Person

Anna de’ Medici

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Geburt

  1. 1616

  2. 21.07.1616

Tod

  1. 11.09.1676

Porträt von Anna de’ Medici
Bildnachweis

Anna de Medici

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Chroniken der Habsburger, der Zähringer und der Stadt Freiburg i. Br. mit Materialsammlung (Band 3: Chronik der Herzöge von Zähringen, der Grafen von Freiburg und Fürstenberg und der Herzöge von Teck)

Bildquelle: File:Anna de Medici.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Anna de’ Medici wurde am 21. Juli 1616 im Palazzo Pitti in Florenz geboren. Sie war eine toskanische Prinzessin aus dem Haus Medici und das dritte Kind des Großherzogs Cosimo II. de’ Medici und dessen Ehefrau Maria Magdalena von Österreich. Durch ihre Eltern verband sie zwei bedeutende europäische Dynastien: Die Medici herrschten über die Toskana, während ihre Mutter eine Tochter des Erzherzogs Karl II. von Österreich und Schwester Kaiser Ferdinands II. war. Ehen zwischen Angehörigen der Häuser Medici und Habsburg waren im 17. Jahrhundert ein verbreitetes Mittel, politische und familiäre Bündnisse zu festigen. Annas Vater starb am 28. Februar 1621, als sie noch ein Kind war. Daraufhin übernahmen ihre Mutter Maria Magdalena und ihre Großmutter Christina von Lothringen gemeinsam die Regentschaft in der Toskana, bis Annas Bruder volljährig wurde. Anna und ihre Schwester Margareta sollen von ihrer Mutter deren Eigenschaften und Talente geerbt haben. Anna wuchs somit in einem Umfeld auf, das von höfischer Politik, dynastischen Verbindungen und einem ausgeprägten Interesse an Kunst und Kultur geprägt war. Zunächst war eine Heirat mit Gaston, dem Herzog von Orléans, vorgesehen, doch diese Pläne scheiterten. Stattdessen wurde Anna mit Ferdinand Karl, Erzherzog von Österreich, verlobt. 1646 verließ sie ihre Heimatstadt Florenz und reiste nach Innsbruck, wo die Hochzeit am 10. Juni stattfand. Anna war zu diesem Zeitpunkt dreißig Jahre alt, ihr Bräutigam erst achtzehn. Ferdinand Karl war ihr in zweifacher Hinsicht ein Cousin ersten Grades: Sein Vater war Erzherzog Leopold V. von Österreich, seine Mutter Claudia de’ Medici war eine Verwandte Annas. Claudia de’ Medici hatte nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1632 die Regentschaft über Österreich und Tirol übernommen. Sie verwaltete die Gebiete bis 1646 und konnte Tirol während des Dreißigjährigen Krieges aus den unmittelbaren Auswirkungen des Konflikts heraushalten. Die Ehe zwischen Anna und Ferdinand Karl war daher nicht nur eine familiäre Verbindung, sondern stand auch im Zusammenhang mit den politischen Interessen der beteiligten Dynastien. Das Paar hatte drei Töchter. Die älteste, Claudia Felizitas, wurde 1653 geboren und heiratete später Kaiser Leopold I. des Heiligen Römischen Reiches. Eine weitere Tochter kam am 19. Juli 1654 zur Welt, starb jedoch noch am selben Tag. Die dritte Tochter war Maria Magdalena, die 1656 geboren wurde. Anna und Ferdinand Karl fühlten sich stärker zum prunkvollen Hofleben der Toskana als zum Leben in den Tiroler Bergen hingezogen. Deshalb hielten sie sich häufiger in Florenz als in Innsbruck auf. Claudia Felizitas wurde folglich in Annas toskanischer Heimat geboren und nicht in den österreichisch-tirolischen Gebieten ihres Vaters. Ferdinand Karl starb 1662. Da nur seine beiden Töchter am Leben geblieben waren, folgte ihm zunächst sein jüngerer Bruder Sigismund Franz als Erzherzog von Österreich und Graf von Tirol. Doch auch Sigismund Franz starb bereits 1665, kurz vor seiner eigenen Hochzeit. Seine Gebiete fielen daraufhin unter die unmittelbare Kontrolle Wiens. Anna versuchte als verwitwete Erzherzogin, zumindest einige Reste ihres Einflusses zu bewahren. Dabei ging es ihr auch darum, die Rechte ihrer beiden überlebenden Töchter zu schützen. Der Streit um diese Ansprüche wurde erst 1673 beigelegt, als Annas einzige noch lebende Tochter Claudia Felizitas Kaiser Leopold I. heiratete. Leopold war zugleich der Herrscher, der die Gebiete ihres verstorbenen Vaters Ferdinand Karl eingezogen hatte. Die Ehe stärkte damit die Verbindung zwischen Anna und dem Wiener Hof, kam jedoch für Claudia Felizitas nur kurze Zeit vor ihrem Tod zustande. Sie starb bald nach der Hochzeit. Anna überlebte sowohl ihren Ehemann als auch ihre Tochter und verbrachte ihre letzten Jahre in Wien, wo sie am 11. September 1676 im Alter von sechzig Jahren starb. Wie viele Angehörige der Familie Medici war Anna eine bedeutende Liebhaberin und Förderin der Künste. Ihre Unterstützung galt insbesondere der Musik. Ein Zyklus von Monodien Pietro Antonio Giramos mit dem Titel „Hospedale degli Infermi d’amore“ wurde ihr Mitte des 17. Jahrhunderts in Neapel gewidmet. Das Werk behandelte verschiedene Formen des Wahnsinns, die durch die Liebe verursacht werden konnten. Auch die Komponistin und Sängerin Barbara Strozzi widmete Anna ein Werk. 1655 nahm sie Annas Namen in die Widmung ihres fünften Opus, „Sacri musicali affetti“, auf. Strozzi widmete ihre veröffentlichten Kompositionen regelmäßig aristokratischen Förderern und ehrte auch mehrere Mitglieder von Annas Familie. Anna belohnte diese Widmung großzügig: Sie schenkte Strozzi unter anderem eine kleine, mit Rubinen verzierte goldene Schatulle mit ihrem eigenen Porträt sowie eine Rubinkette. Dieses Geschenk galt schon bei Zeitgenossen als bemerkenswert und zeigt, welchen Stellenwert Anna der Förderung von Künstlerinnen und Künstlern beimaß. Bis zu ihrer Heirat trug Anna den Titel einer Prinzessin. Ab dem 10. Juni 1646 wurde sie als Erzherzogin Anna von Österreich bezeichnet. In ihrer Person verbanden sich damit die toskanische Herkunft der Medici, die habsburgische Abstammung ihrer Mutter, eine politisch bedeutsame Ehe und ein dauerhaftes Engagement für die Künste.

Quelle: Ana de Médici, Arquiduquesa da Áustria (pt, 69633199). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0