Person

Anna von Österreich

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Geburt

  1. 02.11.1549

Tod

  1. 26.10.1580

Porträt von Anna von Österreich
Bildnachweis

Ana de Austria, reina consorte de España

Alonso Sánchez Coello

Bildquelle: File:Ana de Austria, reina consorte de España (Museo Lázaro Galdiano).jpg · Lizenz: Public domain

Für die Darstellung in der Größe angepasst.

Biografie

Anna von Österreich wurde am 2. November 1549 im spanischen Cigales bei Valladolid geboren und starb am 26. Oktober 1580 in Talavera la Real bei Badajoz. Sie war die älteste Tochter des späteren römisch-deutschen Kaisers Maximilian II. und dessen Ehefrau Maria, einer Tochter Kaiser Karls V. Ihre Eltern hielten sich bei Annas Geburt in Spanien auf, wo sie als Regenten Karls V. wirkten. Als Anna knapp zwei Jahre alt war, zog die Familie nach Prag. Sie wuchs anschließend vor allem in Wien auf und erhielt eine umfassende Ausbildung in Geschichte, Geographie, Musik, Jagdkunst und mehreren Sprachen. Auf Wunsch ihrer Mutter lernte sie besonders gründlich Spanisch und beherrschte es später fließend. Deutsch sprach sie dagegen nur unvollkommen. Anna wurde streng katholisch erzogen und galt als Lieblingskind ihres Vaters. Zu ihren zahlreichen Geschwistern gehörten die späteren Kaiser Rudolf II. und Matthias. Schon früh wurde Anna in die dynastischen Heiratspläne ihrer Familie einbezogen. Ursprünglich sollte sie den ältesten Sohn Philipps II. von Spanien, Don Carlos, heiraten. Diese Verbindung war bereits 1556 ins Auge gefasst worden, um die Beziehungen zwischen den österreichischen und spanischen Habsburgern zu festigen. Philipp II. zögerte jedoch immer wieder, weil er seinen Sohn für zu jung oder zu krank hielt. Nach dem Tod Don Carlos’ im Jahr 1568 änderten sich die politischen Voraussetzungen. Zugleich verlor Philipp II. seine dritte Ehefrau Elisabeth von Valois und hatte keinen lebenden Sohn. Er fürchtete deshalb um die Thronfolge und entschied sich, Anna selbst zu heiraten. Andere Heiratsangebote, darunter eine Verbindung mit Margarete von Valois, lehnte er ab. Die geplante Ehe war wegen der nahen Verwandtschaft der Brautleute kirchenrechtlich problematisch. Papst Pius V. erteilte den erforderlichen Dispens erst am 9. August 1569, nachdem der Kaiser Zugeständnisse in Religionsfragen gemacht hatte. Der Ehevertrag wurde im Januar 1570 in Madrid unterzeichnet. Anna erhielt eine Mitgift von 10.000 Escudos. Für den Fall, dass Philipp vor ihr sterben oder die Ehe kinderlos bleiben sollte, war außerdem ihre finanzielle Absicherung vorgesehen. Am 4. Mai 1570 fand im Prager Veitsdom die Ferntrauung statt; der Erzherzog Karl vertrat dabei den spanischen König. Im Sommer desselben Jahres brach Anna mit ihren jüngeren Brüdern Albrecht und Wenzel nach Spanien auf. Wegen politischer Spannungen und der Gefahr eines türkischen Angriffs musste die ursprüngliche Reiseroute geändert werden. Die Gesellschaft reiste durch die Niederlande und schiffte sich schließlich in Bergen nach Spanien ein. Während ihres Aufenthalts in den Niederlanden wurde Anna von Angehörigen des in Spanien gefangenen Floris Montigny um Hilfe gebeten. Sie versprach, sich für dessen Freilassung einzusetzen, doch wurde Montigny noch vor ihrem Treffen mit Philipp II. hingerichtet. Am 3. Oktober 1570 landete Anna in Santander. Über Burgos und Valladolid reiste sie nach Segovia, wo Philipp II. sie erwartete. Am 