
Bildnachweis
Matthias, Holy Roman Emperor
Lucas van Valckenborch
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Biografie
Matthias von Habsburg wurde am 24. Februar 1557 in Wien als vierter Sohn Kaiser Maximilians II. und Maria von Spaniens geboren. Zu seinen Brüdern gehörten Rudolf, der später Kaiser wurde, Ernst, Maximilian, Albrecht und Wenzel; außerdem hatte er sechs Schwestern. Durch die Ehen seiner Schwestern war Matthias mit den Königshäusern Spaniens und Frankreichs verbunden. Über seine Erziehung ist nur wenig bekannt. Zu seinen Lehrern zählte der Orientreisende und Gelehrte Ogier Ghislain de Busbecq. Da die väterlichen Besitzungen vollständig Rudolf zufielen, musste sich Matthias wie seine Brüder mit Geldrenten sowie kirchlichen oder staatlichen Ämtern begnügen.
Seine erste bedeutende politische Aufgabe übernahm Matthias in den Niederlanden. Er stand der spanischen Politik, die den niederländischen Aufstand gewaltsam zu unterdrücken versuchte, kritisch gegenüber. Vertreter einer gemäßigten niederländischen Partei einigten sich deshalb 1577 darauf, ihn gegen den Willen Philipps II. von Spanien und ohne Wissen Rudolfs zum Statthalter zu machen. Matthias reiste im Oktober desselben Jahres in die Niederlande und hoffte, dort eine eigene Machtbasis aufzubauen. Ihm fehlten jedoch politische Erfahrung und Geschick. Nachdem der Herzog von Aarschot verhaftet worden war, musste er sich dem Schutz Wilhelms von Oranien, des führenden Gegners Spaniens, unterstellen. Sein Versuch, zwischen den Parteien zu vermitteln, scheiterte damit früh.
Am 20. Januar 1578 wurde Matthias zwar formal zum Statthalter ernannt, tatsächlich bestimmten jedoch ein Staatsrat und Wilhelm von Oranien die Politik. Die Spaltung zwischen den katholischen südlichen und den protestantischen nördlichen Provinzen konnte er nicht verhindern. Auch ein von Rudolf angeregter Vermittlungsversuch beim Kölner Pazifikationstag von 1579 blieb erfolglos. Nachdem die Niederländer die Zahlungen für seinen Hofstaat eingestellt hatten, gab Matthias das Amt offiziell erst 1581 auf. Seine Abreise aus Antwerpen verzögerte sich um Monate, weil er zunächst seine erheblichen Schulden begleichen musste.
1583 kehrte er nach Österreich zurück und ließ sich mit kleinem Hofstaat in Linz nieder. Mehrere Bewerbungen um kirchliche Ämter, darunter die Bistümer Münster, Lüttich und Speyer, blieben erfolglos. Auch seine Hoffnung auf die Nachfolge des polnischen Königs Stefan Báthory und auf eine Regentschaft in Tirol und den Vorlanden erfüllte sich nicht. Erst nachdem sein Bruder Ernst 1593 Statthalter der Niederlande geworden war, erhielt Matthias die Statthalterschaft in Österreich.
Dort stieß er auf den Widerstand der überwiegend protestantischen Stände. Hohe Abgaben und Truppenaushebungen im Langen Türkenkrieg verschärften die Lage. 1595 und 1597 kam es zu Bauernaufständen in Nieder- und Oberösterreich. Während die Bauern auf Verhandlungen mit dem Kaiser hofften, ließ Matthias die Erhebungen mit Söldnern gewaltsam niederschlagen. Danach wandelte sich seine Haltung in der Religionsfrage. Hatte er zuvor auch Protestanten an seinem Hof geduldet, schlug er nun einen strikt gegenreformatorischen Kurs ein. Sein Kanzler Melchior Khlesl, seit 1599 Bischofsadministrator von Wiener Neustadt, drängte ihn zu einem härteren Vorgehen.
Nach dem Tod Ernsts 1595 stand Matthias an der Spitze der Erzherzöge. Wegen Rudolfs zunehmender psychischer Probleme und dessen Kinderlosigkeit forderte er den Kaiser ab 1599 wiederholt auf, die Nachfolge zu regeln. Rudolf lehnte dies ab. Als 1604 in Ungarn unter Stephan Bocskai ein Aufstand ausbrach, drängten Khlesl und andere Matthias, den innerhabsburgischen Widerstand gegen Rudolf zu führen. 1606 erklärten die Erzherzöge Rudolf für regierungsunfähig, setzten Matthias als Familienoberhaupt ein und betrieben seine Entmachtung. Im selben Jahr schloss Matthias den Frieden von Zsitvatorok mit den Osmanen und beendete den ungarischen Konflikt unter anderem durch die Zusicherung freier Religionsausübung.
