verbrachte er bei seiner Mutter in Graz und Wiener Neustadt. Nach ihrem Tod 1429 wurde er gemeinsam mit seinem Bruder Albrecht VI. von seinem Onkel Friedrich IV. von Tirol betreut. 1435 übernahm Friedrich die selbstständige Regierung in Innerösterreich. Zwischen den Brüdern kam es bald zu Streit über Herrschaft und Einnahmen. Friedrich setzte sich jedoch als älterer Bruder in einer Vorrangstellung durch. 1436 unternahm er eine Pilgerfahrt ins Heilige Land, auf der sich zahlreiche Adlige seinem Gefolge anschlossen.
Nach dem Tod Friedrichs IV. 1439 übernahm Friedrich wichtige Vormundschaften. Er wurde Vormund seines jungen Vetters Sigmund von Tirol und vor allem des nachgeborenen Sohnes des verstorbenen Königs Albrecht II., Ladislaus Postumus. Diese Aufgabe brachte ihn in Konflikt mit seinem Bruder und mit den politischen Kräften in Österreich, Böhmen und Ungarn. Viele Gegner warfen ihm vor, das Erbe seines Mündels für sich behalten zu wollen.
Am 2. Februar 1440 wählten die Kurfürsten Friedrich einstimmig zum römisch-deutschen König. Als Reichsoberhaupt stand er vor großen Aufgaben: Die Reichsverfassung, das Gerichts- und Finanzwesen sollten reformiert, die osmanische Expansion abgewehrt und das kirchliche Schisma beendet werden. Zunächst musste Friedrich jedoch seine Herrschaft in den habsburgischen Ländern sichern. Erst 1442 wurde er in Aachen zum König gekrönt.
In Ungarn und Böhmen stritt man um die Nachfolge des verstorbenen Albrecht II. Friedrich hielt an seiner Vormundschaft über Ladislaus fest, verweigerte dessen Auslieferung und geriet dadurch mit den ungarischen und böhmischen Ständen sowie mit seinem Bruder in Konflikt. 1450 wurde vereinbart, dass Ladislaus bis zu seinem 18. Lebensjahr bei Friedrich bleiben sollte. Nach Ladislaus’ überraschendem Tod 1457 zerfiel die Hoffnung auf eine habsburgische Erbfolge zunächst. In Ungarn setzte sich Matthias Hunyadi, genannt Corvinus, durch, während in Böhmen Georg von Podiebrad König wurde. Im Vertrag von Ödenburg 1463 erkannte Friedrich Matthias an, erhielt jedoch für den Fall von dessen Kinderlosigkeit ein Nachfolgerecht und durfte weiterhin den ungarischen Königstitel führen.
Friedrichs Herrschaft war lange stark auf seine innerösterreichischen Erblande konzentriert. Zwischen 1444 und 1471 verließ er sie, abgesehen von zwei Italienreisen, kaum. Dadurch galt er später als abwesend und untätig. Tatsächlich regierte er häufig durch Urkunden, Mandate und Beauftragte. Sein Herrschaftsmittelpunkt verlagerte sich von Böhmen nach Österreich, insbesondere nach Wiener Neustadt, dessen Ausbau er förderte. Dort ließ er auch das Neukloster errichten. Seine Devise A.E.I.O.U. brachte er seit 1437 an seinen Besitzungen an; über ihre genaue Bedeutung ließ er verschiedene Deutungen zu.
1444 ließ Friedrich französische Söldner, die Armagnaken, gegen die Eidgenossen an den Oberrhein kommen. Der Feldzug führte zu schweren Verwüstungen und belastete seinen Ruf. Auch seine Zurückhaltung bei der Türkenabwehr wurde kritisiert. Trotz wiederholter Reichstage kam wegen der Uneinigkeit von Kaiser, Kurfürsten und Fürsten lange kein gemeinsames Vorgehen zustande. Friedrichs Politik war außerdem von einem Konflikt zwischen päpstlicher und konziliarer Kirchenordnung geprägt. 1448 schloss er mit Papst Nikolaus V. das Wiener Konkordat, das das Verhältnis zwischen Reichskirche und Papsttum bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches regelte.
