Person

Margherita de’ Medici

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Geburt

  1. 31.05.1612

Tod

  1. 06.02.1679

Porträt von Margherita de’ Medici
Bildnachweis

Margherita de Médici

Justus Sustermans

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Bildquelle: File:Margherita de Médici.jpeg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Margareta de’ Medici wurde am 21. oder 31. Mai 1612 in Florenz als zweite Tochter des toskanischen Großherzogs Cosimo II. de’ Medici und der Erzherzogin Maria Magdalena von Österreich geboren. Sie entstammte damit einer der bedeutendsten Dynastien Italiens und war sowohl mit dem Haus Medici als auch mit den österreichischen Habsburgern eng verbunden. Zu ihren Geschwistern gehörten der spätere Großherzog Ferdinando II., der Kardinal Giovanni Carlo, der Militär und Statthalter Matthias, die Erzherzogin Anna von Österreich-Tirol sowie der Kardinal Leopoldo de’ Medici. Ihr Vater starb bereits 1621, ihre Mutter zehn Jahre später. Margareta wuchs am florentinischen Hof auf und erhielt, wie die anderen Kinder des großherzoglichen Hauses, eine umfassende Ausbildung. Sie beherrschte Italienisch und Latein und beschäftigte sich mit Literatur, Musik und Kunst. Schon früh wurde ihr Leben durch dynastische Interessen geprägt. Am 14. Februar 1627 verlobte sie sich mit Odoardo I. Farnese, dem Herzog von Parma und Piacenza. Ursprünglich war Odoardo mit Margaretas älterer Schwester Maria Cristina verlobt gewesen. Diese Verbindung wurde jedoch nach sieben Jahren wegen der sich verschlechternden Gesundheit der Braut gelöst, woraufhin die Höfe von Florenz und Parma eine neue dynastische Verbindung vereinbarten. Die Ehe sollte nicht nur zwei Fürstenhäuser verbinden, sondern auch die politischen Beziehungen zwischen Parma und Frankreich stärken. Frankreich versuchte damals, seinen Einfluss auf die italienischen Staaten auszubauen. Die verwitwete Königin Maria de’ Medici, eine Verwandte des toskanischen Großherzogs, schlug sogar vor, Margareta mit ihrem jüngsten Sohn Gaston, Herzog von Orléans, zu verheiraten und Odoardo stattdessen Margaretas jüngere Schwester Anna zur Frau zu geben. Dieser von Kardinal Richelieu unterstützte und von Papst Urban VIII. gebilligte Plan wurde jedoch sowohl in Parma als auch in Florenz abgelehnt. Am 11. Oktober 1628 heirateten Margareta und Odoardo im Dom von Florenz. Die Feierlichkeiten wurden in Parma fortgesetzt, wohin das Paar im Dezember desselben Jahres reiste. Zu seinen Ehren wurde im Teatro Farnese die Oper „Merkur und Mars“ mit Musik von Claudio Monteverdi aufgeführt. Die Ehe, die aus politischen Gründen arrangiert worden war, entwickelte sich zu einer glücklichen Verbindung, die von gegenseitiger Treue geprägt war. Während der gemeinsamen Herrschaft wurde Parma 1630 von einer Pestepidemie getroffen. Die Belastungen für die Bevölkerung wurden durch die hohen Steuern und den auffälligen Luxus des Hofes verschärft. Hinzu kam die Unzufriedenheit mit Odoardos frankreichfreundlicher Politik. Das Paar hatte acht Kinder, von denen mehrere im frühen Alter starben. Der älteste überlebende Sohn, Ranuccio II. Farnese, wurde später Herzog von Parma und Piacenza. Weitere Söhne schlugen militärische oder politische Laufbahnen ein, während einige Töchter unverheiratet blieben oder in ein Kloster eintraten. Odoardo starb am 12. September 1646 in Piacenza an einem Schlaganfall. Margareta übernahm daraufhin