Person

Luisa Carlota von Bourbon-Sizilien

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Geburt

  1. 1804

  2. 24.10.1804

Tod

  1. 29.01.1844

Porträt von Luisa Carlota von Bourbon-Sizilien
Bildnachweis

Spanish: Luisa Carlota de Borbón-Dos Sicilias y Borbón title QS:P1476,es:"Luisa Carlota de Borbón-Dos Sicilias y Borbón" label QS:Les,"Luisa Carlota de Borbón-Dos Sicilias y Borbón"

Luis de la Cruz

http://www.museodelprado.es/coleccion/galeria-on-line/galeria-on-line/obra/luisa-carlota-de-borbon-dos-sicilias-y-borbon/

Bildquelle: File:Luis de la Cruz - Luisa Carlota de Borbón-Dos Sicilias y Borbón.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Luisa Carlotta Maria Isabella von Bourbon-Sizilien wurde am 24. Oktober 1804 im Königlichen Palast von Portici bei Neapel geboren. Sie war das dritte Kind und die zweite Tochter von Franz, Herzog von Kalabrien, dem späteren König Franz I. beider Sizilien, und dessen zweiter Ehefrau Maria Isabella von Bourbon-Spanien. Über ihre Mutter war sie eine Enkelin des spanischen Königs Karl IV. und der Königin Maria Luisa von Parma. Luisa Carlotta gehörte dem Haus Bourbon-Sizilien an und trug zunächst den Titel einer Prinzessin von Neapel und Sizilien. Nach der Vereinigung der Königreiche Neapel und Sizilien wurde ihr Titel 1816 in Prinzessin beider Sizilien geändert. Sie wuchs in einer großen königlichen Familie auf. Zu ihren Geschwistern gehörten Maria Christina, die später Königin von Spanien wurde, Ferdinand II. von beiden Sizilien, Maria Antonia, Großherzogin der Toskana, und Teresa Christina, die spätere Kaiserin von Brasilien. Außerdem hatte sie eine Halbschwester, Carolina, Herzogin von Berry, aus der ersten Ehe ihres Vaters. Schon in jungen Jahren galt Luisa Carlotta als entschlossen, stolz und temperamentvoll. Im Alter von vierzehn Jahren wurde sie mit ihrem zehn Jahre älteren Onkel Franz von Bourbon-Spanien verheiratet. Er war ein jüngerer Sohn König Karls IV. von Spanien und der Bruder des späteren Königs Ferdinand VII. Luisa Carlottas Mutter soll dem Vorhaben zunächst skeptisch gegenübergestanden haben, weil sie ihren Bruder für zu impulsiv hielt. Die Eheschließung per Stellvertreter fand am 15. April 1819 statt. Im Mai desselben Jahres reiste Luisa Carlotta nach Spanien; am 11. Juni wurde die Ehe im Königlichen Palast von Madrid persönlich bestätigt. Das Paar bezog einen Flügel des Palastes. Aus der Ehe gingen elf Kinder hervor. Zu ihnen gehörten Franz von Assisi, der spätere Königsgemahl von Spanien, sowie Heinrich, Herzog von Sevilla, und mehrere Infantinnen und Infanten. Zwei Kinder starben bereits im frühen Kindesalter. Durch ihre Familie wurde Luisa Carlotta eng mit den zentralen dynastischen und politischen Entwicklungen Spaniens verbunden. Am spanischen Hof gewann sie rasch beträchtlichen Einfluss. Ihre Mitgift betrug 120.000 neapolitanische Dukaten, doch entscheidender war ihr energischer und ehrgeiziger Charakter. Sie beteiligte sich aktiv an den politischen Auseinandersetzungen der Monarchie und geriet früh in Konflikt mit ihrer Schwägerin Maria Franziska von Braganza, der Ehefrau des Infanten Karl, der damals als Thronfolger galt. Obwohl ihr eigener Mann zunächst nur an fünfter Stelle der Thronfolge stand, veränderte sich die Lage, weil Ferdinand VII. aus seinen ersten drei Ehen keine Kinder hatte. Nach dem Tod seiner dritten Ehefrau heiratete Ferdinand VII. 1829 in vierter Ehe Maria Christina von beiden Sizilien, Luisa Carlottas jüngere Schwester. Luisa Carlotta spielte eine wichtige Rolle bei der Anbahnung dieser Verbindung. