
Bildnachweis
Portrait photograph of Charles I of Austria label QS:Len,"Portrait photograph of Charles I of Austria" label QS:Lhu,"I. (IV.) Károly császár-király portréja"
Hermann Clemens Kosel
Österreichische Nationalbibliothek
Bildquelle: File:Karl I., Kaiser von Österreich (1887-1922).jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Karl I. von Österreich wurde am 17. August 1887 als Erzherzog Carl Franz Joseph Ludwig Hubert Georg Otto Maria von Österreich auf Schloss Persenbeug geboren. Er war der älteste Sohn von Erzherzog Otto und Prinzessin Maria Josepha von Sachsen. Sein Großvater Karl Ludwig war ein jüngerer Bruder Kaiser Franz Josephs I.; dadurch war Karl dessen Großneffe. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1906 übernahm sein Onkel Erzherzog Franz Ferdinand, der damalige Thronfolger, die Vormundschaft für ihn. Da Franz Ferdinands Kinder wegen seiner nicht standesgemäßen Ehe von der Thronfolge ausgeschlossen waren, rückte Karl an die zweite Stelle der habsburgischen Thronfolge.
Karl wuchs an verschiedenen Aufenthaltsorten seiner Familie und seines Vaters auf. Seine Erziehung war stark vom katholischen Glauben geprägt, auf den seine Mutter besonderen Wert legte. Außerdem erhielt er Unterricht in mehreren Fremdsprachen und unternahm Bildungsreisen durch Europa. Obwohl er hauptsächlich von Hauslehrern unterrichtet wurde, besuchte er zwischen 1899 und 1901 zusätzlich das von Benediktinern geführte Schottengymnasium in Wien. Für ein Mitglied des Herrscherhauses war dies ungewöhnlich.
1903 begann Karl seine militärische Ausbildung und wurde zum Leutnant ernannt. Er schlug eine Offizierslaufbahn in der Kavallerie ein und diente in verschiedenen Regimentern in Böhmen. Zwischen 1906 und 1908 unterbrach er den Militärdienst für ein Studium an der Prager Karl-Ferdinands-Universität, wo er sich vor allem mit Rechts- und Staatswissenschaften beschäftigte. Anschließend kehrte er zum Militär zurück und übernahm ein Schwadronskommando. In den Jahren 1912 und 1913 stieg er weiter auf und erhielt schließlich das Kommando über ein Wiener Infanterieregiment. Zu Franz Ferdinand unterhielt er ein enges Verhältnis; vermutlich wurde er von seinem Onkel auch über dessen Pläne für eine Reform der Doppelmonarchie informiert.
Am 13. Juni 1911 verlobte sich Karl mit Zita von Bourbon-Parma. Die Hochzeit fand am 21. Oktober desselben Jahres in Schloss Schwarzau am Steinfeld in Anwesenheit Kaiser Franz Josephs I. statt. Aus der Ehe gingen acht Kinder hervor: Otto, Adelheid, Robert, Felix, Carl Ludwig, Rudolph, Charlotte und Elisabeth. Karl lebte mit seiner Familie zunächst im Schloss Hetzendorf in Wien und verbrachte die Sommer häufig in der Villa Wartholz in Niederösterreich.
Nach der Ermordung Franz Ferdinands beim Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914 wurde Karl nach den Hausgesetzen der Habsburger automatisch Thronfolger. In die politischen Entscheidungen während der Julikrise war er jedoch nicht einbezogen. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde er dem Armeeoberkommando zugeteilt, erhielt dort aber zunächst keinen Einfluss auf die strategische Planung. Er besuchte im Auftrag des Kaisers die Front, nahm an Truppenparaden teil und verlieh Auszeichnungen. 1915 wurde er zum Generalmajor befördert und näher an Kaiser Franz Joseph herangeführt, um Einblicke in die Staatsführung zu gewinnen.
1916 übernahm Karl erstmals ein größeres militärisches Kommando. Als Feldmarschallleutnant führte er Truppen an der Italienfront und später am rumänischen Kriegsschauplatz. Am 21. November 1916 starb Franz Joseph I., und Karl wurde damit Kaiser von Österreich sowie als Karl IV. König von Ungarn. Zusätzlich führte er den Titel eines Königs von Böhmen. Seine ungarische Krönung fand am 30. Dezember 1916 statt. Der damit verbundene Eid auf die ungarische Verfassung begrenzte jedoch seine Möglichkeiten, die Reichshälfte grundlegend umzugestalten.
