Person

Karl von Österreich-Teschen

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Geburt

  1. 05.09.1771

Tod

  1. 30.04.1847

Porträt von Karl von Österreich-Teschen
Bildnachweis

Charles, Archduke of Austria (1771-1847) title QS:P1476,en:"Charles, Archduke of Austria (1771-1847) " label QS:Len,"Charles, Archduke of Austria (1771-1847) "

Thomas Lawrence

The Royal Collection

Bildquelle: File:Charles, Archduke of Austria - Lawrence 1819.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Erzherzog Karl von Österreich-Teschen, mit vollständigem Namen Karl Ludwig Johann Joseph Lorenz von Habsburg, wurde am 5. September 1771 in Florenz geboren und starb am 30. April 1847 in Wien. Er war österreichischer Feldmarschall, Militärschriftsteller und Theoretiker, Prinz des Heiligen Römischen Reiches, Erzherzog von Österreich und Herzog von Teschen. Als einer der bedeutendsten österreichischen Heerführer zwischen der Französischen Revolution und den Napoleonischen Kriegen führte er in vier Kriegen Truppen gegen Frankreich. Besonders nachhaltig wirkte er durch die umfassende Reform der österreichischen Armee nach dem Zusammenbruch des Heiligen Römischen Reiches. Karl entstammte einer hochrangigen habsburgisch-bourbonischen Familie. Sein Vater war Großherzog Peter Leopold von Toskana, der später als Kaiser die Nachfolge antrat, seine Mutter die spanische Infantin Maria Ludovika von Bourbon. Zu seinen Verwandten gehörten Kaiser Joseph II. und die Kaiserin Maria Theresia. Seine beiden älteren Brüder wurden später Kaiser Franz II. beziehungsweise Großherzog Ferdinand III. Karl wuchs am Hof von Florenz auf und zeigte trotz gesundheitlicher Probleme, darunter Epilepsie, früh Interesse am Militär. Als sein Vater 1790 den Kaiserthron übernahm, zog Karl zunächst nach Wien und anschließend nach Brüssel. Dort wurde er von seiner kinderlosen Tante Maria Christina und deren Ehemann Albert von Sachsen-Teschen adoptiert. Er nahm den Namen Habsburg-Teschen an und erbte später die Besitzungen seiner Adoptivfamilie. Seine militärische Laufbahn begann im Krieg der Ersten Koalition. In der Schlacht bei Jemappes führte er eine Brigade und wurde bald darauf zum Generalmajor befördert. 1793 nahm er unter dem Prinzen von Sachsen-Coburg an den Kämpfen bei Aldenhoven und Neerwinden teil, die zur Rückeroberung Belgiens durch Österreich beitrugen. Für seine Leistungen erhielt er das Großkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens und wurde zum Gouverneur der Österreichischen Niederlande sowie zum Feldmarschallleutnant ernannt. In den folgenden Feldzügen kämpfte er unter anderem bei Famars, Raismes, Wattignies, Courtrai und Tournai sowie bei den Belagerungen von Valenciennes, Le Quesnoy und Landrecies. Die Jahre 1794 und 1795 waren von wechselnden Erfolgen und Rückschlägen geprägt. Bei Tourcoing und Fleurus konnte Karl seine Truppen zunächst wirkungsvoll einsetzen, doch verspätete Befehle und das Eingreifen französischer Verstärkungen führten jeweils zur Niederlage. Nach dem französischen Vormarsch durch Belgien zog er sich Ende 1794 aus gesundheitlichen Gründen von der Front zurück und widmete sich in Wien intensiv dem Studium der Militärwissenschaft. 1796 übernahm er den Oberbefehl über die österreichischen Armeen am Niederrhein und am Oberrhein. Gegen Moreau und Jourdan gelang ihm eine kühne Gegenoffensive: Er besiegte Jourdan, drängte dessen Armee über den Rhein zurück und zwang schließlich auch Moreau zum Rückzug. Seine Feldzüge bei Würzburg, Emmendingen und Schliengen machten ihn zu einem der fähigsten österreichischen Befehlshaber. 1797 wurde Karl nach Italien geschickt, um den Vormarsch General Bonapartes aufzuhalten. Obwohl er die französische Armee nicht stoppen konnte, organisierte er den österreichischen Rückzug mit großer Umsicht. Nach Kämpfen am Tagliamento, bei Gradisca und Tarvisio akzeptierte er einen Waffenstillstand, der den Krieg rasch beendete. Anschließend kehrte er an die Rhe infront zurück. Nach einer Zeit als Generalgouverneur von Böhmen übernahm Karl im Krieg der Zweiten Koalition erneut das Kommando in Schwaben und Bayern. 