14. November wurde die Ehe im dortigen Alcázar persönlich geschlossen. Anschließend verbrachte das Paar seine Flitterwochen im Palast von Valsaín, besichtigte den Escorial und hielt am 23. November einen festlichen Einzug in Madrid. Politische Gegner Philipps II. verbreiteten später schwere Anschuldigungen gegen die Ehe. Wilhelm von Oranien behauptete in einer Flugschrift sogar, Philipp habe seine frühere Ehefrau Elisabeth von Valois und seinen Sohn Don Carlos beseitigen lassen, um Anna heiraten zu können. Auch der ehemalige königliche Staatsmann Antonio Pérez erhob ähnliche Vorwürfe. Der Artikel weist diese Anschuldigungen als Äußerungen von Gegnern des Königs aus. Anna wurde als fröhlich, freundlich und gütig beschrieben. Mit ihrer offenen Art lockerte sie das strenge Zeremoniell des spanischen Hofes. Zu ihren beiden kleinen Stieftöchtern Isabella Clara und Katharina Michaela entwickelte sie rasch ein enges Verhältnis. Auch Philipp II. soll sich sofort zu seiner jungen Ehefrau hingezogen gefühlt haben; zeitgenössische Berichte bezeichneten Anna als seine Lieblingsfrau. Sie beschäftigte sich besonders gern mit Handarbeiten. Dank ihrer ausgezeichneten Spanischkenntnisse konnte Philipp sich mit ihr leichter verständigen als mit seinen früheren Ehefrauen. Obwohl der König wegen seiner Amtsgeschäfte häufig abwesend war, schrieb er Anna regelmäßig und bemühte sich, mit ihr gemeinsam auf die Jagd zu gehen sowie Theateraufführungen und Ritterturniere zu besuchen. Anna führte ein enges Familienleben mit ihrem Ehemann, ihren Kindern, den Stieftöchtern und ihren jüngeren Geschwistern. Sie stand außerdem in regelmäßigem Briefwechsel mit ihrem Vater und übersandte ihm unter anderem Pflanzensamen für die kaiserlichen Gärten in Österreich. Kaiserliche Gesandte am spanischen Hof hielten engen Kontakt zu ihr und versuchten, sie für die Interessen Maximilians II. bei Philipp einzusetzen. Zu ihren Hofdamen gehörte die Renaissancemalerin Sofonisba Anguissola, die Anna besonders schätzte. Mit Anna erhielt Philipp II. den erhofften männlichen Thronerben. Ihr erster Sohn Ferdinand wurde im Dezember 1571 geboren, kurz nach dem Sieg der Heiligen Liga über die Osmanen in der Seeschlacht von Lepanto. Er starb jedoch ebenso wie drei weitere Kinder bereits im Kindesalter. Von den fünf Kindern Annas erreichte nur Philipp das Erwachsenenalter. Er wurde 1578 geboren und folgte seinem Vater 1598 als Philipp III. auf den spanischen Thron. Die übrigen Söhne Karl Laurentius und Diego Felix sowie die Tochter Maria starben ebenfalls jung. Im Jahr 1580 begleitete Anna ihren Ehemann trotz einer erneuten Schwangerschaft auf einer Reise an die portugiesische Grenze. Philipp II. wollte dort seinen Anspruch auf den portugiesischen Thron nach dem Tod des kinderlosen Königs Henrique durchsetzen. In Badajoz erkrankte der König schwer an Grippe. Anna pflegte ihn und steckte sich dabei an. Ihre Ärzte ließen sie wiederholt zur Ader, doch verschlechterte sich ihr Zustand. Nach tagelangen Qualen erlitt sie eine lebensunfähige Frühgeburt und starb am 26. Oktober 1580, eine Woche vor ihrem 31. Geburtstag, an Herzschwäche. Ihre Beisetzung fand am 11. November in Madrid statt. Philipp II. war von ihrem Tod tief getroffen. Später ließ er Anna im Pantheon der Könige des Klosters El Escorial beisetzen.

Quelle: Anna von Österreich (1549–1580) (de, 264517528). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0