Person

Leopold I.

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Geburt

  1. 04.08.1293

Tod

  1. 28.02.1326

Biografie

Leopold I., genannt „der Glorreiche“, wurde am 4. August 1293 in Wien geboren. Er entstammte dem Haus Habsburg und war der dritte Sohn des deutschen Königs Albrecht I. und dessen Ehefrau Elisabeth von Görz-Tirol. Von 1308 bis zu seinem Tod regierte er als Herzog von Österreich und der Steiermark. Nach dem Tod seiner Mutter im Jahr 1313 wurde Leopold zum Oberhaupt des Hauses Habsburg und übernahm die Verwaltung der Vorderösterreich genannten habsburgischen Besitzungen. In seiner politischen Tätigkeit bemühte sich Leopold zunächst um eine engere Verbindung zum Haus Luxemburg. Er begleitete König Heinrich VII. auf dessen Zug nach Rom, wo dieser die Kaiserkrönung anstrebte. Während des Aufstands der Stadt Mailand fiel Leopold durch seine militärischen Fähigkeiten auf. Sein Ansehen als Heerführer prägte auch die folgenden Jahre, in denen die habsburgische Politik stark von den Auseinandersetzungen um die deutsche Königswürde und die Stellung im Reich bestimmt wurde. Nach dem Tod Heinrichs VII. unterstützte Leopold die Kandidatur seines älteren Bruders Friedrich bei der deutschen Königswahl. Am 19. und 20. Oktober 1314 kam es zu einer Doppelwahl, bei der Friedrich dem Bayern Ludwig IV. gegenüberstand. Leopold kämpfte anschließend gegen die Eidgenossen, erlitt jedoch am 15. November 1315 in der Schlacht am Morgarten eine Niederlage. Auch der weitere Konflikt um die Königsherrschaft verlief für die Habsburger ungünstig. Nach der entscheidenden Niederlage Friedrichs in der Schlacht bei Mühldorf im Jahr 1322 und dessen Gefangennahme setzte Leopold sich mit großer Energie für die Freilassung seines Bruders ein. In dieser Zeit spielte er auch in den Verhandlungen zwischen der päpstlichen Kurie und Frankreich eine Rolle. Dabei wurde sogar vorgeschlagen, Leopold zum Reichsvikar zu machen. Seine politische Lage veränderte sich jedoch bald, nachdem sich die beiden 1314 gewählten Gegenkönige versöhnten. Diese Einigung führte zu einer Neuorientierung der habsburgischen Politik. Leopold selbst erlebte die Folgen dieser Entwicklung nicht mehr lange: Er starb unerwartet am 28. Februar 1326 in Straßburg, wahrscheinlich an einem Herzinfarkt. Am 26. Mai 1315 heiratete Leopold zu Pfingsten in Basel Katharina von Savoyen, eine Tochter des Grafen Amadeus V. aus dem Haus Savoyen. Die Verbindung war auch wegen der bedeutenden Ehen von Katharinas Schwestern politisch und dynastisch bedeutsam. Anna von Savoyen heiratete 1326 den byzantinischen Kaiser Andronikos III. Palaiologos und wurde später Regentin für ihren minderjährigen Sohn Johannes V. Beatrix von Savoyen heiratete 1328 Heinrich von Kärnten und Tirol, der außerdem als König von Böhmen und als Titularkönig von Polen bezeichnet wurde. Leopold und Katharina hatten zwei Töchter. Katharina, geboren am 28. Februar 1320, heiratete zunächst Enguerrand VI. von Coucy und später Graf Konrad von Hardegg. Ihr Sohn aus der ersten Ehe war Enguerrand VII. von Coucy. Die zweite Tochter, Agnes, wurde um 1322 geboren und heiratete Herzog Bolko II. von Schweidnitz in Schlesien aus dem Haus der Piasten. Sie starb 1392. Katharina starb 1349 an der Pest. Leopold wurde zunächst in der Kirche des Klosters Königsfelden beigesetzt. Seine sterblichen Überreste wurden 1770 in den Dom von St. Blasien überführt. Nach der Aufhebung des Klosters St. Blasien gelangten sie schließlich in die Gruft des Klosters St. Paul im Lavanttal in Kärnten. Sein Andenken wurde im 19. Jahrhundert als bedeutender österreichischer Heerführer erneut hervorgehoben. Durch einen kaiserlichen Beschluss Franz Josephs I. vom 28. Februar 1863 wurde Leopold in die Liste der wichtigsten erinnerungswürdigen österreichischen Feldherren und Generäle aufgenommen. Ihm wurde eine lebensgroße Statue in der „Kommandantensaal“ genannten Ruhmeshalle des Wiener Hofwaffenmuseums gewidmet, des heutigen Heeresgeschichtlichen Museums. Die 1870 von Josef Gasser aus Carrara-Marmor geschaffene Statue wurde von Kaiser Franz Joseph I. gestiftet.

Quelle: Leopold I, Duce al Austriei (ro, 16479124). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0