Person

Maria Josepha von Sachsen

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Geburt

  1. 31.05.1867

Tod

  1. 28.05.1944

Porträt von Maria Josepha von Sachsen
Bildnachweis

Maria Josepha of Austria2

unknown

from German Wikipedia

Bildquelle: File:Maria Josepha of Austria2.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Marie-Joséphine Louise Philippine Elisabeth Pia Angelika Margarete von Sachsen wurde am 31. Mai 1867 in Dresden geboren. Sie war die vierte Tochter des späteren sächsischen Königs Georg I. und dessen Ehefrau Maria Anna von Portugal sowie ein Mitglied des Hauses Wettin. Über ihre Familie war sie außerdem eng mit dem sächsischen Königshaus verbunden: Ihr kinderloser Onkel, König Albert I. von Sachsen, hätte sie grundsätzlich zur Erbin machen können. Später wurde sie vor allem als Mutter des letzten österreichischen Kaisers, Karl I., bekannt. Am 2. Oktober 1886 heiratete Marie-Joséphine den Erzherzog Otto von Österreich, einen Neffen Kaiser Franz Josephs I. Otto stand damals an vierter Stelle der habsburgischen Thronfolge und war wegen seines attraktiven Erscheinungsbildes als „der schöne Erzherzog“ bekannt. Sein ausschweifender Lebensstil und sein mangelnder Respekt vor gesellschaftlichen und moralischen Normen standen jedoch in starkem Gegensatz zum ernsten und religiösen Wesen seiner jungen Ehefrau. Die Ehe sollte ihn eigentlich zur Besinnung bringen, doch Otto änderte sein Verhalten nicht grundlegend. Marie-Joséphine ertrug die schwierige Verbindung mit großer Frömmigkeit und widmete sich vor allem ihrer Aufgabe als Ehefrau und Mutter. Eine zeitweise Beziehung zu dem Schauspieler Otto Tressler gab Anlass zu Gerüchten; sie beendete diese Verbindung, sobald sie verwitwet war. Die politischen Folgen von Ottos Lebensführung waren erheblich. Durch mehrere Todesfälle im Haus Habsburg-Lothringen rückte er der Thronfolge näher. 1889 starb der Kronprinz, 1896 Ottos Vater, sodass Otto nach seinem älteren Bruder, Erzherzog Franz Ferdinand, zum Thronfolger wurde. Kaiser Franz Joseph befürchtete, dass der erst 35-jährige und als zynisch sowie ausschweifend geltende Otto eines Tages den Thron besteigen könnte. Als Franz Ferdinand eine nicht standesgemäße Ehe eingehen wollte, gestattete der Kaiser diese schließlich unter besonderen Bedingungen. Franz Ferdinands Ehefrau erhielt weder den Rang einer Erzherzogin noch den einer Kaiserin und Königin; auch die gemeinsamen Kinder wurden von der Thronfolge ausgeschlossen. Diese Sonderstellung hatte später tragische Konsequenzen. Während des offiziellen Besuchs Franz Ferdinands und seiner Ehefrau in Sarajevo im Jahr 1914 galten für das Paar wegen ihres eingeschränkten Status nicht dieselben Schutzvorkehrungen wie für andere Mitglieder des Kaiserhauses. Beide wurden von einem proserbischen Attentäter ermordet. Das Attentat löste die Ereignisse aus, die zum Ersten Weltkrieg führten. Der Krieg brachte 1918 den Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie und schließlich auch das Ende der habsburgischen Herrschaft. Otto selbst erlebte den Thron nicht mehr: Er starb 1906 im Alter von 41 Jahren vorzeitig an den Folgen seines ausschweifenden Lebens. Marie-Joséphine und Otto hatten zwei Söhne. Der ältere, Karl Franz Joseph, wurde 1887 geboren und heiratete 1911 Prinzessin Zita von Bourbon-Parma. Nach dem Tod Franz Josephs bestieg er 1916 als Karl I. den österreichischen Kaiserthron und wurde zugleich König von Ungarn. Der jüngere Sohn, Maximilian, kam 1895 zur Welt und heiratete 1917 Prinzessin Franziska zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst. Aus dieser Ehe gingen zwei Söhne hervor. Da Marie-Joséphine mit ihrer Ehe nur wenig glücklich war, konzentrierte sie sich auf die Erziehung ihrer Kinder. Sie versuchte insbesondere, den schädlichen Einfluss des Vaters von den beiden Jungen fernzuhalten. Auch die Angelegenheiten ihrer Herkunftsfamilie spiegelten die Krisen der europäischen Monarchien wider. 1902 ließ sich ihr Bruder, König Friedrich August III. von Sachsen, von seiner Frau scheiden, nachdem diese ihn wegen eines anderen Mannes verlassen hatte. Die Scheidung wurde in ganz Europa als großer Skandal wahrgenommen. Nach dem Tod Ottos übernahm Marie-Joséphine eine noch wichtigere Rolle im Leben ihrer Söhne. Die Ehe ihres ältesten Sohnes Karl mit Zita war nicht nur dynastisch bedeutsam, sondern auch eine Liebesheirat. 1914 wurde Karl nach der Ermordung Franz Ferdinands unerwartet Thronfolger. Der alte Kaiser Franz Joseph schätzte den jungen, frommen und sanftmütigen Erzherzog. Während des Ersten Weltkriegs wurde das Wiener Palais Augarten in ein Lazarett umgewandelt, in dem Marie-Joséphine sich um Verwundete kümmerte. Als Karl 1916 Kaiser wurde, unterstützte ihn seine Mutter ebenso wie seine Ehefrau. Karl versuchte vergeblich, den Krieg zu beenden. Die Niederlage der Mittelmächte führte 1918 zur Auflösung der Monarchie. Marie-Joséphine begleitete Karl, Zita und deren Familie ins Schweizer Exil. Auf Bitten des Papstes unternahm Karl später zweimal den Versuch, die ungarische Krone zurückzugewinnen, scheiterte jedoch. Er wurde nach Madeira verbannt und starb dort 1922 im Alter von 35 Jahren. Marie-Joséphine lebte zunächst in der Schweiz und ließ sich ab 1921 in Deutschland nieder. Sie wurde außerdem Großmutter des Erzherzogs Otto von Habsburg-Lothringen, der später Oberhaupt des Hauses Habsburg wurde. Marie-Joséphine starb am 28. Mai 1944 in Erlangen, wenige Tage vor ihrem 77. Geburtstag. Ihre letzte Ruhestätte befindet sich in der Kapuzinergruft in Wien, der traditionellen Begräbnisstätte der Habsburger. Sie war zudem Trägerin des sächsischen Sidonienordens.

Quelle: Marie-Josèphe de Saxe (1867-1944) (fr, 224955981). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0