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor: Isabella und Luisa Ferdinanda. Als Maria Christina schwanger wurde, hob Ferdinand VII. 1830 mit der Pragmatischen Sanktion die bisher geltende salische beziehungsweise halb-salische Thronfolgeregelung auf. Dadurch konnte seine Tochter Isabella den Thron erben, während sein Bruder Karl Maria Isidor von Bourbon von der Nachfolge ausgeschlossen wurde. Dieser beanspruchte später dennoch die Krone; daraus entwickelten sich der Karlistenkonflikt und die Karlistenkriege. Luisa Carlotta unterstützte nachdrücklich die dynastischen Rechte ihrer Nichte Isabella und setzte sich für die Bestätigung der neuen Regelung ein. Nach zeitgenössischen Berichten übte sie sogar auf den erkrankten König erheblichen Druck aus. Dabei geriet sie auch mit dem Minister Tadeo Calomarde aneinander, der an der früheren Thronfolgeregelung festhalten wollte. Luisa Carlotta stand politisch den liberalen Kräften nahe und wandte sich gegen die absolutistischen Anhänger ihres Schwagers Karl. Nach dem Tod Ferdinands VII. im Jahr 1833 übernahm Maria Christina die Regentschaft für die noch minderjährige Isabella II. Luisa Carlotta unterstützte ihre Schwester zunächst bei der Verteidigung des gefährdeten Throns und trat politisch häufig entschlossener auf als ihr Ehemann. Das Verhältnis zwischen den Schwestern verschlechterte sich jedoch, nachdem Maria Christina heimlich Agustín Fernández Muñoz geheiratet hatte. Luisa Carlottas fortdauernde politische Ambitionen und ihre Einmischung in die Angelegenheiten der Regentschaft verschärften den Konflikt. 1838 wurden Luisa Carlotta, ihr Mann und ihre elf Kinder aus Spanien ausgewiesen und gingen nach Paris. Dort fanden sie Aufnahme bei König Louis Philippe I. von Frankreich; dessen Ehefrau Maria Amalia von Bourbon-Sizilien war eine Tante Luisa Carlottas. Auch im französischen Exil setzte sie sich weiterhin für ihre politischen Ziele ein. Nach dem Ende der Regentschaft Maria Christinas im Jahr 1840 versuchte sie, ihren Mann als Regenten Spaniens durchzusetzen, da er das älteste männliche Mitglied der königlichen Familie war. 1842 kehrte die Familie nach Spanien zurück. Luisa Carlotta stellte sich gegen die Regierung des Generals Baldomero Espartero und unterstützte erneut den Plan, ihren Ehemann mit der Regentschaft zu betrauen. Als dieser Versuch scheiterte, musste das Paar den Hof abermals verlassen. Während eines weiteren Aufenthalts in Frankreich konzentrierte Luisa Carlotta ihre Kräfte auf ein dynastisches Vorhaben: die Verbindung ihres ältesten Sohnes Franz von Assisi mit Königin Isabella II. sowie die Heirat ihres zweitältesten Sohnes Heinrich mit Isabellas Schwester Luisa Ferdinanda. Luisa Carlotta kehrte später nach Madrid zurück und lebte mit ihrer Familie im Palast von San Juan nahe dem Retiro-Park. Sie starb am 29. Januar 1844 im Alter von 39 Jahren in ihrer Residenz in der Calle de la Luna nahe dem Königlichen Palast. Die Verwirklichung ihres wichtigsten dynastischen Projekts erlebte sie nicht mehr: Die Ehe ihres Sohnes Franz von Assisi mit Isabella II. wurde erst 1846 geschlossen und machte ihn zum Königsgemahl von Spanien. Luisa Carlottas sterbliche Überreste wurden im Pantheon der Infanten im Kloster San Lorenzo de El Escorial beigesetzt.

Quelle: Luisa Carlotta di Borbone-Due Sicilie (it, 152235470). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0