Person
Erzherzogin Charlotte von Österreich
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
Keine geprüfte Geburtsangabe vorhanden.
Tod
Keine geprüfte Todesangabe vorhanden.
Biografie
Charlotte von Österreich, in den USA auch als Charlotte de Bar bekannt, wurde am 1. März 1921 in der Schweiz geboren. Ihr vollständiger Name lautete Charlotte Hedwig Franziska Josepha Maria Antonia Roberta Ottonia Anna Pia Ignatia Marcus d’Aviano. Sie war das siebte Kind und die zweite Tochter des letzten österreichisch-ungarischen Kaisers Karl I. und seiner Ehefrau Zita von Bourbon-Parma. Zu ihren Geschwistern gehörten die ältere Schwester Adelheid sowie die Brüder Otto, Robert, Felix, Karl Ludwig und Rudolf. Bereits am Tag nach ihrer Geburt wurde sie getauft.
Charlottes frühe Kindheit war von den politischen Umbrüchen nach dem Ersten Weltkrieg geprägt. Wenige Wochen nach ihrer Geburt versuchte ihr Vater zunächst friedlich, den ungarischen Thron zurückzugewinnen, scheiterte jedoch am Widerstand der Kleinen Entente und an der fehlenden Unterstützung durch Miklós Horthy. Im Oktober 1921 unternahm Karl einen weiteren, diesmal militärisch geführten Versuch, der ebenfalls misslang. Er wurde verhaftet und mit Zita auf die portugiesische Insel Madeira verbannt. Die Kinder blieben zunächst unter der Obhut der Erzherzogin Maria Theresia im Schweizer Schloss Wartegg und kamen im Februar 1922 zu ihren Eltern nach Funchal. Karl erkrankte bald darauf und starb am 1. April 1922.
Zita verließ Madeira im Mai desselben Jahres mit ihren Kindern und reiste nach Spanien. Die Familie lebte zunächst im Palacio del Pardo in Madrid, wo Zita ihre jüngste Tochter zur Welt brachte. Im Juni 1923 zog sie in den Palacio Uribarren im baskischen Lekeitio an der Biskaya. Die Familie finanzierte sich durch Erträge aus österreichischem Privatbesitz, Weinbergen in Johannesburg und freiwillige Spenden. Zita heiratete nicht erneut und trug bis zu ihrem Lebensende Trauer um ihren verstorbenen Mann.
Als Charlottes ältere Geschwister 1929 das erforderliche Alter für ein Hochschulstudium erreichten, zog die Familie nach Belgien. Nach einem vorübergehenden Aufenthalt in Brüssel ließ sie sich im Schloss Hem in Steenokkerzeel nahe der Hauptstadt nieder, vor allem wegen der Nähe zur Universität Löwen. Charlotte wurde zunächst zu Hause unterrichtet und besuchte von 1933 bis 1936 die französische Schule Notre-Dame de la Vierge in Brüssel. 1939 begann sie an der Universität Löwen ein Studium der Wirtschaftswissenschaften.
Der deutsche Einmarsch in Belgien im Mai 1940 zwang die Familie zur Flucht. Über Dünkirchen, Paris und Bordeaux gelangte sie nach Spanien und anschließend nach Portugal. Im Juli erhielten die Familienmitglieder amerikanische Visa und kamen am 27. Juli auf Long Island an. Zita lebte mit den jüngeren Kindern zunächst in Tuxedo Park, später bei Freunden ihres Sohnes Felix in Massachusetts und schließlich in Québec. Da die finanziellen Mittel knapp waren, musste die Familie ihre verfügbaren Gelder möglichst lange strecken.
Im September 1940 nahm Charlotte ihr Studium wieder auf, nun mit den Schwerpunkten Wirtschaft und Sozialwissenschaften an der Universität Laval. Im Sommer 1942 schloss sie diese Ausbildung ab und wechselte anschließend an die Fordham University, um Sozialarbeit zu studieren. Ab Oktober 1943 arbeitete sie bei der katholischen Wohlfahrtsorganisation Caritas in East Harlem auf Manhattan. Für ihre berufliche Tätigkeit verwendete sie den Namen Charlotte de Bar. Sie wohnte weiterhin in Tuxedo Park und vertrat die Familie Habsburg gelegentlich bei Veranstaltungen in New York. 1953 kehrte ihre Mutter nach Europa zurück.
Während eines Europaaufenthalts im Jahr 1955 lernte Charlotte Georg, den Titular-Großherzog von Mecklenburg-Strelitz, kennen. Georg war verwitwet und hatte aus seiner ersten Ehe drei erwachsene Kinder. Im Mai 1956 wurde die Verlobung bekannt gegeben. Charlotte war damals 35 Jahre alt, Georg 56. Die standesamtliche Trauung fand am 21. Juli 1956 im bayerischen Pöcking statt, die kirchliche Hochzeit folgte dort am 25. Juli. Rund fünftausend Österreicher kamen nach Pöcking, um dem Paar zu gratulieren. Das Ehepaar ließ sich in Sigmaringen nieder. Eigene Kinder hatten Charlotte und Georg nicht. Nach der Hochzeit gab Charlotte ihre berufliche Tätigkeit zunächst auf.
Georg starb sieben Jahre später überraschend an einem Herzinfarkt. 1964 zog Charlotte nach München, um wieder im sozialen Bereich zu arbeiten. Erneut kooperierte sie mit Caritas und widmete sich besonders der Unterstützung von Mädchen und jungen Frauen. In ihren letzten Lebensjahren kümmerte sie sich trotz eigener schwerer Krankheit um ihre erkrankte Mutter. Zita starb im März 1989 in Zizers. Charlotte selbst starb am 23. Juli 1989 in München. Ihre letzte Ruhestätte befindet sich in der Gruft der großherzoglichen Familie in Inzigkofen.
Charlotte von Österreich erhielt den Sternkreuzorden der Habsburgerdynastie sowie das Großkreuz des Ordens vom Heiligen Johannes, des Malteserordens.
Quelle: Шарлотта Австрійська (uk, 47600719). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
Eltern
Kinder
Keine geprüften Kinderbeziehungen vorhanden.