1452 reiste Friedrich nach Italien. In Rom wurde er am 19. März von Papst Nikolaus V. zum Kaiser gekrönt. Zugleich heiratete er Eleonore von Portugal, die fünfzehnjährige Tochter des portugiesischen Königs. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor, von denen nur Maximilian und Kunigunde das Erwachsenenalter erreichten. Nach der Krönung nannte Friedrich sich Friedrich III. Seine Ehe endete 1467 mit dem Tod Eleonores; eine weitere Ehe ging er nicht ein.
Mit seinem Bruder Albrecht VI. kämpfte Friedrich um das Erbe der albertinischen Habsburger. Der Streit eskalierte 1461 zum Krieg und führte 1462 sogar zur Belagerung Friedrichs und seiner Familie in der Wiener Burg. Erst Albrechts Tod 1463 beendete die Feindschaft. Friedrich konnte daraufhin fast alle habsburgischen Besitzungen übernehmen; nur Tirol und die Vorlande blieben zunächst bei Sigmund. 1467 erließ Friedrich einen Landfrieden mit einem Fehdeverbot, dessen Wirkung jedoch begrenzt blieb.
Seit den 1470er Jahren wandte sich Friedrich wieder stärker dem Reich zu. 1471 nahm er nach 27 Jahren erstmals wieder an einem Reichstag außerhalb seiner Erblande teil, dem Regensburger Christentag. Dort wurde eine Türkensteuer beschlossen. Seine erneute Aktivität fiel mit einem tiefgreifenden Wandel des Reiches zusammen: Verwaltung, Kommunikation und Schriftlichkeit nahmen zu, und die Beziehungen zwischen Kaiser und Reichsständen wurden enger.
Besonders wichtig wurde die Verbindung mit Burgund. 1475 zwang Friedrich Herzog Karl den Kühnen zum Abbruch der Belagerung von Neuss. Nach Karls Tod 1477 heiratete Friedrichs Sohn Maximilian dessen Tochter Maria von Burgund. Damit fiel den Habsburgern ein reiches und politisch bedeutendes Erbe zu. Die Ehe legte den Grundstein für den späteren Aufstieg der Dynastie. Nach Marias Tod 1482 musste Maximilian das Erbe gegen französische Ansprüche und Aufstände in den Niederlanden verteidigen. Der Frieden von Senlis 1493 sicherte den Habsburgern schließlich den größten Teil des burgundischen Besitzes.
Auch im Osten blieb Friedrich bedroht. Matthias Corvinus eroberte 1485 Wien und 1487 Wiener Neustadt. Erst nach seinem Tod 1490 konnten die Habsburger die besetzten Gebiete zurückgewinnen. Im selben Jahr verzichtete Sigmund von Tirol zugunsten Maximilians auf seine Herrschaft. 1486 war Maximilian bereits zu Friedrichs Lebzeiten zum römisch-deutschen König gewählt und in Aachen gekrönt worden. Damit sicherte Friedrich die dynastische Nachfolge und schuf die Grundlage für die weitere Machtentfaltung der Habsburger.
In seinen letzten Jahren lebte Friedrich vor allem in Wien und Linz. 1493 musste ihm wegen einer schweren Erkrankung das linke Bein amputiert werden. Er starb am 19. August desselben Jahres in Linz. Seine Eingeweide wurden dort beigesetzt, während sein Leichnam im Dezember im Stephansdom in Wien bestattet wurde. Sein bereits zu Lebzeiten in Auftrag gegebenes Grabmal gilt als bedeutendes Werk mittelalterlicher Herrscherkunst.
Lange Zeit wurde Friedrich als passiver und weltferner Herrscher beurteilt. Die ältere Forschung prägte das Bild der „Erzschlafmütze“ des Heiligen Römischen Reiches. Die Erschließung zahlreicher bislang unbekannter Urkunden führte jedoch zu einer Neubewertung. Neuere Forschungen zeigen Friedrich als vorsichtigen, anpassungsfähigen und politisch ausdauernden Herrscher, dessen Hausinteressen häufig Vorrang vor den Belangen des Reiches hatten. Trotz schwerer Krisen bewahrte er seine Stellung, vereinigte wesentliche habsburgische Länder und bereitete den dynastischen Aufstieg vor, der unter seinem Sohn Maximilian I. weitergeführt wurde.
Quelle: Friedrich III. (HRR) (de, 270197836). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0