Karl bemühte sich, die militärische Führung stärker seiner persönlichen Kontrolle zu unterstellen. Bereits im Dezember 1916 übernahm er den Oberbefehl über die Armee und verlegte das Armeeoberkommando nach Baden. Im März 1917 entließ er den Generalstabschef Franz Conrad von Hötzendorf. Damit wollte er den Einfluss der Militärs auf die zivile Politik zurückdrängen und die Verantwortung wieder stärker den Regierungen und dem Außenminister übertragen. Innenpolitisch reagierte seine Regierung auf die durch Krieg und alliierte Blockade verschärfte Krise mit Maßnahmen zum Mieterschutz, zur Krankenversicherung und zum Arbeitsrecht. Außerdem ließ Karl den Reichsrat wieder einberufen, erließ eine politische Amnestie und gab den Aufbau von Ministerien für soziale Fürsorge und Volksgesundheit in Auftrag.
Der Kaiser erkannte zunehmend, dass die Mittelmächte den Krieg kaum gewinnen konnten. Er setzte sich für Friedensverhandlungen ein und distanzierte sich von einem uneingeschränkten U-Boot-Krieg sowie von Angriffen auf zivile Ziele. 1917 versuchte er über seinen Schwager Sixtus von Bourbon-Parma, mit der Entente einen Separatfrieden zu sondieren. Diese geheimen Kontakte scheiterten. Als der Inhalt der sogenannten Sixtus-Briefe 1918 öffentlich wurde, erlitt Karls Ansehen schweren Schaden. Er musste sich gegenüber dem deutschen Kaiser Wilhelm II. rechtfertigen und war anschließend noch stärker an das Deutsche Reich gebunden. Ein letzter Friedensappell im Herbst 1918 blieb ebenfalls erfolglos.
Mit dem Völkermanifest vom 16. Oktober 1918 versuchte Karl, wenigstens die österreichische Reichshälfte in einen Bundesstaat mit weitgehender Autonomie der einzelnen Nationen umzuwandeln. Die Nationalitäten bildeten jedoch eigene Nationalräte und gründeten unabhängige Staaten. Zugleich zerfiel die Armee. Am 3. November 1918 wurde der Waffenstillstand mit Italien geschlossen, am 6. November ließ Karl die verbliebene kaiserlich-königliche Armee demobilisieren.
Am 11. November 1918 verzichtete Karl in Österreich auf „jeden Anteil an den Staatsgeschäften“ und enthob seine Regierung ihres Amtes. Das Wort Abdankung wurde vermieden, weshalb Karl die Erklärung später als vorübergehenden Rückzug deutete. Wenige Tage später gab er auch für Ungarn eine entsprechende Erklärung ab, ohne formell auf die Krone zu verzichten. Im März 1919 verließ er mit seiner Familie Österreich und ging ins Schweizer Exil. Während der Reise widerrief er mit dem Feldkircher Manifest seine Verzichtserklärung und erklärte die republikanischen Beschlüsse Deutschösterreichs für ungültig. Daraufhin untersagte das Habsburgergesetz von 1919 ihm, seiner Frau und ihren Nachkommen die Rückkehr nach Österreich, sofern sie sich nicht zur Republik bekannten, und hob die Herrscherrechte der Dynastie auf.
Karl gab seine politischen Ansprüche jedoch nicht auf. 1921 unternahm er zwei Restaurationsversuche in Ungarn, die beide scheiterten. Beim zweiten Versuch kam es bei Budaörs zu einem Gefecht; angesichts der Gefahr eines Bürgerkriegs gab Karl auf. Danach wurde er zunächst in Ungarn interniert und anschließend auf die portugiesische Insel Madeira gebracht. Dort traf er am 19. November 1921 mit Zita ein. Die Kinder folgten im Februar 1922. Die Familie lebte zunächst in einem Hotel und später in der Villa Quinta do Monte bei Funchal unter schwierigen finanziellen und klimatischen Bedingungen.
Karl erkrankte im März 1922 schwer. Aus einer vermutlich durch die Spanische Grippe ausgelösten Erkrankung entwickelte sich eine Lungenentzündung. Am 1. April 1922 starb er im Alter von 34 Jahren auf Madeira. Er wurde in der Kirche Nossa Senhora do Monte in Monte bei Funchal beigesetzt; an der Beerdigung nahmen etwa 30.000 Menschen teil. Sein Sarkophag blieb auf Madeira. Das aus der Einbalsamierung entnommene Herz wird im Kloster Muri in der Schweiz aufbewahrt.
Nach seinem Tod setzte sich Zita für seine kirchliche Anerkennung ein. Der Seligsprechungsprozess begann bereits 1923. Papst Johannes Paul II. erkannte 2003 eine als wunderbar geltende Heilung an und sprach Karl am 3. Oktober 2004 selig. Sein kirchlicher Gedenktag ist der 21. Oktober, der Hochzeitstag mit Zita. In Österreich und anderen Ländern entstanden Stätten seiner Verehrung; besonders wird Karl als Herrscher erinnert, der sich in den letzten Jahren seines Lebens um Frieden bemüht hatte.
Quelle: Karl (Österreich-Ungarn) (de, 268046594). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0