Person
Elisabeth von Görz und Tirol
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
Keine geprüfte Geburtsangabe vorhanden.
Tod
Keine geprüfte Todesangabe vorhanden.
Biografie
Görzi Erzsébet wurde um 1262 in München geboren und starb am 28. Oktober 1312 in Wien. Sie war das erste Kind des Kärntner Herzogs Meinhard II. und der bayerischen Herzogin Elisabeth aus dem Haus Wittelsbach. Ihre Mutter war zuvor mit dem deutschen König Konrad IV. verheiratet gewesen und hatte aus dieser Ehe bereits einen Sohn, Konrad, der als Erbe des Deutschen Reiches sowie als König von Jerusalem und Sizilien und Herzog von Schwaben galt. Görzi Erzsébet wuchs damit in einem weit verzweigten europäischen Fürstenhaus auf, dessen Beziehungen durch Erbschaften, politische Bündnisse und dynastische Heiraten geprägt waren.
Zu ihren leiblichen Geschwistern gehörten Otto, Albert, Ludwig, Heinrich und Agnes. Besonders bedeutsam wurde ihr Bruder Heinrich: Nachdem seine Brüder ohne männliche Nachkommen gestorben waren, folgte er als Herzog von Kärnten und Graf von Tirol. Zwischen 1307 und 1310 trug er außerdem die böhmische Königskrone. Auch Erzsébets Geschwister und deren Nachkommen waren eng mit den Herrscherhäusern Mitteleuropas verbunden. Ihre Schwester Agnes heiratete den Markgrafen Friedrich von Meißen, während andere Familienmitglieder Verbindungen nach Bayern, Böhmen, Polen und Savoyen eingingen.
Am 20. Dezember 1274 heiratete Erzsébet den damals 19-jährigen Habsburger Albrecht, Herzog von Österreich. Die Ehe dauerte 33 Jahre und wurde zu einem wichtigen dynastischen Band zwischen den Familien Görz-Tirol, Wittelsbach und Habsburg. Das Paar hatte zwölf Kinder. Der älteste Sohn Rudolf wurde 1298 als Rudolf III. Herzog von Österreich und der Steiermark und 1306 außerdem König von Böhmen und Polen. Er starb jedoch bereits 1307 und hinterließ keinen überlebenden Erben aus seinen Ehen.
Der zweite Sohn Friedrich folgte 1308 als Herzog von Österreich und der Steiermark. 1314 wurde er als Friedrich III. zum deutschen König gewählt. Leopold, ein weiterer Sohn, regierte die österreichischen und steirischen Herzogtümer ab 1308 gemeinsam mit Friedrich. Nach Leopolds Tod übernahmen die jüngeren Brüder Albrecht und Otto die Herrschaft. Damit prägten Erzsébets Söhne über Jahrzehnte die politische Entwicklung der habsburgischen Länder.
Auch ihre Töchter wurden durch Heiraten zu wichtigen Bindegliedern zwischen europäischen Dynastien. Anna heiratete zunächst den Markgrafen Hermann von Brandenburg-Salzwedel und später den Herzog Heinrich von Breslau. Agnes wurde 1296 die zweite Ehefrau des ungarischen Königs Andreas III.; zugleich war sie die Stiefmutter von dessen Tochter Elisabeth. Diese Ehe blieb kinderlos, und Agnes heiratete nach dem Tod des Königs nicht wieder. Weitere Töchter heirateten in die Häuser Lothringen, Anjou-Neapel und Öttingen ein. Eine geplante Ehe ihres Sohnes Heinrich mit der ungarischen Königstochter Elisabeth kam dagegen nicht zustande, angeblich weil Heinrichs Schwester, die verwitwete ungarische Königin Agnes, ihre Zustimmung verweigerte.
Nach dem Tod des kinderlosen Königs Adolf von Nassau wurde Erzsébets Ehemann Albrecht am 27. Juli 1298 zum deutschen König gewählt und damit auch formal zum römischen Herrscher. Im folgenden Jahr wurde Erzsébet in Nürnberg zur Königin gekrönt. Ihre Stellung beruhte nicht nur auf ihrer Herkunft und Ehe, sondern auch auf der weitreichenden politischen Bedeutung ihrer Familie. Durch ihre Kinder und deren Nachkommen war sie mit zahlreichen Herrscherhäusern Europas verbunden.
Albrechts Herrschaft endete gewaltsam. Am 1. Mai 1308 wurde er in Windisch, im Gebiet der heutigen Schweiz, von seinem eigenen Neffen Johann ermordet. Nach ihrer Verwitwung zog sich Erzsébet in das Kloster Königsfelden zurück. Dort verbrachte sie ihre letzten Lebensjahre und wurde nach ihrem Tod auch beigesetzt. Sie wurde ungefähr fünfzig Jahre alt.
Erzsébet wird als kluge und tatkräftige Frau beschrieben, die ihrer Zeit voraus gewesen sein soll. Ihr wurde besonderes Geschick im Handel zugeschrieben. Außerdem soll sie die Idee verfolgt haben, die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Salzvorkommen im Salzkammergut gezielt zu nutzen. Ihr Leben verband damit höfische Repräsentation, dynastische Politik und wirtschaftliches Interesse. Vor allem aber wurde sie durch ihre Ehe mit Albrecht und durch die zahlreichen politischen Verbindungen ihrer Kinder zu einer bedeutenden Gestalt der mitteleuropäischen Adelsgeschichte.
Quelle: Görzi Erzsébet német királyné (hu, 27209579). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
Eltern
Keine geprüften Elternbeziehungen vorhanden.