Person

Maria Ludovica von Spanien

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Geburt

  1. 24.11.1745

Tod

  1. 15.05.1792

Porträt von Maria Ludovica von Spanien
Bildnachweis

Portrait of Maria Luisa of Spain

Anton Raphael Mengs

Kunsthistorisches Museum Wien, Bilddatenbank .

Bildquelle: File:Anton Raphael Mengs - Infantin Maria Ludovica (1745-1792), Gemahlin von Leopold II.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Maria Ludovica von Spanien, auch María Luisa de Borbón genannt, wurde am 24. November 1745 in Portici bei Neapel geboren und starb am 15. Mai 1792 in Wien. Sie war eine Tochter des späteren spanischen Königs Karl III. und seiner Frau Maria Amalia von Sachsen. Durch ihre Geburt war sie Infantin von Spanien. Als Ehefrau Leopolds II. wurde sie außerdem Erzherzogin von Österreich, Großherzogin der Toskana sowie schließlich Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches und Königin von Böhmen, Kroatien und Ungarn. Maria Ludovica wuchs zunächst in den königlichen Residenzen Neapels, Capodimontes und Porticis auf. Ihre Eltern herrschten damals über Neapel und Sizilien und ließen in Portici einen königlichen Sommerpalast errichten. Von den sieben Töchtern der Familie erreichten neben Maria Ludovica nur ihre ein Jahr ältere Schwester María Josefa das Erwachsenenalter. Von ihren sechs Brüdern überlebte sie unter anderem Karl, der später als Karl IV. König von Spanien wurde, und Ferdinand, den späteren König von Sizilien. Die Kindheit der Prinzessin galt als glücklich. Sie sprach Italienisch mit neapolitanischem Akzent. Schon als Mädchen war eine Ehe mit Erzherzog Karl Joseph, dem zweiten Sohn Maria Theresias, vorgesehen. Dieser starb jedoch im Januar 1761, bevor die Verbindung zustande kommen konnte. Ein Jahr zuvor hatte sich das Leben der Familie grundlegend verändert: Maria Ludovicas Vater war 1759 seinem verstorbenen Halbbruder als König von Spanien nachgefolgt. Daraufhin zog die Familie von Neapel nach Spanien. Die Überfahrt begann am 6. Oktober 1759, und nach der Ankunft in Barcelona reiste die Gesellschaft weiter nach Madrid. Weil Maria Ludovica und einige ihrer Brüder unterwegs an Masern erkrankten, erreichten sie die Hauptstadt erst im Dezember. Die folgenden Jahre verbrachte sie in mehreren vornehmen Residenzen in der Umgebung Madrids. Im Rahmen der Heiratspolitik Maria Theresias wurde Maria Ludovica mit Erzherzog Peter Leopold vermählt, dem dritten Sohn Kaiser Franz Stephans und Maria Theresias. Peter Leopold war zugleich der Thronfolger des Großherzogtums Toskana. König Karl III. übertrug dem künftigen Paar Besitzungen des Hauses Medici, auf die er über seine Mutter Anspruch erhob. Am 16. Februar 1764 fand in Madrid die Trauung per Stellvertreter statt. Auf Wunsch ihres Vaters verzichtete Maria Ludovica zuvor auf ihre Ansprüche auf den spanischen Thron. Bis Juni 1765 blieb sie in Spanien und reiste anschließend nach Innsbruck, wo die persönliche Trauung stattfinden sollte. Ihr Bräutigam kam ihr von Innsbruck aus entgegen; zum ersten Mal sahen sich beide am 1. August. Maria Ludovica wurde als blonde, freundliche und bescheidene Frau beschrieben. Peter Leopold war zu dieser Zeit krank, und seine Darminfektion überschattete die Hochzeit. Die Trauung fand am 5. August 1765 in der Innsbrucker Pfarrkirche St. Jakob statt. Eine eigens komponierte Oper fiel durch, und ein Feuerwerk musste wegen schlechten