die Regentschaft für ihren noch minderjährigen Sohn. Zunächst regierte sie gemeinsam mit ihrem Schwager, dem Kardinal Francesco Maria Farnese. Nach dessen Tod im Juli 1647 führte sie die Regierung allein weiter. Im selben Jahr unternahm sie eine Wallfahrt zur Basilika vom Heiligen Haus in Loreto. Am 17. September 1648 übernahm Ranuccio II. die selbstständige Regierung des Herzogtums. Das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn verschlechterte sich bald. Margareta machte vor allem den Staatssekretär Jacopo Gaufrido dafür verantwortlich, den sie für einen französischen Spion hielt. Sie wollte ihren Günstling, General Francesco Serafini, an dessen Stelle setzen. Nach der Niederlage im Zweiten Krieg um das Herzogtum Castro erreichte sie schließlich Gaufridos Vertreibung. Er wurde im Januar 1650 in Piacenza hingerichtet. Auch in ihren späteren Jahren blieb Margaretas Verhältnis zu ihrem Sohn und ihren Schwiegertöchtern angespannt. Als Ranuccio II. 1660 Margareta Violante von Savoyen heiratete, entwickelte sich zwischen der verwitweten Herzogin und ihrer Schwiegertochter beinahe sofort eine gegenseitige Abneigung. Die Spannungen zwischen Margareta und ihrem Sohn nahmen so stark zu, dass er ihr nahelegte, nach Florenz zurückzukehren. Sie reiste 1661 zur Hochzeit ihres Neffen Cosimo III. mit Margareta Luisa von Orléans nach Florenz und kehrte erst im August desselben Jahres nach Parma zurück. Nach dem Tod ihrer ersten Schwiegertochter im Jahr 1663 besserte sich das Verhältnis zu Ranuccio vorübergehend. Seine zweite Ehefrau, Isabella d’Este, mochte Margareta jedoch ebenfalls nicht. Später wurde Ranuccio auch mit Maria d’Este verheiratet. Obwohl sie von den Staatsgeschäften ausgeschlossen war, blieb Margareta mit ihren Brüdern in engem Briefkontakt. Sie berichtete über ihre Gesundheit, erkundigte sich nach deren Befinden und schrieb über ihre Beschäftigungen, zu denen unter anderem Angeln und Jagen gehörten. 1671 hielt sie sich einige Zeit in Innsbruck bei ihrer jüngeren Schwester Anna auf. Ihre lebenslange Verbindung zu Florenz blieb bestehen; sie besuchte die Stadt unter anderem 1639 und 1651 und setzte sich für eine engere außenpolitische Zusammenarbeit zwischen den Häusern Medici und Farnese ein. Margareta prägte den Hof von Parma auch kulturell. Unter ihrem Einfluss gewannen die florentinische Kultur und das florentinische Hofzeremoniell an Bedeutung. Sie förderte Ballett, Oper und bildende Kunst und lud den Sänger Ippolito Fusai, der im Dienst ihres Bruders Leopoldo stand, wiederholt zu Konzerten nach Parma ein. Zu ihren bevorzugten Künstlern gehörte Justus Sustermans, der mehrere Porträts von ihr in verschiedenen Lebensaltern schuf. Auch für Gartenbau interessierte sie sich, eine Leidenschaft, die sie mit ihrem Bruder Giovanni Carlo teilte. Zeitgenössische Porträts und Berichte beschrieben Margareta nicht als besonders schön, hoben jedoch ihre Freundlichkeit, Güte und hervorragende Bildung hervor. Sie starb am 6. Februar 1679 in Parma und wurde in der Farnese-Gruft in der Basilika Santa Maria della Steccata beigesetzt. In Kirchen von Parma und Piacenza wurden zu ihrem Andenken Epitaphe verlesen. Margareta de’ Medici blieb als toskanische Prinzessin, Herzogin von Parma und Regentin eine wichtige Vermittlerin zwischen zwei mächtigen italienischen Dynastien.

Quelle: Маргарита де Медичи (bg, 12397505). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0