1799 besiegte er Jourdans Armee bei Ostrach sowie bei Stockach und Liptingen und drängte sie an den Rhein zurück. Danach wandte er sich gegen Massena, überschritt den Rhein, siegte bei Frauenfeld und Winterthur und eroberte Zürich. Nach der Niederlage der russischen Verbündeten beschränkte er sich jedoch auf eine defensive Sicherung des Rheins. Als Napoleon 1799 die Macht als Erster Konsul übernahm, riet Karl seinem Bruder zur Annahme französischer Friedensangebote, da er Napoleons militärische Fähigkeiten kannte und die Siegeschancen Österreichs skeptisch beurteilte. Der Kaiser folgte diesem Rat nicht. Karl wurde vom Heer entfernt und nach Böhmen geschickt; seine Einschätzung bestätigte sich später durch Napoleons Sieg bei Marengo und Moreaus Erfolg bei Hohenlinden. Nach seiner Rückkehr erhielt Karl den Rang eines Feldmarschalls und wurde Präsident des Hofkriegsrats. Diese Stellung nutzte er für eine tiefgreifende Modernisierung des österreichischen Heeres. Er beendete unter anderem den lebenslangen Militärdienst, führte eine zeitliche Begrenzung der Dienstzeit ein, gründete ein Militärappellationsgericht und überarbeitete Ausbildung, Dienstvorschriften, Kavallerie- und Infanterieorganisation sowie die Arbeitsweise des Hofkriegsrats. 1803 wurde er außerdem Großmeister des Deutschen Ordens, gab dieses Amt jedoch 1804 an seinen Vetter Erzherzog Anton ab. Im Krieg der Dritten Koalition befehligte Karl die österreichischen Truppen in Italien gegen Marschall Massena. Die Niederlage Mack bei Ulm zwang ihn trotz anfänglicher Überlegenheit zum Rückzug über Friaul, Krain und Kärnten nach Ungarn. Nach der Schlacht bei Austerlitz ernannte ihn sein Bruder zum Generalissimus. In den folgenden Jahren setzte Karl seine Heeresreformen fort und übernahm dabei auch Anregungen aus der französischen Armee, deren Überlegenheit er anerkannte. Karl war zunächst gegen einen neuen Krieg mit Napoleon, weil er Österreich militärisch noch nicht ausreichend vorbereitet sah. Dennoch erhielt er 1809 den Oberbefehl über die österreichische Offensive. In Bayern geriet seine Armee durch Napoleons schnelle Manöver in schwere Bedrängnis; bei Eckmühl drohte ihr die Einkreisung. Karl zog sich jedoch geordnet zurück und konnte Wien räumen. In der Schlacht von Aspern-Essling hielt er Napoleons ersten Versuch auf, die Donau zu überschreiten. Bei Wagram wurde er am 5. und 6. Juli endgültig geschlagen. Wenige Tage später schloss er eigenständig den Waffenstillstand von Znaim. Kaiser Franz entzog ihm daraufhin das Kommando. Diese Entscheidung beendete Karls aktive militärische Laufbahn weitgehend. Während der Sechsten Koalition erhielt Karl keinen bedeutenden Befehl. Mit Ausnahme seiner Ernennung zum Gouverneur der Festung Mainz im Jahr 1815 lebte er zurückgezogen auf Schloss Weilburg in Baden und widmete sich militärischen Schriften. 1822 folgte er seinem Adoptivvater als Regent des Herzogtums Teschen nach. Karl heiratete 1815 die protestantische Prinzessin Henriette von Nassau-Weilburg. Die Ehe galt trotz des unterschiedlichen Glaubens als glücklich; aus ihr gingen sieben Kinder hervor. Henriette starb 1829 im Alter von 32 Jahren an Scharlach. Karl veröffentlichte unter anderem die Werke „Grundsätze der Strategie“ und eine Darstellung des deutschen und schweizerischen Feldzugs von 1799. In seinen Schriften betonte er Vorsicht, die Sicherheit der eigenen Armee und die Notwendigkeit, den Schutz des eigenen Landes als entscheidenden strategischen Maßstab zu betrachten. Seine Zeitgenossen und spätere Historiker verglichen ihn wegen seiner Umsicht und militärischen Fähigkeiten mit dem Herzog von Wellington. Zugleich bestand ein Gegensatz zwischen seiner vorsichtigen Theorie und seiner Praxis, in der er wiederholt riskante Manöver wagte. Karl starb 1847 in Wien und wurde in der Kaisergruft bestattet. 1860 errichtete man ihm auf dem Wiener Heldenplatz ein Reiterstandbild.

Quelle: Carlo d'Asburgo-Teschen (it, 151629826). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0