Wetters abgesagt werden. Wenige Tage später starb Kaiser Franz Stephan. Peter Leopold wurde dadurch Großherzog der Toskana. Das junge Paar zog nach Florenz und nahm im Palazzo Pitti seinen Wohnsitz. Von dort regierte es bis 1790. Leopold und Maria Ludovica setzten in der Toskana mehrere Reformen im Geist der Aufklärung um. Ihre Herrschaft wurde jedoch durch den Streit mit Leopolds Bruder, Kaiser Joseph II., belastet. Joseph beanspruchte die sogenannte toskanische Reservekasse als Erbe ihres Vaters und erhielt sie schließlich. Das Verhältnis zwischen den Brüdern verbesserte sich erst allmählich, nachdem Maria Ludovica zwei Söhne geboren hatte. Wegen ihrer zahlreichen Kinder begann Joseph II. seine Schwägerin zunehmend zu achten, da die habsburgische Erbfolge dadurch gesichert war. Vier Hauptlinien der Habsburger, die bis zum Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie im Jahr 1918 fortbestanden, gingen auf Maria Ludovica und Leopold zurück. Maria Ludovica war ihrem Mann loyal verbunden und stand ihm im Alltag hilfreich zur Seite. Seine außerehelichen Beziehungen nahm sie offenbar mit Haltung hin. Zu seinen bekannten Favoritinnen gehörten die Engländerin Anna Cowper und die römische Tänzerin Livia Raimondi. Mit Livia hatte Leopold einen Sohn, Luigi von Grün, und schenkte ihr ein kleines Palais in Florenz. Maria Ludovica soll sogar freundschaftlich mit ihr verkehrt und mit ihr Handarbeiten angefertigt haben. Während einer Hungersnot in Florenz im Jahr 1765 gewann Maria Ludovica Ansehen, weil sie Bedürftige mit Nahrung und medizinischer Hilfe versorgte. Eine formelle Krönung zur Großherzogin fand nicht statt. Sie begleitete ihren Mann zu verschiedenen Reisen und Familienereignissen, zog sich jedoch weitgehend aus der adligen Gesellschaft zurück. Ihr Hauptaugenmerk galt der Erziehung ihrer Kinder. Gemeinsam mit Leopold gewährte sie ihnen ungewöhnlich viele Freiheiten und nahm sie auf Ausflüge ins Umland und an die Küste mit. Ihr persönlicher Umgang blieb auf einen kleinen Freundeskreis beschränkt. Nach dem kinderlosen Tod Josephs II. im Februar 1790 erbte Peter Leopold die habsburgischen Länder in Mitteleuropa. Kurz darauf wurde er zum römisch-deutschen Kaiser Leopold II. gewählt und verlegte seinen Wohnsitz nach Wien. Maria Ludovica übernahm dort die Pflichten einer kaiserlichen Gemahlin. Bei den Krönungsfeierlichkeiten in Prag erklang 1791 Mozarts Oper „La clemenza di Tito“. Die häufig überlieferte scharfe Kritik Maria Ludovicas an der Oper ist allerdings erst spät bezeugt und daher nicht sicher verbürgt. Leopold II. starb am 1. März 1792, Maria Ludovica folgte ihm am 15. Mai desselben Jahres. Ihr gemeinsamer ältester Sohn Franz wurde noch im selben Jahr als letzter Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt. Maria Ludovica wurde an der Seite ihres Mannes in der Kapuzinergruft beigesetzt. Ihr Herz und ihre Eingeweide wurden in getrennten Urnen in der Wiener Augustinerkirche beziehungsweise in der Herzogsgruft bestattet. Das Paar hatte sechzehn Kinder, darunter Franz, den späteren Kaiser, Ferdinand III., den Großherzog der Toskana, den Feldherrn Karl von Österreich-Teschen sowie den späteren Kardinal und Erzbischof Rudolf von Olmütz. Durch den frühen Tod beider Eltern blieben mehrere ihrer Kinder noch minderjährig zurück.

Quelle: Maria Ludovica von Spanien (de, 258728109). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0