Person

Rainer von Österreich

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Geburt

  1. 30.09.1783

Tod

  1. 16.01.1853

Porträt von Rainer von Österreich
Bildnachweis

Erzherzog Rainer c1840

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Bildquelle: File:Erzherzog Rainer c1840.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Erzherzog Rainer Joseph von Österreich aus dem Haus Habsburg-Lothringen wurde am 30. September 1783 in Pisa geboren und starb am 16. Januar 1853 in Bozen. Er war österreichischer Erzherzog, Generalfeldzeugmeister der kaiserlich-königlichen Armee und von 1818 bis 1848 Vizekönig des Königreichs Lombardo-Venetien. In der Familie wurde er zur Unterscheidung von seinem gleichnamigen Sohn auch „der ältere Rainer“ genannt. Rainer war das vierzehnte von sechzehn Kindern des toskanischen Großherzogs Peter Leopold und dessen Ehefrau Maria Ludovika von Spanien. Sein Vater bestieg 1790 als Leopold II. den römisch-deutschen Kaiserthron; daraufhin zog die Familie von Florenz nach Wien. Rainer war damals sieben Jahre alt. Bereits zwei Jahre später verlor er innerhalb von drei Monaten beide Eltern. Sein ältester Bruder Franz wurde als Franz II. römisch-deutscher Kaiser und nahm 1804 als Franz I. den Titel des österreichischen Kaisers an. Zu Rainers Geschwistern gehörten mehrere Persönlichkeiten von großer Bedeutung für die habsburgische Monarchie. Seine Schwester Maria Theresia heiratete den sächsischen König Anton. Sein Bruder Ferdinand wurde später Großherzog der Toskana. Erzherzog Karl machte sich als Feldmarschall und als Sieger über Napoleon in der Schlacht bei Aspern einen Namen. Erzherzog Johann wurde als „steirischer Prinz“ bekannt, während Erzherzog Joseph Anton Johann lange Zeit als ungarischer Palatin amtierte. Ein weiterer Bruder, Erzherzog Ludwig, leitete später die Staatskonferenz. Erzherzog Rudolf war Kardinal, Erzbischof von Olmütz und Förderer Beethovens. Rainers eigene Laufbahn war zunächst militärisch und wurde später eng mit der österreichischen Herrschaft in Italien verbunden. Am 3. Januar 1818 ernannte ihn sein kaiserlicher Bruder Franz I. im Alter von 25 Jahren zum Vizekönig des Lombardo-Venetischen Königreichs. Dieses Staatswesen war 1815 auf dem Wiener Kongress nach dem Ende der Napoleonischen Kriege geschaffen worden, indem die Lombardei und Venetien, das Gebiet der früheren Republik Venedig, miteinander verbunden wurden. Es stand in Personalunion mit Österreich: Der österreichische Kaiser war zugleich dessen Herrscher und ließ sich vor Ort durch den Vizekönig und den Generalgouverneur vertreten. Rainers Amt war allerdings nur mit begrenzten tatsächlichen Verwaltungsaufgaben verbunden. Am Mailänder Hof erfüllten er und seine Ehefrau vor allem repräsentative und protokollarische Pflichten. Dennoch geriet seine Amtsführung im Vorfeld der italienischen Revolution von 1848 in den Mittelpunkt politischer Kritik. Rainer galt als liberal und als zu nachgiebig gegenüber den nationalen und politischen Unruhen. Der kaiserliche Oberbefehlshaber in Italien, Feldmarschall Radetzky, vertrat die Auffassung, diese Haltung habe dazu beigetragen, dass die italienische Erhebung ein Ausmaß erreichte, das schließlich den Einsatz kaiserlicher Truppen erforderlich machte. Am 18. Januar 1848 verließ Rainer gemeinsam mit Generalgouverneur Spaur die Lombardei und reiste nach Wien, um Bericht zu erstatten. Nach dem Ausbruch der Revolution konnte er nicht mehr auf seinen Posten zurückkehren. Seit Mai 1848 übte Radetzky als Militärgouverneur die volle Macht in den beiden Provinzen aus. Die königlichen Paläste in Mailand und Monza blieben anschließend bis zur Ankunft des neuen Vizekönigs, Erzherzog Ferdinand Maximilian, im September 1857 unbewohnt. Im März 1848 zog Rainer mit seiner Familie nach Tirol. Er lebte zuletzt in Bozen, dem heutigen Bolzano in Südtirol, wo er am 16. Januar 1853 im Alter von 70 Jahren starb. Seine Ehefrau überlebte ihn um drei Jahre. Beide wurden in der Krypta des Bozner Doms Maria Himmelfahrt beigesetzt. Am 28. Mai 1820 hatte Rainer in Prag Maria Elisabeth von Savoyen-Carignan geheiratet. Sie war die Tochter des carignanischen Prinzen Karl Emanuel Ferdinand und der Prinzessin Maria Christina von Sachsen-Kurland. Aus der Ehe gingen acht Kinder hervor. Die älteste Tochter, Maria Karolina Augusta, blieb unverheiratet und starb bereits 1844. Die zweite Tochter, Adelheid, wurde 1842 mit ihrem Cousin Viktor Emanuel II. verheiratet. Dieser wurde 1849 König von Sardinien-Piemont und 1861 als Viktor Emanuel II. erster König von Italien. Adelheid, die als Maria Adelaide Königin von Sardinien wurde, erlebte diesen späteren Aufstieg ihres Mannes nicht mehr. Durch sie wurde Rainer zu einem Vorfahren des italienischen Königshauses. Zu Rainers Söhnen gehörten Leopold Ludwig, Ernst, Sigismund und Rainer Ferdinand. Mehrere von ihnen schlugen eine militärische Laufbahn ein und erreichten den Rang eines Generalleutnants. Rainer Ferdinand wurde außerdem Präsident des Reichsrats und heiratete Erzherzogin Maria Karolina Luise Christina. Erzherzog Heinrich ging eine nicht standesgemäße, morganatische Ehe mit der bürgerlich geborenen Leopoldine Hofmann ein, die später zur Baronin von Waideck erhoben wurde. Der jüngste Sohn, Maximilian, starb bereits als Kind. Über seine Ehe und seine Kinder war Rainer sowohl mit den höchsten Kreisen des österreichischen Kaiserhauses als auch mit dem späteren italienischen Königshaus eng verbunden.

Quelle: Habsburg–Lotaringiai Rainer József lombard–velencei alkirály (hu, 26898536). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0