Person

Anne de Bretagne

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Geburt

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Tod

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Porträt von Anne de Bretagne
Bildnachweis

BNF - Latin 9474 - Jean Bourdichon - Grandes Heures d'Anne de Bretagne - f. 3r - Anne de Bretagne entre trois saintes (détail)

Jean Bourdichon

http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b52500984v/f14.item

Bildquelle: File:BNF - Latin 9474 - Jean Bourdichon - Grandes Heures d'Anne de Bretagne - f. 3r - Anne de Bretagne entre trois saintes (détail).jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Anne de Bretagne wurde am 25. Januar 1477 in Nantes als älteste Tochter des bretonischen Herzogs Franz II. und seiner zweiten Ehefrau Margarete von Foix geboren. Da ihre Eltern keinen männlichen Erben hatten, galt Anne von früh an als Nachfolgerin und wurde sorgfältig ausgebildet. Sie lernte unter anderem Latein, Griechisch und französische Literatur sowie Musik, Gesang, Tanz und Handarbeiten. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Isabella wuchs sie zunächst unter der Obhut einer adeligen Erzieherin auf. Nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 1486 änderte sich ihr Leben grundlegend: Die Schwestern begleiteten ihren Vater fortan von einer Festung zur nächsten, während Franz II. um die politische Selbstständigkeit der Bretagne kämpfte. Anne wurde schon als Kind zum Gegenstand umfangreicher Heiratspläne. Zwischen 1480 und 1483 war sie mit dem englischen König Eduard V. verlobt. Nachdem Eduard und sein Bruder auf Veranlassung ihres Onkels Richard III. gefangen genommen und getötet worden waren, scheiterte diese Verbindung. Weitere Verhandlungen mit englischen und französischen Adligen sowie mit Angehörigen benachbarter Fürstenhäuser blieben ebenfalls erfolglos. 1488 erlitt Franz II. in der Schlacht bei Saint-Aubin-du-Cormier eine schwere Niederlage gegen Frankreich und starb kurz darauf an den Folgen eines Sturzes vom Pferd. Die elfjährige Anne wurde damit Herzogin der Bretagne. Ihre Stellung war politisch äußerst gefährdet, denn Frankreich wollte das unabhängige Herzogtum unter seine Kontrolle bringen. Am 19. Dezember 1490 heiratete Anne den verwitweten österreichischen Erzherzog Maximilian I. in einer Stellvertreterzeremonie, ohne dass die beiden einander je begegnet waren. Diese Annäherung der Bretagne an die Habsburger beunruhigte den französischen König Karl VIII. zutiefst. Französische Truppen drangen in die Bretagne ein, eroberten wichtige Festungen und belagerten Rennes, wohin Anne sich zurückgezogen hatte. Trotz ausländischer Unterstützung und des Widerstands bretonischer Adliger verschlechterte sich ihre Lage zunehmend. Nach einer viermonatigen Belagerung fiel Rennes im Oktober 1491. Anne widersetzte sich zunächst allen Forderungen, ihre Herrschaft aufzugeben, musste sich aber schließlich auf eine Ehe mit Karl VIII. einlassen. Papst Innozenz VIII. erklärte ihre Ehe mit Maximilian für ungültig. Am 6. Dezember 1491 wurde die Annullierung ausgesprochen; am 5. Februar 1492 heirateten Anne und Karl VIII. in Langeais. Ihre Verbindung war politisch erzwungen und in Europa umstritten. Karl hatte zuvor Maximilians Tochter Margarete geheiratet beziehungsweise mit ihr eine Eheverbindung eingegangen, ließ diese Verbindung nun jedoch lösen und schickte Margarete nach Österreich zurück. Im Ehevertrag mit Anne wurde festgehalten, dass die Bretagne zunächst ihre eigene Souveränität bewahren sollte, während eine spätere Vereinigung mit Frankreich für den Fall gemeinsamer Nachkommen vorgesehen war. Anne wurde am 8. Februar 1492 in Saint-Denis zur Königin von Frankreich gekrönt. Mit Karl hatte sie mehrere Kinder, doch die meisten starben kurz nach der Geburt oder kamen tot zur Welt. Ihr ältester Sohn Karl Orlando, der 1492 geboren und zum Thronfolger ernannt wurde, starb 1495 im Alter von drei Jahren. Auch weitere Söhne und Töchter überlebten das Säuglingsalter nicht. Anne nahm dennoch aktiv an den politischen Angelegenheiten teil. Sie unterstützte Karls Anspruch auf das Königreich