
Bildnachweis
Erzherzog Ludwig von Österreich (1784-1864)
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Bildquelle: File:Erzherzog Ludwig von Österreich (1784-1864).jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Erzherzog Ludwig Joseph Anton von Österreich aus dem Haus Habsburg-Lothringen wurde am 13. Dezember 1784 im Schloss Poggio Imperiale in Florenz geboren. Er war das fünfzehnte von sechzehn Kindern des toskanischen Großherzogs Peter Leopold, des späteren römisch-deutschen Kaisers Leopold II., und dessen Ehefrau Maria Ludovika von Spanien. Zu seinen Geschwistern gehörten unter anderem Kaiser Franz II. beziehungsweise ab 1804 Kaiser Franz I. von Österreich, der Feldmarschall Erzherzog Karl, der als Sieger über Napoleon in der Schlacht bei Aspern bekannt wurde, sowie die Erzherzöge Johann und Rainer. Auch mehrere seiner Schwestern heirateten in europäische Herrscherhäuser ein oder übernahmen hohe kirchliche Ämter.
Ludwig verbrachte seine ersten Lebensjahre am großherzoglichen Hof in Florenz. Als sein Vater 1790 den kaiserlichen Thron erbte, zog die Familie nach Wien. Nur zwei Jahre später verlor Ludwig innerhalb von drei Monaten beide Eltern. Sein ältester Bruder Franz, der im Alter von 24 Jahren als Franz II. die Herrschaft übernahm, kümmerte sich fortan anstelle des Vaters um seine Erziehung. Wie es der Familientradition entsprach, trat Ludwig in den Dienst der kaiserlichen Streitkräfte ein und stieg bald bis zum Rang eines Feldzeugmeisters auf.
Bis 1809 war er als Generalinspektor der Grenztruppen tätig. Im Fünften Koalitionskrieg gegen Napoleon erhielt er den Befehl über ein Armeekorps. Unter dem Kommando des Feldmarschalls Hiller nahm er am 19. und 20. April 1809 an der Schlacht bei Abensberg teil, die mit einem französischen Sieg endete. Nach den napoleonischen Kriegen widmete sich Ludwig gemeinsam mit seinem Bruder Johann stärker wissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Studien. In den Jahren 1815 und 1816 unternahmen die beiden Brüder außerdem ausgedehnte Reisen durch England und Frankreich.
Während ihres Aufenthalts in Großbritannien wurden sie am 22. Oktober 1815 in Dover vom Prinzregenten Georg, dem späteren König Georg IV., empfangen. Sie besuchten unter anderem Oxford, Bath, Plymouth, Birmingham, Bristol, Edinburgh und Glasgow. Ihr besonderes Interesse galt dem modernen britischen Hochschulwesen und den Industrieunternehmen. Nach ihrer Rückkehr nach Österreich bemühten sich Ludwig und Johann, die dort gewonnenen Eindrücke weiterzugeben und damit die Industrialisierung Österreichs zu fördern. 1819, nach dem Tod des Feldmarschalls Graf Colloredo, wurde Ludwig zum Generalinspektor der kaiserlich-königlichen Artillerie ernannt.
Wie sein Bruder Johann ging Ludwig eine nicht standesgemäße Ehe ein. Während einer Reise durch Frankreich lernte er im Schloss Boisclaireau an der Loire Adelaide de Gueroust, eine Gräfin, kennen. Er heiratete sie unter der Bedingung, auf seine eigenen Thronansprüche sowie auf die möglichen Ansprüche ihrer gemeinsamen Nachkommen zu verzichten. Aus der Ehe ging 1838 eine einzige Tochter hervor. Sie wurde zunächst auf den Namen Ana Victoria von Habsburg-Gueroust getauft, änderte ihren Namen später jedoch in Ana Victoria de la Pierre. Um 1858 heiratete sie Don José Maria Heredia Saez.
Ludwig besaß neben seinen militärischen Erfahrungen auch politisches Geschick. Sein kaiserlicher Bruder Franz entsandte ihn mehrfach als Vertreter zu internationalen Verhandlungen. In seinem Testament bestimmte Franz ihn zudem zum Leiter der Geheimen Staatskonferenz. Nach dem Tod Franz’ übernahm Kaiser Ferdinand I. die Herrschaft, erwies sich jedoch als politisch nicht in der Lage, die Regierungsgeschäfte selbstständig zu führen. Daher leitete Ludwig von 1836 bis 1848 die Geheime Staatskonferenz, in der die maßgeblichen Entscheidungen des Staates getroffen wurden. Zu ihren wichtigsten Mitgliedern gehörten neben ihm Erzherzog Franz Karl, der Vater des späteren Kaisers Franz Joseph, Staatskanzler Fürst Metternich und Graf Kolowrat.
Politisch vertrat Ludwig eine streng absolutistische Haltung. Er unterstützte zunächst die Politik seines Bruders Kaiser Franz und später die von Metternich. Die Revolutionen und der ungarische Freiheitskampf von 1848 und 1849 sowie die Thronbesteigung Franz Josephs markierten das Ende seiner aktiven politischen Rolle. Danach zog er sich aus dem öffentlichen Leben zurück und lebte als Privatmann in Wien.
Seine wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen blieben jedoch anerkannt. 1848 wurde er zum Ehrenmitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gewählt. Damit würdigte man insbesondere seine großzügige Förderung technischer und wirtschaftswissenschaftlicher Forschung. Auch sozial engagierte er sich und unterstützte durch Spenden Stiftungen, die sich um arme Menschen kümmerten.
Erzherzog Ludwig starb am 21. Dezember 1864 in Wien im Alter von 80 Jahren. Seine letzte Ruhestätte fand er in der Kapuzinergruft, wo er neben Angehörigen des toskanischen Zweigs der Habsburger beigesetzt wurde.
Quelle: Habsburg–Lotaringiai Lajos főherceg (hu, 26899337). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0