Person

Albert Kasimir von Sachsen-Teschen

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Geburt

  1. 11.07.1738

Tod

  1. 10.02.1822

Porträt von Albert Kasimir von Sachsen-Teschen
Bildnachweis

Albert of Saxony, Duke of Teschen

Unidentified painter

http://www.artfritz.ch/MUSEEN/wien_albertina.html

Bildquelle: File:Albert of Saxony, Duke of Teschen.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Albert Kasimir von Sachsen-Teschen wurde am 11. Juli 1738 im Schloss Moritzburg bei Dresden geboren. Er entstammte dem albertinischen Zweig des Hauses Wettin. Sein Vater war August III., König von Polen und Großfürst von Litauen sowie Kurfürst von Sachsen, seine Mutter die habsburgische Erzherzogin Maria Josepha. Albert gehörte zu den jüngsten Kindern des königlichen Paares und führte dadurch sowohl den Titel eines polnischen Prinzen als auch den eines sächsischen Prinzen. In seiner Familie fanden sich zahlreiche bedeutende europäische Persönlichkeiten; unter anderem war seine Schwester Maria Amalia mit dem spanischen König Karl III. verheiratet, während eine weitere Schwester Königin von Frankreich wurde. Wie sein jüngerer Bruder Klemens Wenzel trat Albert in die kaiserliche Armee ein. Er erreichte den Rang eines Kavalleriegenerals und hielt sich häufig am Wiener Hof auf. Um 1760 lernte er dort Erzherzogin Maria Christina kennen, eine Tochter Kaiser Franz’ I. und Maria Theresias. Beide verliebten sich, doch Franz I. lehnte eine Verbindung zunächst ab. Albert besaß nur geringe Aussichten auf den polnischen Königsthron oder die sächsische Kurwürde, weshalb der Kaiser für Maria Christina eine andere Ehe plante. Maria Theresia unterstützte jedoch die Wünsche ihrer Tochter. Nach dem unerwarteten Tod Franz’ I. im August 1765 setzte Maria Christina schließlich die Zustimmung zur Heirat durch. Die Hochzeit fand am 8. April 1766 im Schloss Hof bei Gänserndorf statt. Wegen der Trauer um den verstorbenen Kaiser trugen die Teilnehmer schwarze Kleidung. Maria Christina erhielt als Mitgift das Herzogtum Teschen in Österreichisch-Schlesien, und Albert durfte fortan den Titel Herzog von Teschen führen. Durch die Heirat wurde er zudem in die habsburgisch-lothringische Herrscherfamilie aufgenommen und erhielt das Recht, den Erzherzogstitel zu tragen. Die Ehe galt als glücklich. Das einzige Kind des Paares, eine Tochter namens Maria Theresia Christina, wurde im Mai 1767 geboren, starb jedoch bereits nach einem Tag. Weitere Kinder blieben aus. Nach dem Tod Kaiser Leopolds II. und seiner Frau nahm das kinderlose Paar 1792 deren verwaisten Sohn Erzherzog Karl auf und ließ ihn in Wien erziehen. Karl wurde später kaiserlicher Feldmarschall. Im Auftrag Maria Theresias war Albert von 1765 bis 1780 österreichischer Statthalter im Königreich Ungarn. Sein Amtssitz befand sich in der Burg von Pressburg, die für ihn und Maria Christina aufwendig umgebaut und eingerichtet wurde. Die Sommer verbrachte das Paar im Schloss Halbturn im Komitat Wieselburg. Nach Maria Theresias Tod ernannte Kaiser Joseph II. Albert 1780 zum Generalgouverneur der Österreichischen Niederlande. Gemeinsam mit seiner Frau zog er nach Brüssel und ließ dort das Schloss Laeken errichten. In diesem Gebäude brachte er seine umfangreiche Kunstsammlung unter, die teilweise aus dem Besitz seines Vaters stammte und von ihm stetig erweitert wurde. Die politische Lage erschwerte seine Amtsführung. Während der Brabanter Revolution musste Albert Brüssel 1789 vorübergehend verlassen. Nach der Wiederherstellung der kaiserlichen Herrschaft kehrte das Paar zeitweise zurück, doch die Bedrohung durch die französischen Revolutionstruppen zwang es 1793 zur endgültigen Abreise. Die Österreichischen Niederlande wurden anschließend von Frankreich besetzt. Albert und Maria Christina gingen nach Wien, wo sie nahe der Hofburg einen Palast erwarben und durch den Architekten Louis Montoyer erweitern ließen. Das Gebäude erhielt nach seinem neuen Besitzer den Namen Albertina. Auch Alberts berühmte Kunstsammlung wurde aus Brüssel nach Wien gebracht. Allerdings erreichte nur etwa zwei Drittel der Werke ihr Ziel, da eines der Transportschiffe unterging. Albert beauftragte den Kunsthistoriker Adam von Bartsch, einen führenden Fachmann für Druckgrafik, mit der Ordnung und Katalogisierung der Sammlung. Unter Bartschs Anleitung wurde sie systematisch erschlossen und durch weitere Ankäufe vergrößert. Albert entwickelte sich damit zu einem bedeutenden Kunstmäzen und Sammler. Maria Christina zeichnete ebenfalls mit großem Talent; einige ihrer Arbeiten werden im Schloss Schönbrunn aufbewahrt. Maria Christina starb 1798 an einer Magenkrankheit. Albert ließ ihr in der Wiener Augustinerkirche ein monumentales Grabmal errichten, das der italienische Bildhauer Antonio Canova schuf. Auch in der Landwirtschaft hinterließ Albert wichtige Spuren. 1818 gründete er in Magyaróvár auf Anregung seines Verwalters, des Agrarwissenschaftlers Anton Wittmann, eine höhere landwirtschaftliche Lehranstalt. Sie sollte zunächst Fachleute für seine Güter ausbilden, stand aber auch begabten jungen Menschen aus ärmeren Verhältnissen offen. Albert stellte dafür finanzielle Unterstützung bereit und sicherte die dauerhafte Finanzierung der Schule. Die Einrichtung entwickelte sich zu einer überregional bedeutenden Ausbildungsstätte und zog Studierende aus vielen Teilen Europas an. Auch das Gut Bellye wurde unter seiner Leitung zu einem landwirtschaftlichen Mustergut. Albert Kasimir starb am 10. Februar 1822 in Wien. Er wurde gemeinsam mit Maria Christina in der Kapuzinerkirche beigesetzt. Sein Besitz und die Albertina gingen an seinen Adoptivsohn und Neffen Erzherzog Karl über, der zusätzlich den Titel eines Herzogs von Teschen erben durfte. Später gelangten Palast und Sammlung an weitere Mitglieder der Familie. 1920 verstaatlichte die Republik Österreich beide. Der Palast wurde im Zweiten Weltkrieg durch britisch-amerikanische Bombenangriffe schwer beschädigt, teilweise wiederaufgebaut und blieb der Öffentlichkeit erhalten. Die von Albert begründete Albertina beherbergt bis heute eine der größten grafischen Sammlungen der Welt.

Quelle: Albert Kázmér szász–tescheni herceg (hu, 28388095). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0