Person

Ferdinand III.

Verbindung zu einer anderen Person finden

Geburt

  1. 06.05.1769

Tod

  1. 18.06.1824

Porträt von Ferdinand III.
Bildnachweis

Baptismal certificate of Ferdinand III, Grand Duke of Tuscany

Archbishop of Florence, Francesco Gaetano Incontri

Parish of Florence

Bildquelle: File:Baptismal certificate of Ferdinand III, Grand Duke of Tuscany.jpg · Lizenz: Public domain

Für die Darstellung in der Größe angepasst.

Biografie

Ferdinand III. von Toskana wurde am 6. Mai 1769 in Florenz als Ferdinand Joseph Johann aus dem Haus Habsburg-Lothringen geboren. Er war der dritte Sohn des toskanischen Großherzogs Peter Leopold und dessen Ehefrau Maria Ludovika von Spanien. Sein Vater wurde 1790 nach dem Tod Kaiser Josephs II. als Leopold II. römisch-deutscher Kaiser, woraufhin Ferdinand im Alter von 21 Jahren die Herrschaft über das Großherzogtum Toskana übernahm. Er begründete damit die toskanische Nebenlinie des Hauses Habsburg-Lothringen. Ferdinand verbrachte seine Jugend in Florenz und erhielt unter der Leitung des Marquis Manfredini eine ausgezeichnete Ausbildung. Als Herrscher setzte er den aufgeklärten absolutistischen Kurs seines Vaters fort. Er förderte Handel, Wissenschaft und Kunst, stärkte die Rechtssicherheit und regierte insgesamt vorsichtig und ausgleichend. Während der Französischen Revolution nahm er eine ungewöhnliche Stellung ein: 1792 erkannte er als erster europäischer Monarch die Französische Republik an. In den Napoleonischen Kriegen versuchte Ferdinand zunächst, die Neutralität Toskana zu bewahren. 1793 übten jedoch Russland und Großbritannien starken Druck auf ihn aus, der Koalition gegen General Napoleon Bonaparte beizutreten. Großbritannien drohte sogar, den Hafen von Livorno unter Beschuss zu nehmen. Nachdem französische Truppen Piemont erobert hatten, zog sich Ferdinand aus der Koalition zurück und schloss am 9. Februar 1795 einen Separatfrieden mit Frankreich. Als Napoleons Eroberungspläne in Italien immer deutlicher wurden, bemühte sich Ferdinand erneut um eine Annäherung an Österreich. 1799 marschierten jedoch französische Truppen in Florenz ein, und Ferdinand musste mit seiner Familie nach Wien fliehen. Durch den von Bonaparte erzwungenen Frieden von Lunéville und den Vertrag von Aranjuez vom 21. März 1801 verlor Ferdinand den Titel und das Land des Großherzogtums Toskana. An dessen Stelle entstand das von Frankreich abhängige Königreich Etrurien, das den Bourbon-Herzögen von Parma als Entschädigung für ihre von Napoleon eingezogenen Besitzungen überlassen wurde. Ferdinand erhielt zunächst andere Gebiete und Titel. Im Pariser Frieden von 1802 wurde ihm das neu geschaffene Herzogtum Salzburg zugesprochen, ergänzt durch Besitzungen des säkularisierten Erzstifts Eichstätt. Nach dem Frieden von Pressburg 1805 fielen Salzburg und Eichstätt an Österreich beziehungsweise Bayern; als Ersatz erhielt Ferdinand das Herzogtum Würzburg. Dieses wurde zunächst zum Kurfürstentum und nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806 zum Großherzogtum erhoben. Ferdinand führte den Titel des Großherzogs von Würzburg bis zur Neuordnung Europas nach Napoleons Sturz. Der Pariser Frieden vom 30. Mai 1814 stellte Ferdinand als Großherzog von Toskana wieder ein. Er konnte in das wiederhergestellte Großherzogtum zurückkehren, das zusätzlich um weitere Gebiete erweitert worden war. 1815 griff Joachim Murat, der französische Vizekönig von Neapel, Toskana an, sodass Ferdinand erneut fliehen musste. Noch im selben Jahr, am 20. April, kehrte er zurück. Im Zuge der politischen Neuordnung wurde das Herzogtum Lucca von Toskana abgetrennt und den Bourbonen von Parma als vorübergehende Entschädigung überlassen. 1817 gründete Ferdinand außerdem den traditionsreichen Stephansorden neu, den Napoleon acht Jahre zuvor aufgelöst hatte. Zeitgenossen beschrieben Ferdinand als nachgiebigen und friedliebenden, zugleich aber beharrlichen Herrscher. Er interessierte sich mehr für Musik als für das Soldatenleben. Geistig war er vom Ancien Régime und teilweise von der Aufklärung geprägt, stand den Ideen der Revolution und dem aufkommenden italienischen Nationalismus jedoch ablehnend gegenüber. Seine Herrschaft war von dem Versuch bestimmt, die Eigenständigkeit und Stabilität Toskana in einer von Revolutionen und Großmachtpolitik geprägten Zeit zu bewahren. Ferdinand heiratete zweimal. Seine erste Ehe schloss er 1790 mit Louise Maria Amalia von Bourbon, einer Tochter Ferdinands I., des Königs beider Sizilien. Die Stellvertreterhochzeit fand am 15. August in Neapel statt, die feierliche Trauung am 19. September in Wien. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor. Drei starben im Kindesalter oder wurden tot geboren, während Leopold, Maria Louise und Maria Theresia das Erwachsenenalter erreichten. Leopold folgte seinem Vater später als Großherzog von Toskana unter dem Namen Leopold II. Maria Theresia heiratete Karl Albert, den König von Sardinien-Piemont. Ferdinands erste Ehefrau starb 1802. Am 6. Mai 1821, seinem 52. Geburtstag, heiratete Ferdinand in Florenz die 25-jährige Maria Ferdinanda von Sachsen. Sie war die Tochter des sächsischen Kronprinzen Maximilian und zugleich die Schwägerin von Ferdinands Sohn Leopold. Die Ehe blieb kinderlos. Ferdinand III. starb am 18. Juni 1824 in Florenz an Malaria. Er wurde in der dortigen Kirche San Lorenzo beigesetzt. Sein einziger überlebender Sohn Leopold erbte den Thron und wurde als Leopold II. Großherzog von Toskana.

Quelle: III. Ferdinánd toszkánai nagyherceg (hu, 28668998). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0