Person

Heinrich von Österreich

Verbindung zu einer anderen Person finden

Geburt

  1. 09.05.1828

Tod

  1. 30.11.1891

Porträt von Heinrich von Österreich
Bildnachweis

1828 Heinrich

Unidentified photographer

originally uploaded to de.wikipedia by Thyra ( talk · contribs ) on 26 October 2007, 22:46 under the file name 1828 Heinrich.JPG . ( +/− )

Bildquelle: File:1828 Heinrich.JPG · Lizenz: Public domain

Für die Darstellung in der Größe angepasst.

Biografie

Erzherzog Heinrich von Österreich, mit vollständigem Namen Heinrich Anton Maria Rainer Karl Gregor von Österreich, wurde am 9. Mai 1828 in Mailand geboren, der Hauptstadt des damaligen Königreichs Lombardo-Venetien. Er entstammte dem Haus Habsburg-Lothringen. Sein Vater war Erzherzog Rainer Joseph, der als Vizekönig von Lombardo-Venetien amtierte und ein jüngerer Bruder Kaiser Franz’ I. von Österreich war. Seine Mutter, Maria Elisabeth Franziska von Savoyen-Carignan, war eine Schwester König Karl Alberts von Sardinien-Piemont. Heinrich war das siebte von acht Kindern. Zu seinen Geschwistern gehörten unter anderem Erzherzogin Adelheid, die Königin von Sardinien-Piemont wurde, sowie mehrere Brüder, die ebenfalls hohe militärische Ämter bekleideten. Heinrich schlug eine militärische Laufbahn ein. Über mehrere Jahre war er Oberst des nach Erzherzog Karl benannten 3. Infanterieregiments und später Kommandeur des 14. Infanterieregiments. 1859 wurde er im Rang eines Generalmajors zum Brigadekommandeur ernannt; 1863 folgte die Beförderung zum Feldmarschalleutnant. Schon als junger Mann geriet er jedoch einmal in Konflikt mit dem Hof. 1848 verfasste der damals Zwanzigjährige einen Brief an einen Freund, in dem er das politische System kritisierte. Der Brief wurde mit seiner vollständigen Unterschrift öffentlich bekannt. Nur das Eingreifen Erzherzogin Sophies bewahrte ihn vor ernsthaften Konsequenzen. 1864 übernahm Heinrich in Graz das Kommando über eine Division. Dort lernte er Leopoldine Hofmann kennen, eine bürgerliche Schauspielerin am Stadttheater. Zwischen beiden entwickelte sich eine enge Beziehung, die bald zu einem offenen Geheimnis wurde. Als 1866 der preußisch-österreichisch-italienische Krieg ausbrach, wurde Heinrich als Divisionskommandeur dem IX. Armeekorps zugeteilt. Dadurch musste er Leopoldine zunächst verlassen, versicherte ihr jedoch, dass er ernsthafte Heiratsabsichten hege. Heinrich nahm am gesamten Feldzug teil und kämpfte unter anderem in der Schlacht bei Custozza. Für seine Leistungen erhielt er das Militärverdienstkreuz mit Kriegsdekoration. Nach dem Krieg kehrte er nach Graz zurück. Wegen seiner öffentlich bekannten Verbindung zu Leopoldine wurde er nach Brünn versetzt und dort mit dem Kommando über die 4. Division betraut. Leopoldine ließ er bei seinem Bruder in Hütteldorf, dem heutigen 14. Wiener Gemeindebezirk, wohnen. Das Paar musste zwei Jahre auf die Eheschließung warten. Schließlich ließ Heinrich Leopoldine 1868 nach Bozen kommen und heiratete sie am 4. Februar in seiner eigenen Hauskapelle. Die Ehe eines Erzherzogs mit einer Bürgerlichen galt am Wiener Hof als standeswidrig und wurde als morganatische Ehe anerkannt. Heinrich verlor deshalb seinen Offiziersrang und den mit dem 62. Infanterieregiment verbundenen Inhabertitel. Außerdem wurde ihm seine jährliche Apanage von 40.000 Gulden entzogen. Heinrich und seine Frau mussten das Gebiet der Monarchie verlassen. Gemeinsam erwarben sie einen kleinen Bauernhof am Fluss Etsch in Südtirol. Sie bewirtschafteten das Land selbst und lebten während dieser Jahre unter bescheidenen wirtschaftlichen Bedingungen. Leopoldine erinnerte sich später in einem Brief an die Zeit, in der sie als Sängerin für ein geringes monatliches Einkommen gearbeitet hatte und selbst der Kauf neuer Schuhe zu einer schwierigen Entscheidung geworden war. Die Verbannung endete 1874, als Kaiser Franz Joseph Heinrich zu sich rief und ihm verzieh. Der Erzherzog erhielt seinen militärischen Rang bald zurück. 1875 wurde er zum Inhaber des 51. Infanterieregiments ernannt, und auch seine erzherzoglichen Einkünfte wurden wieder ausgezahlt. Heinrich ließ sich mit seiner Familie in Bozen nieder und zog sich weitgehend aus dem öffentlichen Leben zurück. Leopoldine wurde zunächst in den Adelsstand erhoben. Am 5. Januar 1878 erhielt sie den Titel einer Freiin von Waideck. Diesen Rang erbte auch die einzige Tochter des Paares, Maria Raineria, die 1872 geboren wurde und 1936 starb. Die Familie führte in Bozen ein zurückgezogenes Leben. Heinrichs letzte Lebenswochen standen im Zeichen einer familiären Hochzeitsfeier. Am 21. November 1891 nahm er mit seiner Familie in Wien an der Hochzeit von Erzherzogin Luise von Österreich-Toskana und dem sächsischen Thronfolger Friedrich August teil. Kurz danach erkrankte zunächst Leopoldine, am 24. November auch Heinrich, an Influenza. Bei beiden entwickelte sich daraus eine Lungenentzündung. Leopoldine starb am 29. November, an ihrem 49. Geburtstag. Heinrich folgte ihr am nächsten Tag, dem 30. November 1891, in Wien. Das Ehepaar wurde in der Familiengruft in Bozen neben Heinrichs Vater, Erzherzog Rainer Joseph, beigesetzt. Auch Heinrichs Bruder Erzherzog Sigismund erkrankte während der Beisetzung an einer Erkältung und starb im Dezember desselben Jahres an den Folgen der Krankheit.

Quelle: Habsburg–Lotaringiai Henrik főherceg (hu, 26900016). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0