Person

Maria Antonia von Neapel-Sizilien

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Geburt

  1. 19.12.1814

Tod

  1. 07.11.1898

Porträt von Maria Antonia von Neapel-Sizilien
Bildnachweis

Bezzuoli, Giuseppe - Ritratto di Maria Antonietta di Borbone, granduchessa di Toscana, 1836 (Firenze, Galleria d'arte moderna)

Kaho Mitsuki

Own work

Bildquelle: File:Bezzuoli, Giuseppe - Ritratto di Maria Antonietta di Borbone, granduchessa di Toscana, 1836 (Firenze, Galleria d'arte moderna).jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Prinzessin Maria Antonia der beiden Sizilien wurde am 19. Dezember 1814 im Königlichen Palast von Palermo geboren. Sie war eine Tochter von König Franz I. der beiden Sizilien und Maria Isabella von Spanien. Ihren Namen erhielt sie zu Ehren ihrer Großtante Marie Antoinette, der während der Französischen Revolution getöteten Schwester ihrer Großmutter Maria Karolina von Österreich. Bei ihrer Geburt hielt sich der neapolitanische Hof in Sizilien auf, nachdem napoleonische Truppen den festländischen Teil des Königreichs besetzt hatten. Wenige Monate später konnte die königliche Familie infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses nach Neapel zurückkehren. Maria Antonia stand ihrem Bruder Ferdinand II. besonders nahe, der sie liebevoll „Totò“ nannte. Auch mit ihrer Schwägerin Maria Christina von Savoyen, die 1832 an den bourbonischen Hof kam, verband sie eine enge Freundschaft. Nach dem Tod der ersten Frau Leopolds II., Großherzogin Maria Anna von Toskana, im März 1832 entschied sich der verwitwete Großherzog für eine neue Ehe mit der jungen neapolitanischen Prinzessin. Beide waren Cousin und Cousine ersten Grades, denn Maria Antonias Vater Franz I. und Leopolds Mutter Luisa Maria von Toskana waren Geschwister. Die Eheverhandlungen wurden im Mai 1833 abgeschlossen. Am 7. Juni heirateten die 18-jährige Maria Antonia und der siebzehn Jahre ältere Leopold II. in der Kapelle des Königspalastes von Neapel. Einen Tag später reiste das Paar nach Livorno und zog anschließend über Pisa nach Florenz. Am 20. Juni hielt Maria Antonia dort ihren feierlichen Einzug. Die Florentiner bewunderten ihre Schönheit und begrüßten sie auch deshalb, weil sie als italienische Prinzessin nicht als Fremde galt. Die Anpassung an das gesellschaftliche Leben in Florenz fiel ihr zunächst schwer. Sie war an die Armut und die einfachen Lebensverhältnisse am neapolitanischen Hof gewöhnt und verstand daher nicht sofort, weshalb auch gut gekleidete Menschen Unterstützung erbaten. Mit Hilfe ihrer florentinischen Hofdamen, besonders ihrer Oberhofmeisterin Adele Palagi, fand sie jedoch bald Zugang zur Stadt und betrachtete Florenz schließlich als zweite Heimat. Maria Antonia war keine besonders gebildete Frau, besaß jedoch eine natürliche Neigung zu den schönen Künsten. Sie unterstützte Künstler, empfing sie in ihren Palästen und besuchte gelegentlich ihre Ateliers. Zu den von ihr geförderten Persönlichkeiten gehörten der Bildhauer Giovanni Duprè und der Musiker Teodulo Mabellini. Außerdem war sie eine tiefgläubige Katholikin. Sie förderte besonders die Verehrung der heiligen Philomena und ließ ihr zu Ehren Altäre und Kapellen errichten. Auch kirchliche Einrichtungen und wohltätige Projekte lagen ihr zeitlebens am Herzen. Als Großherzogin brachte Maria Antonia insgesamt zehn Kinder zur Welt. Ihre erste Tochter Maria Isabella wurde im Mai 1834 geboren, wenige Tage nachdem die Familie den Tod von Leopolds siebenjähriger Tochter Maximiliana betrauert hatte. Maria Antonia erkrankte nach der Geburt schwer an Kindbettfieber. Im Juni 1835 folgte der lang erwartete männliche Erbe Ferdinand. Seine Geburt wurde in Europa mit großer Erleichterung aufgenommen, da damit die Nachfolge in Toskana gesichert schien. In den