Person
Cosimo II. de’ Medici
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
12.05.1590
1590
Tod
1621
28.02.1621

Bildnachweis
Portrait of Cosimo II de' Medici, Grand Duke of Tuscany title QS:P1476,en:"Portrait of Cosimo II de' Medici, Grand Duke of Tuscany " label QS:Len,"Portrait of Cosimo II de' Medici, Grand Duke of Tuscany " label QS:Lde,"Großherzog Cosimo II. (1590-1621) von Toskana"
Justus Sustermans
Kunsthistorisches Museum: Bilddatenbank
Bildquelle: File:Großherzog Cosimo II.jpg · Lizenz: Public domain
Für die Darstellung in der Größe angepasst.
Biografie
Cosimo II. de’ Medici wurde am 12. Mai 1590 in Florenz als ältester Sohn des Großherzogs Ferdinando I. von Toskana und dessen Frau Christina von Lothringen geboren. Über seinen Vater stammte er aus der florentinischen Medici-Dynastie und war ein Enkel Cosimos I. und Eleonora Álvarez de Toledos. Mütterlicherseits gehörte er dem Haus Lothringen an; zu seinen Vorfahren zählte auch die französische Königin Caterina de’ Medici. Cosimo hatte sieben Geschwister, darunter den späteren Kardinal Carlo, den Diplomaten und Militär Lorenzo sowie Claudia, die durch ihre Ehen Herzogin von Urbino und Erzherzogin von Vorderösterreich wurde.
Seine Erziehung war umfassend und wissenschaftlich ausgerichtet. Er beschäftigte sich mit der klassischen Kultur, Kosmografie, Malerei, Mathematik, Mechanik und Tanz und lernte unter anderem Deutsch und Kastilisch, die er fließend beherrschte. Von 1605 bis 1608 war Galileo Galilei sein Lehrer. Zwischen beiden entwickelte sich eine enge Freundschaft, die bis zu Cosimos frühem Tod fortbestand. Galilei widmete ihm 1606 seine Abhandlung über den geometrischen und militärischen Kompass. Zusätzlich erhielt Cosimo eine militärische und ritterliche Ausbildung, lernte Reiten und Jagen und wurde von Gelehrten wie Celso Cittadini und Piero di Giovanni Francesco Rucellai unterrichtet.
Im Jahr 1608 heiratete Cosimo Maria Magdalena von Österreich, eine Tochter des Erzherzogs Karl II. und Maria Annas von Bayern. Die Verbindung war politisch bedeutsam, da Cosimos Vater ein Gleichgewicht zwischen Frankreich und Spanien anstrebte. Die Hochzeit wurde in Florenz mit großem Aufwand gefeiert und von einer Aufführung der Argonautica auf dem Arno begleitet. Cosimo und Maria Magdalena hatten acht Kinder.
Nach dem Tod seines Vaters bestieg Cosimo 1609 im Alter von neunzehn Jahren den toskanischen Thron. Bereits zu diesem Zeitpunkt war seine Gesundheit beeinträchtigt. Er litt an Tuberkulose und später an einer Erkrankung der Gallenblase sowie an Arthritis. Deshalb übertrug er ab 1614 einen großen Teil der Regierungsgeschäfte seinem Ministerpräsidenten Belisario Vinta und einflussreichen Angehörigen des Hofes. Zu ihnen gehörten seine Frau, sein Bruder Francesco, sein Onkel Giovanni und vor allem seine Mutter Christina. Cosimo bemühte sich zugleich darum, die Zusammenarbeit seiner Söhne vorzubereiten, damit sein ältester Sohn Ferdinando II. später nicht allein mit der schwierigen Aufgabe des Regierens konfrontiert würde. Für die Zeit bis zur Volljährigkeit des Thronfolgers legte er genaue Regeln für die Regentschaft seiner Mutter und seiner Frau fest, die allerdings nicht vollständig beachtet wurden.
