Person

Erzherzogin Maria Anna von Österreich

Verbindung zu einer anderen Person finden

Geburt

  1. 21.04.1770

Tod

  1. 01.10.1809

Porträt von Erzherzogin Maria Anna von Österreich
Bildnachweis

Maria Anna, Erzherzogin von Österreich

Peter Edward Stroehling

https://onb.digital/result/10BE4493

Bildquelle: File:Peter Edward Stroehling - Maria Anna, Archduchess of Austria - Hofburg.png · Lizenz: Public domain

Für die Darstellung in der Größe angepasst.

Biografie

Erzherzogin Maria Anna von Österreich, aus dem Haus Habsburg-Lothringen, wurde am 21. April 1770 in Florenz geboren. Sie war das vierte von insgesamt sechzehn Kindern des toskanischen Großherzogs Peter Leopold und dessen Ehefrau Maria Ludovika von Spanien. Ihr Vater wurde später als Leopold II. römisch-deutscher Kaiser sowie König von Ungarn und Böhmen bekannt; ihre Mutter war eine spanische Infantin und wurde später Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches. Maria Anna wuchs damit in einer europäischen Herrscherfamilie auf, deren Mitglieder zahlreiche bedeutende politische, militärische und kirchliche Ämter bekleideten. Zu ihren Geschwistern, die das Erwachsenenalter erreichten, gehörten unter anderem Maria Theresia Josefa, die den sächsischen König Anton heiratete, und Franz Joseph Karl, der als Franz II. der letzte römisch-deutsche Kaiser und als Franz I. der erste Kaiser von Österreich wurde. Ihr Bruder Ferdinand wurde später Großherzog von Toskana. Weitere Geschwister waren Erzherzog Karl, der als Feldmarschall in der Schlacht bei Aspern Napoleon besiegte, sowie Alexander Leopold und Joseph Anton, die nacheinander das Amt des ungarischen Palatins innehatten. Auch Maria Klementina, Anton Viktor, Johann, Rainer Joseph, Ludwig und Rudolf machten politische, militärische oder kirchliche Karrieren. Rudolf wurde Kardinal und Erzbischof von Olmütz und trat außerdem als Förderer Ludwig van Beethovens hervor. Maria Anna verbrachte ihre Jugend zunächst in Florenz, später in Wien und Prag. Wie es für eine Erzherzogin ihrer Zeit möglich und in ihrem Umfeld vorgesehen war, trat sie in einen Frauenorden ein. Nach der Thronbesteigung ihres Vaters Leopold übernahm sie das Amt der Äbtissin des adeligen Theresianischen Damenstifts St. Theresia auf der Prager Burg. 1791 wurde sie dort zur Fürstäbtissin ernannt. Das Kloster war 1755 von Maria Theresia gegründet worden. Seit 1766 war seine Vorsteherin mit einer geistlichen Fürstenwürde ausgestattet, die mit einem hohen Einkommen und offiziell nur gelegentlich wahrzunehmenden Aufgaben verbunden war. Das Amt besaß jedoch nicht nur religiöse, sondern auch erhebliche politische und zeremonielle Bedeutung. Ab 1791 lag bei der Fürstäbtissin des Prager St.-Theresien-Klosters das Recht, die böhmischen Königinnen zu krönen. Die Erzherzogin-Fürstäbtin nahm damit außerhalb des Kaiserhauses den zweithöchsten Rang in Böhmen ein; nur der Kanzler stand über ihr. Maria Anna verkörperte somit eine Verbindung von dynastischer Herkunft, kirchlicher Stellung und staatlicher Repräsentation. Eine ihrer wichtigsten öffentlichen Aufgaben übernahm sie unmittelbar nach ihrer Weihe. Nur vier Tage nach der Einsetzung als Fürstäbtissin leitete sie im Prager Veitsdom, unterstützt von den böhmischen Bischöfen, die Krönung ihrer eigenen Mutter Maria Ludovika zur böhmischen Königin. Dieses Ereignis machte ihre besondere Stellung innerhalb der habsburgischen Herrschaftsordnung sichtbar: Sie handelte zugleich als Tochter der neuen Königin, als Mitglied des Kaiserhauses und als Inhaberin eines bedeutenden kirchlichen Amtes. Maria Anna blieb bis 1800 Fürstäbtissin des Klosters. In diesem Jahr zog sie sich aus ihrer Stellung zurück. Über ihr persönliches Leben außerhalb ihrer höfischen und geistlichen Aufgaben ist in der überlieferten Darstellung nur wenig berichtet. Ihre Laufbahn zeigt jedoch, welche Rolle hochadelige Frauen im späten 18. Jahrhundert innerhalb der habsburgischen Monarchie übernehmen konnten. Sie waren nicht nur Mitglieder einer Herrscherfamilie, sondern konnten auch eigenständige kirchliche Würden innehaben und an zentralen Krönungszeremonien mitwirken. Am 1. Oktober 1809 starb Maria Anna im Alter von 39 Jahren. Sie hielt sich als Gast des kaiserlich-königlichen Kämmerers Zsigmond Eötvenesi Lovász in dessen örtlichem Schloss in Neudorf beziehungsweise Temesújfalu auf. Mit ihrem Tod endete das Leben einer Erzherzogin, deren Bedeutung vor allem in ihrer Stellung als Fürstäbtissin des Prager Theresianischen Damenstifts und in ihrer Rolle bei der Krönung ihrer Mutter zur böhmischen Königin lag.

Quelle: Habsburg–Lotaringiai Mária Anna főapátnő (hu, 28554153). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0

Eltern

Kinder

Keine geprüften Kinderbeziehungen vorhanden.

Partnerinnen und Partner

Keine geprüften Partnerschaften vorhanden.