folgenden Jahren kamen weitere Kinder hinzu: Karl Salvator, Maria Luisa, Ludwig Salvator und Johann Salvator sowie mehrere Töchter und ein Sohn, die bereits im Kindesalter starben. Maria Antonia war von diesen Verlusten tief getroffen und blieb ihren sterbenden Kindern bis zuletzt nahe. Während der politischen Unruhen von 1848 geriet die großherzogliche Familie zunehmend unter Druck. Leopold II. hatte zunächst liberale Reformen eingeleitet, die Pressefreiheit gewährt, eine Bürgergarde geschaffen und im Februar 1848 eine Verfassung erlassen. Auch unterstützte er anfangs den Kampf gegen Österreich in Norditalien. Als sich die politische Lage radikalisierte, zog er seine Truppen jedoch zurück. Eine demokratische Regierung unter Giuseppe Montanelli und Francesco Domenico Guerrazzi setzte ihn weiter unter Druck. Maria Antonia hielt sich mit ihren Kindern zeitweise in Siena auf und sorgte sich um die Sicherheit ihres Mannes und ihrer Familie. Im Januar 1849 verließ Leopold II. Florenz. Maria Antonia floh mit den jüngeren Kindern über Maremma und Orbetello, wo sie von aufgebrachten Menschen angegriffen wurde. Schließlich gelangte die Familie nach Gaeta, wo sie unter dem Schutz von Maria Antonias Bruder Ferdinand II. und Papst Pius IX. stand. In Florenz wurde am 15. Februar die Republik ausgerufen. Nach dem militärischen Sieg über die piemontesischen Kräfte kehrte Leopold II. im Sommer 1849 nach Toskana zurück. Maria Antonia befürwortete eine Wiederherstellung der großherzoglichen Herrschaft, obwohl sie den österreichischen Einfluss persönlich wenig schätzte. Die Rückkehr wurde jedoch von einer konservativen politischen Wende begleitet, und 1852 verzichtete Leopold II. unter österreichischem Druck formal auf die Verfassung. In den folgenden Jahren verschlechterte sich das Ansehen der Großherzogin. Ihre Herkunft aus dem Haus der beiden Sizilien und ihre familiäre Verbindung zu Ferdinand II., der als autoritärer Herrscher verhasst war, machten sie zum Ziel politischer Angriffe. Dennoch widmete sich Maria Antonia weiterhin ihrer Familie und religiösen Stiftungen. 1852 brachte sie ihr jüngstes Kind, Johann Salvator, zur Welt. Die Revolution von 1859 beendete ihre Stellung in Toskana. Als der Krieg zwischen Österreich und Piemont-Sardinien ausbrach, erklärte Leopold II. die Neutralität, doch in Florenz wuchs die Bewegung für die italienische Einigung. Am 27. April verließ die großherzogliche Familie die Stadt. Maria Antonia soll ihren Mann zunächst gewarnt haben, dass sie Florenz vielleicht nie wiedersehen würden, ihn dann aber zur Abdankung gedrängt haben, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Leopold II. floh mit seiner Familie, ohne Gewalt anzuwenden, und wurde von vielen Florentinern respektvoll verabschiedet. Er dankte erst im Juli offiziell ab und lebte später in Böhmen und Rom, wo er 1870 starb. Nach dem Tod ihres Mannes ließ Maria Antonia zwischen 1870 und 1877 die Villa Toscana in Gmunden errichten. Dort verbrachte sie ihre letzten Lebensjahre. Besonders schwer traf sie das Schicksal ihres jüngsten Sohnes Johann Salvator, der 1889 auf seine Titel verzichtete, den Namen Johann Orth annahm und 1890 mit seiner Frau nach Argentinien fuhr. Das Schiff verschwand spurlos, doch Maria Antonia weigerte sich, den Sohn für tot zu erklären und wurde von Betrügern ausgenutzt, die ihr angebliche Nachrichten über ihn verkauften. 1893 besuchte sie noch einmal Florenz und erlebte dort Zeichen der Zuneigung aus Adel und Bürgerschaft. Am 7. November 1898 starb sie im Alter von 83 Jahren in Gmunden. Sie wurde in der Kapuzinergruft in Wien beigesetzt. In Florenz fand ihr zu Ehren eine feierliche Messe statt.

Quelle: Princess Maria Antonia of the Two Sicilies (en, 1372083194). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0