Besonders prägend war Cosimos Förderung der Wissenschaft. 1610 holte er Galileo Galilei nach Toskana zurück, verschaffte ihm eine Professur in Pisa ohne verpflichtende Lehrveranstaltungen und ernannte ihn zum Hofphilosophen und Hofmathematiker. Galilei widmete Cosimo den Sidereus Nuncius und benannte die von ihm entdeckten Jupitermonde als „Mediceische Gestirne“. Cosimo unterstützte seinen ehemaligen Lehrer auch 1616, als die Römische Inquisition gegen Galilei vorging. Galilei wirkte zudem an der Ausbildung von Cosimos zahlreichen Kindern mit.
In der Außenpolitik versuchte Cosimo, zwischen Spanien und Frankreich zu vermitteln, was jedoch häufig mit erheblichen Kosten verbunden war. Während des Mantuanischen Erbfolgekriegs unterstützte er seinen Verwandten Ferdinando Gonzaga mit Truppen und Geld. 1613 kam die toskanische Hilfe wegen des Widerstands anderer Herrscher zu spät; in den folgenden Jahren stellte Cosimo den Spaniern erneut Soldaten und finanzielle Mittel zur Verfügung. 1617 wurde er außerdem in einen Konflikt zwischen dem französischen König Ludwig XIII. und dessen Mutter Maria de’ Medici hineingezogen. Nach der Beschlagnahmung des Besitzes der Familie Concini in Florenz ließ Cosimo seinerseits provenzalische Güter in Livorno beschlagnahmen. Der Streit wurde später zugunsten Toskanas beigelegt.
Cosimo unterstützte 1619 auch den Kaiser, indem er ein Regiment für den Einsatz in Deutschland anwerben ließ. Das Regiment wurde 1621 vom kaiserlichen Hof wieder aufgelöst. Daneben förderte Cosimo Unternehmungen gegen die Osmanen. Die toskanische Flotte nahm an Expeditionen in Nordafrika teil, bei denen Festungen in Negroponte und Karamanien erobert wurden. Seit 1609 versuchte Cosimo außerdem, den persischen Schah Abbas I. im Kampf gegen das Osmanische Reich zu unterstützen, ohne damit nachhaltigen Erfolg zu erzielen.
Im Inneren widmete er sich dem Ausbau der toskanischen Flotte und des Hafens von Livorno. Unter Admiral Jacopo Inghirami errang die Flotte Erfolge gegen osmanische Kräfte. Cosimo bestätigte und erweiterte die von seinem Vater erlassenen Regelungen zur Förderung Livornos. Außerdem erwarb er die Lehen Scansano, Castellottieri und Terrarossa. Seine weitergehenden Pläne, Piombino, Elba, Pianosa und Montecristo zu gewinnen, scheiterten jedoch. Trotz außenpolitischer Rückschläge galt seine Regierungszeit als wirtschaftlich und demografisch erfolgreich.
Auch die Heiratspolitik der Familie nahm viel Raum ein. Mehrere geplante Verbindungen scheiterten, darunter die Ehe seiner Schwester Caterina mit dem Prinzen von Wales sowie die geplante Verbindung seiner Schwester Eleonora mit dem verwitweten spanischen König Philipp III. Erfolgreicher waren die Ehen Caterinas mit Ferdinando Gonzaga, Herzog von Mantua, und Claudias mit Federico Ubaldo della Rovere.
Cosimo II. starb am 28. Februar 1621 im Alter von dreißig Jahren in Florenz. Er wurde in der Fürstenkapelle der Basilika San Lorenzo beigesetzt. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Ferdinando II., während seine Frau und seine Mutter zunächst die Regentschaft übernahmen. Cosimos Vermächtnis bestand vor allem in der Förderung Galileis, seinem Interesse an Wissenschaft und Seefahrt sowie in einer Regierungszeit, die trotz gesundheitlicher und diplomatischer Schwierigkeiten Stabilität und Wohlstand für Toskana bewahrte.
Quelle: Козимо II де Медичи (bg, 12420826). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0