Biografie
Margarethe von Helfenstein, auch Margareta von Edelsheim, Margarita Habsburg, Margarita d’Austria oder Margareta von Österreich genannt, wurde 1497 geboren und starb im Juni 1537 in Lüttich. Sie war eine uneheliche Tochter des österreichischen Erzherzogs Maximilian, des späteren römisch-deutschen Königs und Kaisers Maximilian I. Bekannt wurde sie vor allem im Zusammenhang mit der Weinsberger Bluttat von 1525, bei der sie vergeblich versuchte, das Leben ihres Ehemanns zu retten.
Margarethe war vermutlich das älteste von mehreren unehelichen Kindern Maximilians I., die aus seinen außerehelichen Beziehungen hervorgingen. Ihre Mutter hieß ebenfalls Margareta von Edelsheim, weshalb Margarethe diesen Namen zunächst trug. Zu ihren leiblichen Geschwistern gehörten der ebenfalls unehelich geborene Georg von Österreich und möglicherweise Barbara von Rottal. Über ihre Kindheit und Jugend ist nur wenig bekannt.
Ihre erste Ehe schloss Margarethe mit Johann von Hille, dem Burggrafen von Thaur. Nach dessen frühem Tod heiratete sie 1517 den württembergischen Grafen Ludwig V. von Helfenstein-Wiesensteig. Durch diese Verbindung wurde sie Gräfin von Helfenstein. Das Paar hatte zwei Söhne: Ludwig, der früh starb, und Maximilian, der um 1522 oder 1523 geboren wurde und noch nach 1562 lebte.
Die entscheidende Rolle in Margarethes überlieferter Lebensgeschichte spielte der Bauernkrieg von 1525. Ihr Ehemann geriet in Weinsberg in die Gewalt aufständischer Bauern. Die Ereignisse führten zur sogenannten Weinsberger Bluttat, bei der Angehörige der gegnerischen Partei durch ein Lanzengericht, also durch eine von den Bauern erzwungene Bestrafung, getötet wurden. Margarethe versuchte, ihren Mann vor diesem Urteil zu bewahren. Ihre Bitte blieb jedoch erfolglos. Der Bauernführer Jäcklein Rohrbach ließ sie anschließend auf einem Mistwagen nach Heilbronn bringen. Damit wurde sie selbst zum Opfer der aufständischen Gewalt und die Geschichte ihrer vergeblichen Rettungsbemühungen prägte ihr späteres Andenken.
Nach diesen Ereignissen fand Margarethe bei ihrer Halbschwester Margarete von Österreich Unterkunft und finanzielle Unterstützung. Diese Halbschwester war Statthalterin der habsburgischen Niederlande und half ihr bis 1531. Im Jahr 1526 kehrte Margarethe nach Deutschland zurück. Später lebte sie bei ihrem Bruder Georg von Österreich. Schließlich hielt sie sich in Lüttich auf, wo sie im Juni 1537 starb.
Margarethes Leben war von ihrer ungewöhnlichen familiären Herkunft, ihren beiden Ehen und den politischen und sozialen Unruhen ihrer Zeit geprägt. Als uneheliche Tochter eines späteren Kaisers gehörte sie zur weiteren habsburgischen Familienumgebung, ohne selbst eine herausgehobene politische Stellung einzunehmen. Ihre historische Bekanntheit verdankt sie vor allem dem Schicksal ihres zweiten Ehemanns und ihrem erfolglosen Versuch, ihn während der dramatischen Ereignisse von 1525 zu schützen.
Quelle: Margarethe von Helfenstein (de, 267101352). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0