1608 verbündete er sich mit dem ungarischen Reichstag sowie den nieder- und oberösterreichischen Ständen und marschierte auf Prag. Da er die böhmischen Stände zunächst nicht gewinnen konnte, kam es im Juni zum Vertrag von Lieben. Rudolf behielt Böhmen, Schlesien und die Lausitz, während Matthias Ungarn, Österreich und Mähren erhielt. Die Machtübernahme führte in Österreich zum Huldigungsstreit. Die protestantischen Adeligen gründeten den Horner Bund und verlangten die Garantie ihrer Rechte und Religionsfreiheit, bevor sie Matthias huldigten.
Rudolf versuchte, seine Stellung mit Hilfe von Truppen zu bewahren, verlor jedoch 1611 auch den letzten politischen Einfluss. Matthias wurde am 23. Mai 1611 zum König von Böhmen gekrönt. Nach Rudolfs Tod am 20. Januar 1612 wählten ihn die Kurfürsten zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Bereits am 4. Dezember 1611 hatte er seine Cousine Anna von Tirol geheiratet; die Ehe blieb kinderlos. Angeblich hatte Matthias mit einer unbekannten Frau einen unehelichen Sohn namens Matthias von Österreich.
Unter seiner Herrschaft wurde der Hof schrittweise von Prag nach Wien verlegt. Matthias interessierte sich weniger für Kunst als sein Bruder Rudolf, blieb jedoch mit dem Maler Lucas van Valckenborch verbunden. Seine Frau stiftete das Kapuzinerkloster mit der späteren Kapuzinergruft als Begräbnisstätte der Habsburger. Der Überlieferung nach soll Matthias außerdem einen Brunnen im Gebiet des heutigen Schlosses Schönbrunn entdeckt und der Gegend mit dem Ausruf „Ei, welch’ schöner Brunn’!“ ihren Namen gegeben haben.
Als Kaiser regierte Matthias in einer Zeit wachsender Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten. Er selbst war schwer an Gicht erkrankt und zeigte wenig Interesse an den Staatsgeschäften. Die Politik bestimmte weitgehend Khlesl, der nun auf Ausgleich und Kompromisse setzte. Außenpolitisch schloss das Reich ein Bündnis mit Polen und verlängerte mehrfach den Frieden mit den Osmanen. Khlesls Ausgleichspolitik stieß jedoch sowohl bei streng katholischen Kräften am Hof als auch bei vielen protestantischen Reichsständen auf Misstrauen. 1614 ließ Matthias den judenfeindlichen Fettmilch-Aufstand in Frankfurt am Main blutig niederschlagen; die Anführer wurden hingerichtet, und die vertriebenen Juden kehrten in die Frankfurter Judengasse zurück.
Da Matthias keine legitimen Erben hatte, blieb die Nachfolgefrage ungelöst. Erst 1617 einigte er sich im Oñate-Vertrag mit Spanien und schlug seinen Cousin Ferdinand als künftigen König von Böhmen vor. Die böhmischen Stände wählten Ferdinand, obwohl dieser in seinen österreichischen Ländern die Gegenreformation betrieben hatte. Danach wurde der Einfluss der Protestanten in Böhmen eingeschränkt, wodurch sich ihr Widerstand verstärkte. 1618 brach der böhmische Ständeaufstand aus, der im zweiten Prager Fenstersturz seinen symbolischen Höhepunkt fand und die Schlussphase von Matthias’ Herrschaft mit dem Beginn des Dreißigjährigen Krieges verband. Als Maximilian und Ferdinand Khlesl festnehmen ließen, musste Matthias schließlich dessen Absetzung hinnehmen. Bis zu seinem Tod am 20. März 1619 in Wien spielte er politisch kaum noch eine Rolle.
Matthias und seine Frau wurden zunächst im Königinnenkloster bestattet, da die Kapuzinergruft noch nicht fertiggestellt war. 1633 überführte man ihre sterblichen Überreste dorthin. Wie einige andere Habsburger erhielt Matthias eine getrennte Bestattung, bei der sein Körper auf die drei traditionellen Wiener Begräbnisstätten des Hauses aufgeteilt wurde.
Quelle: Matthias (HRR) (de, 263160049). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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Kinder
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