Neapel, den er aus genealogischen Verbindungen zum Haus Anjou ableitete. Während des Ersten Italienischen Krieges begleitete sie den König mit bretonischen Truppen nach Italien. Karl eroberte Neapel, verlor das Königreich jedoch bald wieder. Nach der Rückkehr nach Frankreich setzte sich die Reihe familiärer Verluste fort. Karl VIII. starb am 7. April 1498 nach einem Unfall im Schloss Amboise. Da das Königspaar keinen überlebenden Thronfolger hinterließ, bestieg Karls Schwager und Cousin Ludwig von Orléans als Ludwig XII. den französischen Thron. Die junge Witwe kehrte zunächst in die Bretagne zurück und residierte in Brest. Sie bemühte sich, die bretonische Eigenständigkeit zu sichern, ließ Münzen mit ihrem Bild prägen und ernannte eigene Berater. Zugleich förderte sie Künstler, Gelehrte, Musiker und Schriftsteller und sammelte wertvolle Handschriften. Ludwig XII. wollte Anne heiraten, um die Bretagne dauerhaft an Frankreich zu binden. Dafür musste er sich von seiner bisherigen Ehefrau Johanna von Valois trennen. Der Papst erklärte diese Ehe 1498 trotz Johanna’s Widerspruch für ungültig. Am 7. Januar 1499 schlossen Ludwig und Anne einen detaillierten Ehevertrag, der die Rechte der Bretagne schützen sollte. Anne setzte darin unter anderem fest, dass die Bretagne an die älteste Tochter, Frankreich jedoch an den ältesten Sohn fallen sollte. Einen Tag später heirateten sie in Nantes. Mit Ludwig XII. hatte Anne zwei Töchter, Claudia und René, während mehrere Schwangerschaften mit Fehlgeburten oder tot geborenen Kindern endeten. Claudia wurde Erbin der Bretagne und später mit Franz von Angoulême, dem zukünftigen König Franz I., verheiratet. Anne hatte gehofft, Claudia mit dem habsburgischen Erben Karl zu verbinden, doch Ludwig entschied sich gegen diese Möglichkeit. Damit verhinderte er eine habsburgische Vorherrschaft in Frankreich. Auch Ludwigs Italienpolitik beeinflusste Anne. Sie studierte die dynastischen Ansprüche ihres Mannes und bestärkte ihn darin, Rechte auf Mailand und Neapel geltend zu machen. Ludwig eroberte Mailand, und Anne wurde Herzogin von Mailand. In Mailand führten beide niedrigere Steuern, eine geregeltere Getreideversorgung und mildere Gesetze ein. Neapel konnte Ludwig nur vorübergehend halten; 1503 vertrieben ihn spanische Truppen. 1512 verloren die Franzosen schließlich auch Mailand. Anne wurde 1504 zum zweiten Mal zur französischen Königin gekrönt. Ihre zahlreichen Schwangerschaften und der Verlust ihrer Kinder schwächten ihre Gesundheit erheblich. Nach der Geburt eines toten Sohnes im Jahr 1512 erkrankte sie schwer; Ärzte untersagten ihr weitere Schwangerschaften. In ihren letzten Jahren unterstützte sie Ludwig weiterhin politisch und kümmerte sich während seiner Krankheiten um ihn. Sie förderte außerdem die Restaurierung von Schlössern und Kirchen, besonders in der Loire-Region, und galt als fromm, wohltätig und gebildet. Anne de Bretagne starb am 9. Januar 1514 im Alter von 36 Jahren im Schloss von Blois, wahrscheinlich nach langem Leiden an Nierensteinen. Ihr Körper wurde in der königlichen Abtei von Saint-Denis beigesetzt, ihr Herz jedoch gemäß ihrem Wunsch nach Nantes überführt und neben den Gräbern ihrer Eltern bestattet. Ludwig XII. betrauerte ihren Tod zutiefst. Nach seinem Tod bestiegen ihre Tochter Claudia und deren Ehemann Franz I. den französischen Thron. 1547 wurde die Bretagne endgültig in die französische Krondomäne eingegliedert. In der bretonischen Erinnerung blieb Anne die „gute Herzogin“ und eine zentrale Gestalt des Widerstands gegen den Verlust der Unabhängigkeit. Seit dem 19. Jahrhundert wurde sie zunehmend als Nationalheldin verehrt. Zahlreiche Denkmäler, Straßen und Gebäude tragen ihren Namen; außerdem wurde sie in Gedichten, Theaterstücken, Opern, Liedern und Fernsehserien dargestellt. Ihre politische Beharrlichkeit, ihr kulturelles Mäzenatentum und ihre Rolle als letzte Vertreterin der bretonischen Montfort-Dynastie prägen bis heute ihr historisches Bild.

Quelle: ანა ბრეტონელი (ka, 4753414). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0

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