Person

Maria Anna von Bayern

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Geburt

  1. 21.03.1551

Tod

  1. 29.04.1608

Biografie

Maria Anna von Bayern wurde am 21. März 1551 in München als Angehörige des Hauses Wittelsbach geboren. Sie war das vierte von sieben Kindern des bayerischen Herzogs Albrecht V. und seiner Ehefrau Anna von Österreich. Über ihre Mutter stammte sie von Kaiser Ferdinand I. und Anna Jagiellonica ab; zu ihren späteren Nachkommen gehörte auch der französische König Ludwig XIV. Zu ihren Geschwistern zählten unter anderem Wilhelm V., der spätere Herzog von Bayern, Ernst, Ferdinand und Maximiliana Maria, die ursprünglich mit dem portugiesischen König Sebastian I. verheiratet werden sollte. Maria Anna wuchs am Münchner Hof auf, an dem Musik und Malerei eine wichtige Rolle spielten. Ihre Mutter ließ ihr eine streng katholische Erziehung zukommen. Der Lehrer Andreas Staudenmaier unterrichtete sie in Latein und vermittelte ihr die grundlegende Bildung. Außerdem zeigte sie ausgeprägtes musikalisches Talent und stand in freundschaftlichem Kontakt mit dem Komponisten Orlando di Lasso. Die religiöse Prägung ihrer Kindheit bestimmte ihr späteres Leben und ihr politisches Handeln maßgeblich. Zunächst war Maria Anna 1570 als Ehefrau von Johann Sigismund Zápolya, dem Fürsten von Siebenbürgen, vorgesehen, doch diese Verbindung kam nicht zustande. Stattdessen hielt Erzherzog Karl II. von Innerösterreich um ihre Hand an. Karl war ein Sohn Kaiser Ferdinands I. und damit Marias Annas Onkel; er war zehn Jahre älter als sie und hatte sie bei der Hochzeit ihres Bruders Wilhelm kennengelernt. Da zwischen den beiden ein enger Verwandtschaftsgrad bestand, musste Papst Pius V. die notwendige Erlaubnis erteilen. Die Hochzeit fand am 26. August 1571 in Wien mit prächtigen Feierlichkeiten statt. Am 10. September zog das Paar in Graz ein, wo die Festlichkeiten eine Woche lang fortgesetzt wurden. Die Ehe stärkte zugleich Karls Stellung, da sie ihm die wichtige Unterstützung des bayerischen Hauses Wittelsbach sicherte. Vor seiner Verbindung mit Maria Anna war Karl fast ein Jahrzehnt lang als möglicher Ehemann der englischen Königin Elisabeth I. gehandelt worden, doch die langen Verhandlungen waren erfolglos geblieben. Die Ehe von Maria Anna und Karl wurde als glücklich beschrieben. Aus ihr gingen fünfzehn Kinder hervor, sechs Söhne und neun Töchter. Mehrere ihrer Kinder heirateten in bedeutende Fürstenhäuser ein. Ihre Tochter Anna wurde Königin von Polen, Großfürstin von Litauen und Königin von Schweden. Nach ihrem Tod heiratete deren Witwer, Sigismund III. Wasa, später Marias Annas Tochter Konstanze. Margarete wurde die Ehefrau König Philipps III. von Spanien, während Maria Magdalena den Großherzog Cosimo II. de’ Medici von Toskana heiratete. Die Tochter Maria Christina war mit Sigismund Báthory, dem Fürsten von Siebenbürgen, verheiratet, doch die Ehe wurde 1599 geschieden. Der Sohn Ferdinand wurde 1619 als Ferdinand II. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Weitere Söhne bekleideten hohe geistliche oder militärische Ämter; Karl der Nachgeborene wurde Bischof von Breslau und Brixen sowie später Hochmeister des Deutschen Ordens. Als Erzherzogin übte Maria Anna bald erheblichen Einfluss in ihrer neuen Heimat aus. Sie engagierte sich intensiv für die katholische Kirche, besuchte regelmäßig Gottesdienste und Wallfahrten und unterstützte die Gegenreformation in der Steiermark. Besonders eng verbunden war sie mit den Jesuiten, denen sie großzügige Gaben zukommen ließ und aus deren Reihen sie ihre Beichtväter wählte. Ihre Wohltätigkeit zeigte sich in Spenden für Bedürftige sowie in der persönlichen Betreuung von Kranken und schwangeren Frauen. Sie verehrte Reliquien, stiftete Kirchen und unterzog sich häufig religiösen Übungen der Demut. Maria Anna begleitete ihren Ehemann oft auf Reisen und nahm an mehreren politischen Versammlungen und Hoftagen teil, unter anderem in Laibach, Klagenfurt, Prag, Augsburg und Innsbruck. Darüber hinaus reiste sie viermal nach Polen sowie nach Spanien und Siebenbürgen. Sie erzog ihre Kinder gewissenhaft, allerdings auch mit großer Strenge. Wie ihr Ehemann soll sie einen aufwendigen Lebensstil gepflegt haben und eine leidenschaftliche Jägerin gewesen sein. Ihre Briefe zeigen einen ungekünstelten Schreibstil, der stark von ihrem bayerischen Dialekt geprägt war. Nach dem Tod Karls im Juli 1590 blieb Maria Anna in Graz, obwohl ihr die Burg Judenburg als Witwensitz zugewiesen worden war. In den ersten Lebensjahren ihres ältesten überlebenden Sohnes Ferdinand übernahm sie weitgehend selbst seine Erziehung. Sie sorgte dafür, dass er im Januar 1590 zur weiteren Ausbildung an die Universität Ingolstadt geschickt wurde, wo er unter strenger jesuitischer Aufsicht stand. Maria Anna befürchtete, dass der Protestantismus in Graz zu mächtig geworden war. Als Ferdinand 1596 die Regierung in Innerösterreich übernahm, bestärkte sie ihn darin, entschlossen gegen die protestantische Bewegung vorzugehen. Sie beeinflusste seine Reformen und unterstützte eine Politik, die auch harte Verfolgungsmaßnahmen gegen protestantische Prediger einschloss. Zudem arrangierte sie mehrere Ehen ihrer Töchter aus politischen Gründen und zeigte im Konflikt zwischen Kaiser Rudolf II. und dessen Bruder Matthias ein umsichtiges Verhalten. Im Jahr 1602 ging auf Maria Annas Initiative die Gründung des Klarissenklosters in Graz zurück. Sie nahm Anteil am religiösen Leben der Nonnen und trat selbst kurz vor ihrem Tod in den Orden ein. Maria Anna starb am 29. April 1608 im Alter von 57 Jahren in Graz. Zunächst wurde sie im Klarissenkloster beigesetzt, später jedoch in das habsburgische Familienmausoleum in der Basilika von Seckau überführt.

Quelle: Maria Anna de Bavaria (1551–1608) (ro, 16063154). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0