Person

Otto Franz Joseph von Österreich

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Geburt

  1. 21.04.1865

Tod

  1. 01.11.1906

Biografie

Erzherzog Otto Franz Joseph von Österreich wurde am 21. April 1865 in Graz geboren und starb am 1. November 1906 in Wien. Er gehörte dem Haus Habsburg an, war der jüngere Bruder des späteren Thronfolgers Franz Ferdinand und der Vater Kaiser Karls von Österreich. Wegen seines heiteren Wesens und seines gewinnenden Auftretens war er innerhalb seiner Familie und bei seinen Erziehern außerordentlich beliebt. In der Öffentlichkeit wurde er häufig als „der schöne Erzherzog“ bezeichnet. Otto war der zweite von drei Söhnen Erzherzog Carl Ludwigs von Österreich, eines Bruders Kaiser Franz Josephs I., und dessen Ehefrau Maria Annunziata von Neapel-Sizilien. Sein älterer Bruder Franz Ferdinand wurde später zum österreichischen Thronfolger, während sein jüngerer Bruder Ferdinand Karl dem Familienzweig angehörte, aus dem Otto 1885 von seinem ledigen Onkel Erzherzog Ludwig Viktor adoptiert wurde. Als Otto sechs Jahre alt war, starb seine Mutter an einer in ihrer Familie verbreiteten Lungenerkrankung. Gemeinsam mit Franz Ferdinand wurde er unter der Leitung des Grafen Ferdinand Christoph Eberhard von Degenfeld-Schonburg erzogen. Die Familie lebte in Wien im Palais Erzherzog Carl Ludwig in der Favoritenstraße. Als Sommersitze dienten die Villa Wartholz und Schloss Artstetten. Otto galt nicht als besonders eifriger Schüler und spielte seinen Lehrern häufig Streiche. Sein fröhliches und unkompliziertes Naturell machte ihn jedoch bei Verwandten und Erziehern sehr beliebt. Auch sein Vater stand ihm besonders nahe. Otto erwiderte diese Zuneigung und besuchte Carl Ludwig so oft wie möglich, selbst wenn er dafür von weit entfernten Garnisonen anreisen und nur wenige Stunden bleiben konnte. Seine militärische Laufbahn führte Otto in verschiedene Garnisonen. Als Franz Ferdinand in den frühen 1890er-Jahren schwer erkrankte, übernahm Otto zeitweise dessen repräsentative Aufgaben. Dabei trat er sympathisch und unprätentiös auf. Kaiser Franz Joseph schätzte seinen stets gut gelaunten Neffen, der ihn mit heiteren Geschichten unterhielt, und hätte ihn offenbar lieber als künftigen Thronfolger gesehen als Franz Ferdinand. Die Frage der Thronfolge gewann nach dem Tod Kronprinz Rudolfs im Jahr 1889 und dem Tod Ottos Vaters Carl Ludwig 1896 besondere Bedeutung. Nach salischem Erbrecht folgte zunächst Franz Ferdinand in der Thronfolge. Als dieser erkrankte, kamen jedoch Gerüchte auf, Otto könne an seine Stelle treten. Diese Spekulationen verstärkten sich, als der Kaiser Otto das Augartenpalais als repräsentative Residenz überließ und seinen Hofstaat erheblich vergrößerte. Franz Ferdinand soll dadurch so beunruhigt gewesen sein, dass er sich während seines Kuraufenthalts in Ägypten rasch wieder erholte. Am 28. Juni 1900 unterzeichnete Franz Ferdinand eine Vereinbarung, die seine künftigen Kinder aus der nicht ebenbürtigen Ehe mit Sophie Chotek von Chotkowa von der Thronfolge ausschloss. Damit stand Otto mit seinen Nachkommen als künftiger Thronfolger seines Bruders fest. Wegen Ottos frühem Tod trat diese Regelung jedoch erst nach der Ermordung Franz Ferdinands 1914 in Sarajevo praktisch in Kraft. Sein ältester Sohn Karl wurde dadurch Thronfolger und bestieg 1916 als Karl I. den österreichischen Kaiser- und ungarischen Königsthron. Otto heiratete am 2. Oktober 1886 in Dresden Prinzessin Maria Josepha Luise von Sachsen, eine Tochter König Georgs von Sachsen und der Infantin Maria Anna von Portugal. Die Ehe war bereits durch ungewöhnliche Umstände zustande gekommen. Franz Ferdinand war gemeinsam mit Otto nach Sachsen gereist, um unter den Töchtern des Königs eine passende Braut zu wählen. Da ihm keine der Prinzessinnen gefiel und er sich unhöflich verhielt, machte Otto schließlich selbst Maria Josepha einen Heiratsantrag. Das Paar hatte zwei Söhne: Karl Franz Joseph, den späteren Kaiser Karl, und Erzherzog Maximilian Eugen von Österreich. Die Ehe blieb allerdings wenig harmonisch. Otto zog sich von seiner Frau zurück, die als unzugänglich galt und nur zu wenigen Familienmitgliedern engere Beziehungen hatte. Auch um ihren erstgeborenen Sohn kümmerte sie sich nur eingeschränkt; Karl wuchs größtenteils unter der Obhut seines Großvaters in der Villa Wartholz auf. Neben seiner Ehe hatte Otto Beziehungen zu bürgerlichen Frauen. Mit der Tänzerin Marie Schleinzer hatte er zwei Kinder, Alfred Joseph und Hildegard. Schleinzer heiratete 1902 den Kurarzt Julius Cohn, der die beiden Kinder adoptierte. 1911 erhielt Cohn den erblichen Adelstitel „Edler von Hortenau“. Aus einer weiteren Beziehung mit der Operettensängerin Luise Robinson gingen ebenfalls zwei Kinder hervor. Um 1900 erkrankte Otto an Syphilis, die damals nicht heilbar war. Im Juli 1906 wurde er deshalb auf Anordnung des Kaisers aus dem Militärdienst entlassen. Otto hoffte zu diesem Zeitpunkt noch auf eine Genesung und beklagte seine Entlassung in einem Brief an Nora Fugger. Die letzten Monate verbrachte er schwer krank in seiner Villa in der Anton-Frank-Gasse im Wiener Cottageviertel, gemeinsam mit Luise Robinson. Sie und seine Stiefmutter, Infantin Marie Therese von Braganza, pflegten ihn. Otto starb am 1. November 1906 im Beisein seines geistlichen Beistands, des Wiener Weihbischofs Godfried Marschall. Nach seinem Tod erhielt Luise Robinson von Kaiser Franz Joseph eine großzügige Abfertigung; ihre beiden Söhne wurden mit jeweils 100.000 Kronen bedacht. Wenige Monate später heiratete sie einen Offizier, doch die Ehe zerbrach bald. An Otto erinnert unter anderem das nach ihm benannte Otto-Schutzhaus auf der Rax in Niederösterreich.

Quelle: Otto Franz Joseph von Österreich (de, 269708554). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0